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Hessens Klassenzimmer : Sicherheit fürs neue Schuljahr schaffen

Präsenzunterricht: An Hessens Grundschulen wird der Vollbetrieb bereits getestet. (Symbolbild) Bild: dpa

Für den Herbst hoffen Familien und Schulen in Hessen auf eine Rückkehr zum Präsenzunterricht. Für den Notfall sollte auch die digitale Lehre verbessert werden.

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          An den Toren der hessischen Grundschulen gibt es gerade ein beliebtes Gesprächsthema unter Eltern: Die Kleinen haben keine Lust mehr. Während die älteren Geschwister oft nur noch zweimal in der Woche antreten müssen und die Klarsichthülle mit dem Zeugnis schon nach Hause gebracht haben, müssen die Grundschüler noch bis Freitag herhalten für einen Versuch im Vollbetrieb. Immerhin, so mögen sich die Eltern trösten, hat das dem Kultusminister geholfen, ein Konzept auch für die älteren Schüler nach den Sommerferien zu erstellen.

          Das Problem ist nur, dass niemand weiß, ob die guten Ideen von Ende Juni auch Mitte August noch genauso gut sind. Zwar wünschen sich Familien und Schulleiter nichts sehnlicher als Sicherheit für das neue Schuljahr. Aber was genau dann sein wird, hängt von den Infektionszahlen ab. Spätestens seit wegen Corona-Fällen immer wieder Lerngruppen im Rhein-Main-Gebiet heimgeschickt oder ganze Schulen wie die August-Jaspert-Grundschule in Frankfurt geschlossen wurden, erwarten fast alle Beteiligten, dass es auch nach den Ferien keine Garantie für Präsenzunterricht geben kann.

          Digitales Lernen als Krücke

          Damit müssen die Planer arbeiten. Und so schön es ist, wenn Städte Geld von Bund und Land nehmen und damit Laptops und Tablets kaufen, so wichtig ist es doch auch, den Wert dieser Geräte nicht zu überschätzen. Digitales Lernen ist, zumindest was Kinder und Jugendliche angeht, eine Krücke. Krücken sind nützlich. Wessen Bewegungsfreiheit eingeschränkt ist, der kommt ohne sie kaum voran. Aber digitale Lernformen sind nur ein Ersatz für das gemeinsame Lernen in der Schule. Diesen Ersatz gilt es optimal zu nutzen. Dafür ist es sinnvoll, Lehrern beizubringen, wie sich Lernplattformen geschmeidig nutzen lassen. Damit sie gemeinsames Lernen auf Distanz nicht überfrachten, sondern erleichtern.

          Gleichzeitig muss es darum gehen, das Infektionsgeschehen möglichst genau zu kennen. Gesundheitsämter und Wissenschaftler arbeiten an Pooltests. Dabei werden die Proben vieler Schüler auf einmal untersucht. Nur wenn ein Befund positiv ist, müssen die einzelnen Proben geprüft werden. Das spart Zeit und Geld – und verhindert, dass Schulen vorsorglich schließen müssen.

          Florentine Fritzen
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

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