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FAZ.NET-Hauptwache : Keine Fusion, Kein Experiment, Kein Verkehrsminister bei der Grundsteinlegung

  • Aktualisiert am

Kontroverse Debatte: Ist das Kopftuch ein Symbol der Würde oder Unterdrückung? (Symbolbild) Bild: dpa

Hintergründe zur geplatzten Fusion der Deutschen Bank und der Commerzbank und Streit über eine Kopftuch-Konferenz in Frankfurt. Das und was sonst noch wichtig ist in der Region, steht in unserem Newsletter FAZ.NET-Hauptwache.

          3 Min.

          Guten Morgen!

          Aus die Maus. Die Knobelei, ob die künftige Großbank als Deutsche Commerzbank oder Commerzielle Deutschbank firmieren wird, ob ihr Logo blau oder gelb oder blau-gelb sein soll, bleibt uns erspart. Die beiden Kreditinstitute haben gestern früh wissen lassen, dass sie die Fusionsverhandlungen abgebrochen haben. In diesen Zeiten, in denen Politiker munter in die Wirtschaft hineinregieren, ist es eine beruhigende Erkenntnis, dass sich solche Zusammenschlüsse noch nicht in Berlin anordnen lassen. Andererseits soll auch niemand glauben, ohne Fusion herrsche jetzt eitel Sonnenschein am Finanzplatz. Immerhin: Der Sitz eines solchen fusionierten Konzerns hätte wenigstens in Frankfurt gelegen. Falls aber die Deutsche Bank und die Commerzbank jetzt nach und nach von ausländischen Kreditinstituten übernommen werden, bleibt von ihnen am Main nicht mehr als eine Art Hauptfiliale.

          Tja, es ist eben gerade die Mode der Saison, nicht zu viele Risiken einzugehen. Das gilt auch für den Wiederaufbau des Goetheturms in Frankfurt, bei dem sich die Experten streiten, ob er nun ein „Wahrzeichen“ der Mainmetropole war oder nur ein schönes Ausflugziel für Einheimische im Stadtwald. Jedenfalls wurde gestern bekannt, dass der Turm bis 2020 genauso wieder aufgebaut werden soll wie er war, sieht man davon ab, dass das Holzgerüst einen Stahlkern bekommt. Hoffentlich geht das gut. Beim Henninger-Turm hatte es ja auch immer geheißen, der Neue werde wie der Alte, aber das stimmt ja nun vorne und hinten nicht.

          Apropos Mode. An der Goethe-Universität ereignet sich gerade dies: Die Ethnologin Susanne Schröter möchte eine Konferenz mit dem Thema „Das islamische Kopftuch – Symbol der Würde oder der Unterdrückung?“ organisieren, aber jetzt wird im Internet Stimmung gegen sie gemacht, weil sie Rechtspopulisten ein Forum gebe. Eingeladen wurden unter anderem die Journalistin Alice Schwarzer, die Soziologin Necla Kelek und Khola Maryam Hübsch, Journalistin, Autorin und Mitglied der islamischen Gemeinschaft Ahmadiyya. Wer hinter den Protesten steht, ist nicht leicht zu klären, verteidigt wird Schröter von der Hochschulleitung. Erstaunlich, dass der Sinn der freien Diskussion an einer Universität wieder und wieder in Zweifel gezogen wird.

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          So beginnt der Tag in Frankfurt und Rhein-Main: das Wichtigste in Kürze, mit Hinweisen auf mobile Blitzer, Straßensperrungen, Gaststätten.

          Und außerdem kommt der hessische Verkehrsminister Tarek Al-Wazir nicht zur Grundsteinlegung für das Terminal 3 des Frankfurter Flughafens am Montag, wechselt Alexander Klar, Direktor des Museums Wiesbaden, nach Hamburg, hat eine vergessene Kerze in Walluf einen riesigen Wohnungsbrand ausgelöst.

          Einen angenehmen Tag wünscht Ihnen

          Ihr Manfred Köhler

          Der Tipp zum Wochenende

          Mit vietnamesischem Street-Food kennt sich Huy Nguyen aus. Der Mann stammt aus Nordvietnam und bringt in seinem Restaurant „V’uisine“ im Frankfurter Nordend die ganze Vielfalt der Straßenküche seiner Heimat in Tapas-Portionen unter die Leute. Das hat ihm eine treue Stammkundschaft eingebracht, und wohl auch deshalb hat er jetzt im Bahnhofsviertel ein zweites Lokal mit dem Namen „YVY“ eröffnet. Zu essen gibt es dort in schlichtem Ambiente kleine Speisen wie vietnamesische Baguettes, Teigtaschen Füllungen, Sommerrollen und die klassische „Pho“-Nudelsuppe mit unterschiedlichen Einlagen.

          „YVY“, Münchener Straße 9, 60329 Frankfurt, Geöffnet montags bis freitags von 11 bis 21 Uhr, samstags und sonntags von 12 Uhr an.

          Wetter

          Heute ist es meist bewölkt, auch mit Schauern ist zu rechnen. Gegen Abend lockert es dann etwas auf. Tageshöchstwerte bis zu 16 Grad. Nachts teils bewölkt und trocken bei maximal zehn Grad.

          Geburtstag haben

          heute

          Rüdiger Carl, Frankfurter Jazzmusiker (75); Klaus Minkel (CDU), ehrenamtlicher Stadtrat in Bad Vilbel (71); Reinhard Birkert (SPD), Stadtverordnetenvorsteher in Eschborn (66); Bert Albers, Kanzler der Frankfurt University of Applied Sciences (59); Hans Van Bylen, Präsident des Verbands der Chemischen Industrie, Frankfurt (58); Thomas Duve, Direktor am Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte, Frankfurt (52);

          am Samstag

          Wolfgang Vater (CDU), von 2001 bis September 2018 Stadtverordnetenvorsteher in Hofheim (77); Wolfgang Mörke, Vorsitzender des Kuratoriums Kulturelles Frankfurt (74); Albrecht Schreiber, Leitender Oberstaatsanwalt am Landgericht Frankfurt (62); Johannes Ruef, Ärztlicher Geschäftsführer der Frankfurter Rotkreuz-Kliniken (54); Pascale Trimbach, französische Generalkonsulin in Frankfurt (51); Ralph Philipp Ziegler, Künstlerischer Leiter des Capitol-Symphonie-Orchesters, Leiter des Amts für Kultur- und Sportmanagement der Stadt Offenbach (48);

          am Sonntag

          Egon König, Aufsichtsratsvorsitzender des Büromöbelherstellers König + Neurath AG, Karben (86); Ossy Hoppe, Mitbegründer der Frankfurter Konzertagentur Wizard Promotions (69); Thomas Frickel, in Rüsselsheim lebender Filmregisseur, Träger des Hessischen Filmpreises (65); Robert Mangold, Geschäftsführer des Gesellschaftshauses Palmengarten und des Varietés Tigerpalast, Träger des Binding-Kulturpreises 2018, Frankfurt (59).

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