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FAZ.Net-Hauptwache : Kein Schreiben nach Gehör, Kein Fluchtweg frei, Kein Gewinn mit der Fastnacht

Wer übernimmt die Führung? Volker Bouffier (links) und Tarek Al-Wazir (rechts) zeigen sich vor der Presse zufrieden mit dem ausgehandelten Koalitionspapier. Bild: Helmut Fricke

Der neue Koalitionsvertrag hat es in sich. Ein Sonderticket des RMV bringt Sie über die Feiertage. Etwas Kultur gefällig oder doch die Koalitionsvereinbarung? Das und was sonst noch wichtig ist in Rhein-Main steht in der FAZ.NET-Hauptwache.

          3 Min.

          Guten Morgen!

          Manfred Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          So, dann fragen wir mal ab. Was steht denn auf Seite 8 des Koalitionsvertrags? Auf Seite 82? 146? Wie, das wissen Sie nicht? Ja, aber wollen Sie denn gar nicht mitreden in der Politik? Die Vereinbarung von CDU und Grünen, die gestern vorgestellt worden ist, darf man wohl als Fahrplan für die Landespolitik in den nächsten fünf Jahren bezeichnen. Aber gut, dann sind wir mal nicht so: Auf Seite 8 findet sich zum Beispiel der Satz „Im Rahmen der Digitalisierungsstrategie der Landesregierung werden wir uns mit den Hochschulen auf ein Programm zur Digitalisierung der Hochschulen verständigen“, was sicherlich eine knallharte Ankündigung ist, andererseits aber auch beweist, dass Politiker keine Literaten sind. Auf Seite 82 findet sich der schönste Satz überhaupt, dort heißt es nämlich, das Schreiben nach Gehör werde in den hessischen Schulen abgeschafft. Und auf Seite 146 lesen wir die Ankündigung „Hierzu prüfen wir die Einrichtung einer Vernetzungsstelle.“ Was die vernetzen soll? Also, das müssen Sie jetzt aber wirklich selbst nachlesen. Ja, solch ein Koalitionsvertrag, der hat es in sich. Eine Wundertüte voller Themen und Versprechungen, bei dem ein roter Faden nicht leicht zu finden ist. Oder, wie Werner D’Inka über seinen heutigen Kommentar geschrieben hat: Jeder liest das Seine heraus.

          Falls Ihnen das alles zu viel wird: Bleiben Sie in den nächsten Tagen trotzdem lieber in der Region. Denn einerseits sind überall auf den Fluchtwegen, vulgo Autobahnen, endlose Staus zu erwarten. Und zweitens erlaubt der Rhein-Main-Verkehrsverbund an Weihnachten wieder, mit einer einzigen Tageskarte an gleich drei Tagen mit Bahnen und Bussen unterwegs zu sein. Damit leistet man auch gleich einen Beitrag zur Verkehrswende, die ja gerade allenthalben gefordert wird.

          Sie können sich natürlich auch schlicht unter Ihren Tannenbaum setzen und ein wenig Besinnliches aus der Koalitionsvereinbarung zitieren. Zum Beispiel: „Die Menschen, die in Hessen leben, sind vielfältig und bereichern mit dieser Vielfalt unser Land und ihre Heimat.“ Oder: „Wir wollen ein großes Erzieherpaket schnüren.“ Oder: „Das Landesprogramm WIR werden wir weiterentwickeln.“ Ach, die Koalitionsvereinbarung wird uns in den nächsten Jahren noch viel Freude bereiten.

          Und außerdem soll die Stadtmitte Königsteins schöner werden, die detaillierten Pläne sehen Sie heute in der Rhein-Main-Zeitung; hat der berühmte Mainzer Carneval-Verein in den vergangenen drei Jahren mit der Fastnacht nicht etwa Geld verdient, sondern Verluste gemacht; hatten die Besucher der „Night of the proms“ in der Frankfurter Festhalle viel Spaß, wie heute auf der Kulturseite der Rhein-Main-Zeitung zu lesen ist.

          Einen nicht allzu hektischen Freitag vor dem vierten Advent wünscht Ihnen

          Ihr Manfred Köhler

          Der Tipp zum Wochenende

          Ungewöhnliche Biere sind gerade in Mode. Craft-Beer erobert auch hierzulande die Kneipen. Eines der immer zahlreicher werdenden Lokale, die in Frankfurt auf solche Brauspezialitäten setzten, ist das „Wir Komplizen“ im Nordend. Dort wird in einem Hinterhausbau in zwei großen Räumen mit alternativ-rustikalem Charme eine wechselnde Auswahl an Bieren ausgeschenkt. Darunter sind viele deutsche und vor allem regionale, aber auch britische, schwedische, dänische, belgische und sogar österreichische Erzeugnisse. Aus der Küche kommen dazu unkonventionelle Deftigkeiten.

          „Wir Komplizen“, Egenolffstraße 17, 60316 Frankfurt, Telefon 0 69 / 83 04 48 05, Internet www.wir-komplizen.de. Geöffnet dienstags und mittwochs von 17 bis 23 Uhr, donnerstags bis 24 Uhr, freitags 16 bis 1 Uhr, sonntags 10 bis 17 Uhr.

          Wetter

          Heute regnet es am Vormittag stark, am Nachmittag gibt es bei Höchstwerten um 12 Grad Schauer. Dazu sind Sturmböen möglich. In der Nacht klart es auch einmal auf. Tiefstwerte um 10 Grad.

          Geburtstag haben

          heute

          Margret Härtel (CDU), frühere Oberbürgermeisterin der Stadt Hanau (75); Michael Hocks, ehemaliger Geschäftsführer und Intendant der Alten Oper Frankfurt, Träger der Goethe-Plakette des Landes Hessen (75); Michael Keller (SPD), von 2006 bis Januar 2018 Bürgermeister der Stadt Friedberg (69); Theodor Weimer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Börse AG, Frankfurt (59); Patricia Lips (CDU), Mitglied des Deutschen Bundestags (Wahlkreis Odenwald) (55); Arne Brüsch, Vorstandsvorsitzender der Datron AG, Mühltal (52); Laura Fünfstück, Golferin beim Dreieicher Golfclub Neuhof, deutsche Meisterin 2017 (24);

          am Samstag

          Harald Strutz, ehemaliger Präsident des 1. FSV Mainz 05, Mitglied der FDP-Fraktion im Mainzer  Stadtrat (68); Roland Frischkorn, Vorsitzender des Sportkreises Frankfurt, Träger der Bürgermedaille (65); Gabriele Jörchel, Präsidentin des Hessischen Landesarbeitsgerichts, Frankfurt (63); Harald Semler (FW), Präsident des Hessischen Städte- und Gemeindebunds, Bürgermeister der Stadt Wetzlar (56); Katrin Böhning-Gaese, Direktorin des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums, Frankfurt, Vizepräsidentin der Leibniz-Gemeinschaft (54); Evelyne Freitag, Geschäftsführerin Finanzen bei Sanofi-Aventis Deutschland, Frankfurt (52); Steffi Jones, von 2016 bis März 2018 Bundestrainerin der Frauenfußball-Nationalmannschaft, Frankfurt (46);

          am Sonntag

          Gordon Vajen, Intendant des Frankfurter Theaterhauses (65); Andreas Hübner, Vorstandsvorsitzender des Frankfurter Patronatsvereins für die Städtischen Bühnen (58); Günter Jertz, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer für Rheinhessen, Mainz (58); Eva Goldbach (Die Grünen), Mitglied des Hessischen Landtags, Lauterbach (53), Michael Köberle (CDU), designierter Landrat des Kreises Limburg-Weilburg (53); Ursula Busch (SPD), Fraktionsvorsitzende in der Stadtverordnetenversammlung Frankfurt (51); Kai Klose (Die Grünen), Staatssekretär und Bevollmächtigter für Integration und Antidiskriminierung im hessischen Sozialministerium, Landesvorsitzender seiner Partei (45); Oliver Bendig, Vorstandsvorsitzender des Softwareherstellers Matrix42 AG, Frankfurt (41).

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