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Folgen des Niedrigwassers : Dringender Hilferuf vom Rhein

Niedrigwasser auf dem Rhein: Fährenbetreiber fürchten um ihre Existenz. Bild: Cornelia Sick

Für die Fährbetreiber am Rhein wird das Niedrigwasser langsam existenzbedrohend. Doch ergiebige Regenfälle sind nicht in Sicht. Jetzt haben sich Politiker für sie eingesetzt.

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          An eine derart langanhaltende Niedrigwasserperiode können sich die Binnenschiffer auf dem Rhein nicht erinnern. Der Pegel in Oestrich, an dem sich alle Binnenschiffer bei der Beladung ihrer Schiffe orientieren, weil dort einer der flachsten Abschnitte des Rheins ist, liegt seit Wochen bei rund 50 Zentimetern. Das entspricht zwar nicht dem Wert der deutlich tieferen Fahrrinne. Dennoch ist die Transportkapazität der Schiffe auf der für den Güterverkehr wichtigsten deutschen Wasserstraße dadurch stark gesunken. Die volkswirtschaftlichen Auswirkungen sind inzwischen nicht nur an den Tankstellen spürbar.

          Oliver Bock

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Rheingau-Taunus-Kreis und für Wiesbaden.

          Zu den weniger beachteten Leidtragenden des Niedrigwassers gehören die Fähren. Sie sind im Rheingau und im Mittelrheintal von besonderer Bedeutung, weil es zwischen Wiesbaden und Koblenz auf einer Stromlänge von 84 Kilometern keine Brücke gibt. Den motorisierten Verkehr über den Strom halten die sechs im Fährbund Mittelrhein zusammengeschlossenen Fährunternehmen aufrecht. Sie bringen schätzungsweise jährlich knapp zwei Millionen Fahrzeuge und rund fünf Millionen Fahrgäste über den Rhein.

          Wassermangel schürt Existenzängste

          Doch der Wassermangel macht es den Unternehmen derzeit so schwer, dass Existenzängste aufkommen. Als Erste ist meist die Lorcher Fähre betroffen, die zwar für Niedrigwasser gebaut wurde, aber bei stark fallendem Wasserstand eine Quarzitader im Rhein nicht mehr überfahren kann. Der Lorcher Fährunternehmer Michael Schnaas hat deshalb schon vor wenigen Wochen einen seiner Mitarbeiter entlassen müssen.

          Wenn der Pegel unter die Marke von 60 Zentimetern fällt, ist auch für die Fähre „Michael“ in Oestrich-Winkel Schluss. Dann leiht sich Fährunternehmer Michael Maul die Lorcher Niedrigwasserfähre samt Personal aus. Die Mietkosten von täglich 1500 Euro drücken allerdings erheblich auf die Rentabilität des Fährbetriebs, und Maul weiß nicht, wie er sein eigenes Personal in dieser Phase beschäftigen soll. Überstunden und Urlaubstage wurden abgebaut, teilweise schon im Vorgriff auf 2019. Fällt nicht bald Regen, muss sich Maul zumindest mit der Einführung von Kurzarbeit für seine Mitarbeiter beschäftigen.

          „Die Situation ist extrem angespannt“

          Laut Maul, der auch Sprecher des Fährbundes ist, haben sich seine Kollegen durch den Umbau von Schiffsantrieben und Uferrampen sowie das Ausbaggern des Rheins an den Anlegestellen bislang so weit helfen können, dass mit Ausnahme von Lorch noch alle Fähren verkehren. Zum Teil können sie allerdings nicht mehr so viel laden. Doch die finanziellen Belastungen sind für die Betriebe kaum zu stemmen. Vor allem für das Ausbaggern gibt es teure Vorgaben der Behörden: Was dem Rhein entnommen wird, muss ihm an anderer Stelle durch Verklappen wieder zugeführt werden.

          „Die Situation ist extrem angespannt“, sagt Maul. Seine Fähre kann erst wieder bei einem Pegelstand von mehr als 60 Zentimetern fahren, der aber noch nicht in Sicht ist. Die Fährbetreiber erwarten deshalb Unterstützung von der Politik. „Wir sind Teil des öffentlichen Personennahverkehrs“, aber keine Subventionsempfänger, sagt Maul. Die Fährbetreiber seien finanziell nicht in der Lage, für eine funktionsfähige Infrastruktur am Rhein aufzukommen. Will heißen: Der Bund soll für das Ausbaggern des Rheins an den Routen der Fähren aufkommen.

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