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Lißberger Instrumentenmuseum : Nasenpfeife und Brummtopf

  • -Aktualisiert am

Haus für die Musik: Die Lißberger Sammlung ist beeindruckend. Bild: Lando Hass

Das Lißberger Musikinstrumentenmuseum besitzt eine spektakuläre Sammlung von Drehleiern und Dudelsäcken. Es sucht seinesgleichen. Einzigartig auf seine Weise ist das „Nürmbergische Geigenwerck“.

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          Wissen Sie, was es mit den „Hurdy-Gurdy-Girls“ auf sich hat? Haben Sie schon einmal etwas von einem Geigenwerk gehört? Oder war Ihnen bewusst, dass es Flöten aus Menschenknochen gibt? Antworten auf solche Fragen finden sich in einem besonderen Ausstellungshaus in einem Örtchen in der Wetterau: dem Lißberger Musikinstrumentenmuseum. Lißberg ist ein Ortsteil von Ortenberg, feiert in diesem Jahr seinen 800. Geburtstag und besaß viele Jahre Stadtrechte.

          Die Lißberger sind stolz auf ihr Musikinstrumentenmuseum, das den Titel „weltgrößtes Drehleier- und Dudelsack-Museum“ trägt. Den größten Teil der Exponate hat der Frankfurter Kurt Reichmann zusammengetragen. Der Designer war selbst Drehleierbauer und hat seiner Vorliebe für das Instrument mit großer Sammelleidenschaft gefrönt.

          Viele faszinierende Exponate

          Davon profitieren jetzt die Besucher, die das kleine Häuschen, zwischen Kirche und Burg gelegen, betreten. Etwas beengt finden sich dort, teilweise hinter Glas verborgen, viele faszinierende Exponate. Gezeigt werden aber nicht nur Drehleiern und Dudelsäcke aus vielen Epochen, die jungen Besucher können auch so lustige Instrumente wie die Nasenpfeife, den Brummtopf oder ein vietnamesisches Bambusxylophon ausprobieren. Erwachsene können sich in die tragische Geschichte der „Hurdy-Gurdy-Girls“ vertiefen. Diese sogenannten „Drehleierhuren“ sind im 19. Jahrhundert nach Amerika ausgewandert, um der Armut in ihrer hessischen Heimat zu entfliehen. In der Fremde angekommen, landeten die Frauen dann jedoch in den Saloons und Bordellen Kaliforniens. Eine weitere Besonderheit im Museum ist das Geigenwerk: Das „Nürmbergische Geigenwerck“ ist das einzige spielbare Exemplar dieses cembaloartigen Tastenin­struments. Ebenfalls ausgestellt ist eine Flöte aus Menschenknochen. Sie stammt aus Tibet.

          Geöffnet ist das Musikinstrumentenmuseum leider nur selten. Zwischen Anfang April und Ende Oktober kann man es jeweils am zweiten und vierten Sonntag des Monats zwischen 15 und 17 Uhr besichtigen. Die nächste Gelegenheit ist an diesem Sonntag, dem 25. September. Erwachsene zahlen vier Euro Eintritt, Kinder von sechs bis 14 Jahren einen Euro, jüngere Kinder können sich kostenfrei in der Welt von Dudelsack und Drehleier tummeln. Individuelle Führungen durch das Museum können mit Claudia Gottschalk unter der Telefonnummer 0 60 46 / 9 58 49 68 vereinbart werden.

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