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Falkner siegt vor Gericht : Mit der Lizenz zum Tauben-Töten

  • Aktualisiert am

Verwilderte Straßentauben sind Schädlinge - allerdings nur wenn sie in großen Schwärmen auftreten, so sieht es der Verwaltungsgerichtshof Bild: dpa

Juristischer Sieg für einen Falkner aus Hessen: Er darf gewerbsmäßig Tauben töten, wenn sie zur Plage werden. Eine Landkreis-Behörde wollte ihm das verbieten. Doch nun zog sie ihre Revision vor dem Bundesgericht zurück.

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          Ein Falkner aus Hessen hat sich endgültig das Recht erstritten, Tauben im Auftrag gewerblich töten zu dürfen, wenn sie zur Plage geworden sind. Das Urteil des Verwaltungsgerichtshofs (VGH) Kassel von September 2011 zu seinen Gunsten sei nun rechtskräftig, sagte Falkner Berthold Geis aus dem mittelhessischen Villmar der Nachrichtenagentur dpa.

          Das Revisionsverfahren am Bundesverwaltungsgerichtshof sei eingestellt worden, so die Pressestelle in Leipzig (AZ: 7 C 28.11). Der Landkreis Limburg-Weilburg hatte seine eingelegten Rechtsmittel aus nicht näher genannten Gründen wieder zurückgezogen.

          Falkner sieht sich hingehalten

          Vollends am Ziel ist Falkner Geis aber nicht. Er wartet noch immer auf einen neu formulierten Bescheid des Landkreises, der ihm laut VGH-Urteil zugestellt werden muss. „Der Landkreis setzt die Entscheidung des Kasseler Gerichts nicht um und zögert alles bis zum geht nicht mehr heraus“, sagte Geis. Nun erwägt er, die Behörde mit
          weiteren juristischen Mitteln zum Handeln zu zwingen.

          Die Amtstierärztin des Landkreises, Kerstin Herfen, sagte auf Anfrage: „Unsere Juristen arbeiten intensiv an der Wortwahl des Bescheides. Das ist ein hochsensibles Thema, das ja schon zu Aufruhr geführt hat. Wir müssen alle Belange berücksichtigen.“ Man wolle den Falkner aber nicht hinhalten, erwiderte sie. In zwei bis drei Wochen werde er voraussichtlich den Bescheid bekommen.

          Der viel beachtete Rechtsstreit zwischen Falkner und Landkreis dauert bereits rund drei Jahre. Der Kreis hatte dem Falkner das gewerbsmäßige Töten von Tauben verboten. Dazu war der Mann aber von einem großen Autohersteller aus Rüsselsheim beauftragt worden, weil der über eine Taubenplage auf seinem Werksgelände klagte. Laut
          Experten können Tauben Krankheiten übertragen und deren Kotablagerungen Schäden an Gebäuden verursachen.

          Die Kasseler VGH-Richter hatten geurteilt, dass verwilderte Straßentauben Schädlinge seien, wenn sie in großen Schwärmen aufträten. „Das ist der Fall bei Schwärmen ab einer Größenordnung von etwa zehn Tieren pro 100 Quadratmeter Grundfläche“, befanden die Richter. Es müsse unter anderem nicht hingenommen werden, dass  Tauben Schäden an Gebäuden hinterließen.

          Als Schädlinge eingestuft

          Der Falkner hatte gegen den Landkreis geklagt, weil er Tauben mit einer Falle fangen und töten wollte. Der Landkreis favorisiert tierfreundlichere Methoden, um mit Taubenplagen fertig zu werden.

          Geis kann nun nach eigener Aussage wegen der Gewerbefreiheit bundesweit Tauben im Auftrag töten, wenn sie eine Plage darstellen. Zudem könnten auch andere Fachleute mit Eignung in Hessen den  Vögeln zu Leibe rücken. In Deutschland haben bisher Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt verwilderte Tauben als Schädlinge eingestuft.

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