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Kommentar : Immerhin ein erster Versuch

Die S-Bahnen im Rhein-Main-Gebiet müssen unbedingt pünktlicher werden. Fahrgasthelfer werden jetzt in einem Modellversuch erprobt. Aber das Allheilmittel sind sie nicht.

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          Jede zehnte S-Bahn kommt mindestens sechs Minuten zu spät. Offiziell gilt eine S-Bahn aber schon als unpünktlich, wenn sie drei Minuten hinter dem Fahrplan herrollt. Legt man diesen in den S-Bahn-Verträgen zwischen der Bahn und dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) ausgehandelten Wert der Statistik zugrunde, ist etwa jede fünfte S-Bahn verspätet.

          Die Bahn zahlt dafür einen hohen Preis. Der RMV, ihr Auftraggeber, kürzt ihr wegen der vielen Unpünktlichkeiten im S-Bahn-Verkehr die Vergütung um nicht unerhebliche Beträge. Außerdem ruiniert der Konzern ob der dauernden Verspätungen seinen Ruf. Den höchsten Preis zahlen aber die Fahrgäste, die den Schlamassel ausbaden müssen. Der eine oder andere Pendler dürfte denn auch aus Frustration schon aufs Auto umgestiegen sein.

          Fahrgasthelfer nur ein Rädchen

          Es muss also dringend etwas geschehen. Doch die große Lösung kann und wird es nicht geben. Die Pünktlichkeitsmisere hat mehrere Ursachen. Wer sie beheben will, muss an vielen kleinen Rädchen drehen. Eines davon ist eine bessere Koordinierung des Einsteigens in die Züge. Wenn es hier stockt, weil die Fahrgäste sich an bestimmten Stellen eines Bahnsteigs ballen und alle durch eine einzige Tür den Zug betreten wollen, kommt die Bahn schnell in Verzug. Die fehlenden Minuten summieren sich auf und werden an die nachfolgenden Züge weitergegeben.

          Hier könnten Fahrgasthelfer, wie sie die Bahn jetzt in einem Modellversuch am Frankfurter Hauptbahnhof einsetzt, nützen. Vielleicht gelingt es ihnen, die Zusammenballung von Wartenden schon vor der Ankunft eines Zuges zu entzerren. Zudem können diese Service-Mitarbeiter gegen die Unsitte mancher Fahrgäste vorgehen, sich in die Tür zu stellen, um diese für Freunde, die gerade angerannt kommen, offen zu halten. Wie weit die Fahrgasthelfer für mehr Pünktlichkeit sorgen können, wird man aber erst nach dem vierwöchigen Versuch sehen.

          Schon jetzt kann man sagen, dass ihr Einsatz kein Allheilmittel sein wird. Aber immerhin haben sich Deutsche Bahn und RMV Gedanken gemacht, wie man die Verspätungen verringern kann. Weitere Maßnahmen müssen folgen.

          Hans Riebsamen

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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