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FAZ.NET-Hauptwache : Fernbus, Fahrrad, Taxi

In der Natur: Umweltministerin Priska Hinz setzt sich für die Instandhaltung der hessischen Wälder ein. Bild: Marcus Kaufhold

Umweltministerin Priska Hinz hat ehrgeizige Klimaziele für Hessen ausgegeben. Und auch Fernbusfahren ist ein Beitrag zur Verkehrswende: Gestern ist der Busbahnhof eröffnet worden. Das und was sonst noch wichtig ist in der Region, steht in unserem Newsletter FAZ.NET-Hauptwache.

          2 Min.

          Guten Morgen!

          Manfred Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          In Berlin hat es die Umweltministerin gut. Sie gibt total ehrgeizige Klimaziele für alle Ressorts vor, aber die Ressorts, die liefern müssen, sind vor allem von der Konkurrenz besetzt. Svenja Schulze (SPD) kann also gelassen zugucken, wie sich Wirtschaftsminister Peter Altmeier (CDU) und Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) abmühen, die Luftverschmutzung zu verringern. In Wiesbaden ist das alles kniffliger. Gestern hat Umweltministerin Priska Hinz (Die Grünen) ebenfalls schwer ehrgeizige Klimaziele für das Bundesland ausgegeben, aber das ist ein Arbeitsauftrag vor allem für ihren Parteifreund Tarek Al-Wazir, der als Superminister für Wirtschaft, Verkehr und Wohnungsbau praktisch für alles verantwortlich ist, wo man Einsparungen erzielen kann. Die Opposition von der FDP legte schon mal geschickt den Finger in die Wunde und rechnete vor, dass seit dem Amtsantritt von Schwarz-Grün die Kohlendioxid-Emissionen deutlich gestiegen und nicht etwa gesunken seien. Gelassene Bürger schauen sich das Schauspiel an und lehnen sich zurück in der Gewissheit: Am hessischen Dreck in der Luft wird sich die Zukunft des Weltklimas wahrlich nicht entscheiden.

          Unsereiner drückt natürlich dem Verkehrsminister trotzdem die Daumen, wenn er jetzt die Emissionen senken will. Aber man muss auch sagen: Einfach ist das nicht. Zum Beispiel ist gestern in Frankfurt der Fernbusbahnhof eröffnet worden, schon sechs Jahre nach der Liberalisierung, da sieht man die Effektivität der öffentlichen Hand. Fernbusfahren ist nämlich durchaus ein Beitrag zur Verkehrswende, jedenfalls dann, wenn man sonst mit dem Auto zum Beispiel nach Berlin gedüst wäre. Es gibt sogar Berechnungen, wonach Busfahren umweltfreundlicher ist als Bahnfahren, weil so ein ICE doch recht schwer ist. Aber wir schweifen ab. Richtig, der neue Fernbusbahnhof in Frankfurt, darum ging es gerade. Auch jetzt, nach seiner Eröffnung, ist er nämlich nur ein Provisorium, das nicht unbedingt zum Busfahren einlädt.

          Ja, klappt es denn wenigstens mit dem Fahrradfahren? Ja schon, man muss sich nur halt trauen. Radfahren ist nicht ohne, zum Beispiel in Bad Homburg. Die Kurstadt ist bei einem Vergleich hessischer Kommunen auf ihre Fahrradtauglichkeit hin auf dem letzten Platz gelandet. Wiesbaden und Kelsterbach schnitten nicht viel besser ab, die besten Noten in der Rhein-Main-Region bekamen vielmehr Kriftel und Mörfelden-Walldorf. Da kann der Herr Verkehrsminister dann ja mal vorbeiradeln und gucken, wie Verkehrswende geht, damit Frau Umweltministerin dereinst mit ihm zufrieden ist.

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          So beginnt der Tag in Frankfurt und Rhein-Main: das Wichtigste in Kürze, mit Hinweisen auf mobile Blitzer, Straßensperrungen, Gaststätten.

          Und außerdem bleibt der Industriepark Frankfurt-Griesheim ein solcher, auch wenn dort die letzten zwei Chemiebetriebe schließen, wie der Betreiber sagt, keine Chance also für Projektentwickler, dort Luxuswohnungen zu plazieren o.ä., wird Frankfurts Bürgermeister Uwe Becker (CDU) Antisemitismus-Beauftragter der Landesregierung, wollen heute Taxifahrer in Wiesbaden gegen eine Liberalisierung ihrer Branche demonstrieren, hoffentlich machen sie dabei den Motor aus (wg. Klimaziele, s.o.).

          Einen angenehmen Tag wünscht Ihnen

          Ihr Manfred Köhler

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          Heute bekommen wir einen Mix aus Sonne und Wolken, wobei es am Nachmittag immer schöner wird. Dazu 16 Grad. In der Nacht klart der Himmel auf, und es wird bis zwei Grad kühl.

          Geburtstag haben heute Eberhard Kunkel, Schriftsteller und einer der Schöpfer der Rheingauer Comic-Figur "Karl", Eltville (88); Erwin Nöske, Vorstand und alleiniger Geschäftsführer der Dr.-Bodo-Sponholz-Stiftung, Frankfurt (81); Eckhard Müller (AfD), Fraktionsvorsitzender in der Stadtverordnetenversammlung Wiesbaden (72).

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