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Familienshow „Holiday on Ice“ : Liebe überwindet jedes Hindernis

  • -Aktualisiert am

Auf dieser Eisfläche scheint es ziemlich warm zu werden: „Holiday in Ice“ gastiert in Frankfurt mit einer futuristischen Show. Bild: Stage Entertainment/Morris Mac Matzen

Eine Dosis Eskapismus gefällig? Die traditionelle Show „Holiday on Ice“ ist wieder da und zeigt „Believe“ in der Frankfurter Festhalle.

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          Der Glaube versetzt Berge, heißt es. Eine positive und schöne Metapher, deren sich auch die aktuelle Produktion der alljährlichen Familienshow „Holiday on Ice“ bemächtigt. „Believe“ heißt sie. Weshalb zum rauschenden Finale auch das niederländische Moderatorenmodel Sylvie Meis sagen darf: „Die Liebe überwindet jedes Hindernis. Wer an sie glaubt, den kann nichts mehr aufhalten.“

          Wohl wahr. Doch ausgerechnet die treue Meis-Anhängerschaft, die aller Skandale der fernsehbekannten Sprecherin zum Trotz sich zur Rhein-Main-Premiere in der Frankfurter Festhalle tummelt, kann nicht darauf bauen, dass Frau Meis alle Hindernisse überwindet: ist die wohlgeformte Moderatorin in ihrer Sprechrolle mit dem niedlichen holländischen Akzent doch lediglich als vorproduzierter Videoeinspieler auf der riesigen Projektionsfläche zu sehen. Das aber in einer Festhalle, die für das Gastspiel der 1943 im amerikanischen Toledo, Ohio, aus der Taufe gehobenen Traditionsshow „Holiday on Ice“ erheblich umgestaltet worden ist.

          In einer diktatorischen Zukunftsgesellschaft

          Es braucht eben Platz für das sowohl von Shakespeares „Romeo und Julia“ als auch von Leonard Bernsteins Adaptation „West Side Story“ und von H.G. Wells’ „Die Zeitmaschine“ inspirierte Spektakel. Allerdings offeriert „Believe“ im Gegensatz zu den Quellen ein familienfreundliches Happy End, wie man es sich von Shows eben erwartet. Damit die recht schlichte Rahmenhandlung auch wirklich jedem Zuschauer plausibel wird, führt mit der quirligen DJane Rachelle Dawn Walker noch eine weitere Erzählerin leibhaftig durchs Programm. In welcher futuristischen Epoche die Geschichte zwischen den beiden ungleich Liebenden Antonio (Andrew Buchanan) und Clarissa (Robin Johnstone) sich ansiedelt, bleibt in „Believe“ allerdings ebenso offen wie Nationalität und Politsystem.

          Krass diktatorisch in zwei Klassensysteme unterteilt sich jedenfalls die zukünftige Gesellschaft: Auf der Erdoberfläche, Clarissas Kaste, feiern die Schönen, die Reichen und die Mächtigen im totalen Luxus eine Party nach der anderen, während in Antonios kärglichem Dasein tief unter der Erde nur Schufterei, Angst, Leid und Not angesagt sind. Irgendwie kommen die beiden Protagonisten doch zusammen, obwohl Kontakt zwischen den Oberen und den Unteren eigentlich untersagt ist, und verlieben sich ineinander.

          Mehr als 30 Akteure in 300 farbenprächtigen Kostümen

          Dass dieser rein von Liebe, Emotionen und Glückshormonen gesteuerte Weg kein einfacher sein wird, erfährt das sozial ungleichgestellte Paar, bis es sich schließlich doch noch in die Arme schließen kann, am eigenen attraktiven Leib. So weit, so schlicht. Doch diese Simplizität gleicht „Believe“ durch atemberaubend Artistisches und Akrobatisches auf jeweils zwei Kufen beim Solo-, Paar- oder Ensemble-Eiskunstlauf mit jeder Menge Actionszenen virtuos aus. Mehr als 30 Akteure hat der Designer Nicolas Vaudelet in gut 300 farbenprächtige Kostüme gesteckt.

          Die Dramaturgie ist gar nicht schlecht, Regisseur und Choreograph Christopher Dean hat Hand in Hand mit Komponist und Arrangeur Stephen Emmer maßvoll agiert und lässt das Ganze mit Hitklassikern und Selbstverfasstem aus der Konserve beschallen. Einige der Songs allerdings, die von Pop und Rock über Jazz und Techno bis zur Klassik reichen, präsentiert das aus der Castingshow „X-Factor“ bekannte Gesangsduo Nica & Joe sogar live. Nachdem Antonio und Clarissa unwiderruflich zueinanderfinden dürfen, gibt es auch für das Ensemble kein Halten mehr: Minutenlang tauchen die Akteure ein ins begeistert applaudierende Publikum, um ausgiebig Hände zu schütteln.

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