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FAZ.NET-Hauptwache : Abwarten, Experimentieren, Raushängen

  • -Aktualisiert am

Könnte dieses Schild bald einen Bus zeigen statt eines Autos? Die Abgaswerte am Busbahnhof in Frankfurt legen es nahe. Bild: dpa

Diesel-Fahrverbote und Wohnungsnot bestimmen das Stadtgemurmel in Frankfurt, und große Unternehmen schwenken die Regenbogenfahne beim Christopher Street Day. Was sonst noch wichtig ist in Rhein-Main, lesen Sie in der FAZ.NET-Hauptwache.

          Guten Morgen!

          Tut Frankfurt genug, um ein Diesel-Fahrverbot abzuwenden? Da sagen die einen so und die anderen so. Vor allem die Grünen finden, Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) sei in der Sache so aktiv wie ein Prellbock im Kopfbahnhof (Wortwahl Red.). Die Sache ist aber auch kompliziert: Zum Beispiel fanden es so ziemlich alle gut, dass in Frankfurt endlich ein zentraler Busbahnhof gebaut wurde. Dort kommen jetzt Dieselbusse an und fahren wieder ab. Folge: An der Messstelle Pforzheimer Straße steigen die Stickoxidwerte. Soll deswegen ein Dieselbusfahrverbot am Omnibusbahnhof verhängt werden? Mechthild Harting fasst die Diskussion heute in der Rhein-Main-Zeitung zusammen.

          Tun die Städte genug, um Wohnungen zu bauen, deren Preise den Mietern oder Käufern nicht die Luft abschnüren? Auch da gehen die Meinungen auseinander. Hanau will jetzt ans Baurecht. Auf dem Gelände einer ehemaligen Kaserne könnten Wohnungen entstehen, aber nach den geltenden Vorschriften liegt das Areal zu nahe an einer Reifenfabrik. Deshalb hat die Stadt an die Landes- und an die Bundesregierung geschrieben mit dem Ziel, eine zeitlich befristete „Experimentierklausel“ in das Bundesbaurecht aufzunehmen. Will heißen: Gebaut werden dürfen soll überall dort, wo Baugebiete zwar nahe an einer Fabrik liegen, die Belästigungen durch Lärm oder Gerüche aber nicht so stark sind, dass sie für Anwohner unzumutbar wären. Das wäre ein Novum im deutschen Baurecht und Hanau der Vorreiter. Unsere Korrespondentin Luise Glaser-Lotz berichtet und kommentiert.

          Ist es Toleranz, ist es Marketing? Den Christopher Street Day am Wochenende vor Augen, betonen viele Unternehmen im Rhein-Main-Gebiet, wie offen sie für unterschiedliche sexuelle Orientierungen und Lebensentwürfe sind, von den Banken, Bahn und Börse über Fraport und Merck bis zu Rewe. Oder hängen sie nur die Regenbogenfahne in den Wind? Falk Heunemann hat sich umgehört und umgesehen.

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          F.A.Z.-Newsletter „Hauptwache“

          So beginnt der Tag in Frankfurt und Rhein-Main: das Wichtigste in Kürze, mit Hinweisen auf mobile Blitzer, Straßensperrungen, Gaststätten.

          Und außerdem reagiert die Kulturszene teils besorgt, teils gelassen auf das Vorhaben des Hessischen Rundfunks, die Kulturwelle HR2 umzubauen, weiht die russisch-orthodoxe Kirchengemeinde morgen bei einem Festgottesdienst sieben Glocken für die Russische Kapelle auf der Darmstädter Mathildenhöhe, vergleicht unser Rezensent Christian Riethmüller das Konzert von Tears and Fears auf der Mainzer Zitadelle mit dem Versuch, eine in die Jahre gekommene Kuh noch einmal zu melken.

          Einen Tag wie Glockenklang wünscht Ihnen

          Ihr Werner D‘Inka

          Wetter

          Besonders im Norden ziehen noch dichtere Wolken durch, sonst scheint die Sonne häufiger. Maximal 24 Grad. In der Nacht ist es wechselnd bewölkt, und es kühlt auf 14 Grad ab.

          Geburtstag haben heute Jürgen Vormann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Infraserv GmbH, Frankfurt (57);Alois Schader, in Darmstadt lebender Stifter (91); Helmuth Smola, Künstlerischer Leiter der Musiktage Hof Trages, Freigericht, Kulturpreisträger des Main-Kinzig-Kreises (80); Marija Korsch, Aufsichtsratsvorsitzende der Wiesbadener Aareal Bank, Mitglied des Kuratoriums der Fazit-Stiftung (71); Lothar Schöne, in Heidenrod lebender Schriftsteller und Journalist (70); Rainer Wrenger, Geschäftsführer der Konversions-Grundstücksentwicklungsgesellschaft (KEG), Frankfurt (65); Wolfgang Wrzesniok-Roßbach, von 2011 bis Februar 2019 Sprecher der Geschäftsführung der Degussa Goldhandel GmbH, Frankfurt (55); Philipp Otto, Geschäftsführer der Verlagsgruppe Knapp-Richardi, Frankfurt (50).

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