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FAZ.NET-Hauptwache : 51 Prozent, 365 Euro, drei Monate

Väter in Elternzeit: Auch heute ist das noch etwas Besonderes. Bild: Schneider

Schüler haben Probleme mit der Handschrift, ein Oberbürgermeister traut sich in die Babypause und ab nächstem Jahr gibt es ein günstiges Seniorenticket. Was das mit dem Steuerzahler zu tun hat, steht in der FAZ.NET-Hauptwache.

          Guten Morgen!

          Matthias Alexander

          Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Seien Sie froh, dass dieser Newsletter nicht in Handschrift ausgeliefert wird. 20 Jahre im Journalismus, in denen oft schnelles Mitschreiben gefragt war, haben das einst passable Schriftbild des Autors zu einer auch für den Urheber selbst mitunter nur schwer zu entziffernden Klaue werden lassen. Gerade deshalb können wir den Alarmrufen der Stiftung Handschrift nur denkbar große Aufmerksamkeit wünschen. Demnach haben 51 Prozent der Jungen und 31 Prozent der Mädchen in den weiterführenden Schulen Schwierigkeiten mit der Handschrift. Zwei Drittel der Schüler können keine längeren Passagen beschwerdefrei mit der Hand schreiben. Dass das Kultusministerium die Ursache außerhalb des Unterrichts sieht und Elternvertreter umgekehrt die Schulen verantwortlich machen, ist beunruhigend.  Am liebsten würden wir deshalb beide Seiten zu einer Strafarbeit verdonnern: Fünfzig Mal „Ich kehre zuerst vor der eigenen Haustür“ schreiben.

          Man muss nicht besonders gut in Rechnen sein, um zu erkennen, dass es sich beim Seniorenticket um ein großartiges Angebot handelt. Für 365 Euro im Jahr kann man vom 1. Januar 2020 an alle Busse, U-Bahnen, S-Bahnen und Regionalzüge in Hessen nutzen. Berechtigt sind Männer und Frauen, die das 65. Lebensjahr erreicht haben. Unser Verkehrsexperte Hans Riebsamen berichtet, dass die Verkehrsverbünde damit rechnen, dass die zusätzlichen Kunden die Einnahmerückgänge bei den Bestandskunden ausgleichen können. Andernfalls muss der Steuerzahler einspringen, mit anderen Worten: vor allem jene schrumpfende Zahl von Menschen, die nicht zu jenen gesellschaftlichen Gruppen gehören, die von der Politik mit immer neuen sozialen Wohltaten bedacht werden.

          Achim Exner hat es getan, aber das waren andere Zeiten. 1991 ist der damalige Wiesbadener Oberbürgermeister vorübergehend in Teilzeit gegangen, um sich um sein kleines Kind zu kümmern, und hat damit bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Damit ist jetzt, da der Offenbacher Oberbürgermeister Felix Schwenke beschlossen hat, Elternzeit zu nehmen, nicht zu rechnen. Doch Schwenke ist nach eigenen Angaben überrascht, wie groß das öffentliche Interesse an seinem Schritt zumindest in Offenbach ist. Wie die Bürger reagieren, berichtet Korrespondent Jochen Remmert. Dass in Offenbach ein Machtvakuum entsteht, ist übrigens nicht zu befürchten. Schwenke begnügt sich mit dreimal einem Monat.

          F.A.Z.-Newsletter Familie
          F.A.Z.-Newsletter „Hauptwache“

          So beginnt der Tag in Frankfurt und Rhein-Main: das Wichtigste in Kürze, mit Hinweisen auf mobile Blitzer, Straßensperrungen, Gaststätten.

          Und außerdem ist die katholische Kindertagesstätte St. Sebastian in Eppertshausen im Kreis Darmstadt-Dieburg zur Kita des Jahres bestimmt worden, kritisiert die IHK Offenbach den Luftreinhalteplan der Stadt, scheitert mehr als die Hälfte der geplanten Abschiebungen von ausreisepflichtigen Ausländern aus Hessen.

          Einen angenehmen Tag wünscht Ihnen

          Ihr Matthias Alexander

          Wetter

          Heute gibt es zunächst abseits etwaiger Frühnebelfelder viel Sonne. Dann bilden sich Quellwolken, es bleibt aber meist trocken bei rund 15 Grad. Nachts trocken bei Aufklaren mit rund 3 Grad.

          Geburtstag haben heute

          Klaus Hensel, in Frankfurt lebender Schriftsteller und Fernsehjournalist (65); Klaus Schöffling, Verleger, Ehrenvorsitzender des Vereins „Frankfurt liest ein Buch“ (65); Christa Gabriel (SPD), Stadtverordnetenvorsteherin in Wiesbaden (59); Karl Hans Arnold, Mitglied im Aufsichtsrat der Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH (57); Oliver Schlecht, Geschäftsführer des Verlags der Autoren, Frankfurt (56); Alexander Jehn, Direktor der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung, Wiesbaden (54); Ralf Kiesslich, Ärztlicher Direktor der Helios Dr.-Horst-Schmidt-Kliniken, Wiesbaden (49).

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