https://www.faz.net/-gzg-9wajy

Fachkräftemangel : Prämie schon vor dem ersten Arbeitstag

Der Vorsitzende des Vorstandes, Gründer und Inhaber der Deutschen Familienversicherung AG, Dr. Stefan M. Knoll, in der Frankfurter Börse (Archivbild) Bild: Jana Mai

Die Deutsche Familienversicherung wirbt auf ungewöhnliche Art um Fachkräfte. Bewerber können schon vor dem ersten Arbeitstag bis zu 6500 Euro verdienen, wenn sie das Assessment-Center schaffen und eingestellt werden.

          1 Min.

          Stefan Knoll war schon immer für besondere Aktionen gut. Vor einigen Wochen forderte der Unternehmer lautstark den Rücktritt des Frankfurter Oberbürgermeisters Peter Feldmann (SPD) wegen dessen Verstrickung in die Awo-Affäre, vor einigen Jahren wollte sich Knoll für die CDU für den Bundestag aufstellen lassen, und wenn es um Führung im digitalen Zeitalter geht, hat der Chef und Gründer der Deutschen Familienversicherung ebenfalls sehr klare Grundsätze, die er unverhohlen formuliert. Im Herbst stellte Knoll dazu auf der Frankfurter Buchmesse ein eigenes Werk vor.

          Daniel Schleidt

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Nun macht das Unternehmen mit Sitz am Frankfurter Reuterweg mit einer ungewöhnlichen Art der Werbung um neue Fachkräfte auf sich aufmerksam: Bewerber können demnach schon vor dem ersten Arbeitstag bis zu 6500 Euro verdienen. Wer sich bei der Familienversicherung bewirbt und zu einem Gespräch eingeladen wird, bekommt demnach 500 Euro, wer es in das Assessment-Center schafft, dem werden 1000 Euro ausgezahlt, und wer eingestellt wird, kassiert nochmals 5000 Euro. „Qualifizierte Mitarbeiter, insbesondere für den Bereich IT, sind derzeit knapp, und das Thema Arbeit wird heutzutage völlig neu definiert“, sagte der Vorstandsvorsitzende Stefan Knoll zu der Aktion. Deshalb halte sein Unternehmen es für erforderlich, auch im Personalbereich innovative Wege zu gehen.

          Fast 60 Mitarbeiter fehlen

          Die Familienversicherung hatte im vergangenen Jahr rund 100.000 neue Kunden gewonnen und dieses Wachstum mit 116 Mitarbeitern realisiert. Geplant seien aber 135 Mitarbeiter gewesen, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Um das Wachstum wie geplant fortzuführen und bewältigen zu können, soll die Zahl der Angestellten bis zum Jahresende auf 175 erhöht werden.

          Die neue Kampagne soll in den sozialen Medien ausgespielt werden. Derzeit ausgeschrieben sind unter anderem Positionen im Datenmanagement, im Vertrieb, der Finanzplanung und in der IT, darunter einige Stellen als Team- und Abteilungsleiter. Seit Ende 2018 ist das Unternehmen an der Börse notiert. Die Aktie ist derzeit 17,60 Euro wert, fast 50 Prozent über dem Ausgabekurs vom Dezember 2018. Ende vergangenen Jahres hatte die Aktie nach einem für das Versicherungsunternehmen vorteilhaften Chemie-Tarifabschluss deutlich zugelegt.

          Weitere Themen

          Der große Cum-Ex-Skandal

          FAZ Plus Artikel: Steuerhinterziehung : Der große Cum-Ex-Skandal

          Im ersten Prozess um den dreisten Steuerbluff sind zwei Aktienhändler verurteilt worden. Jetzt sollen weitere Beschuldigte bestraft werden. Einer ist besonders ins Visier geraten: der Steueranwalt Hanno Berger. Wir haben ihn in seinem Schweizer Exil besucht.

          Topmeldungen

          Das Coronavirus verunsichert frisch gebackene Hausbesitzer: War es das schon mit dem Traumhaus?

          Corona-Krise : Ist mein Traumhaus in Gefahr?

          Die Corona-Krise dürfte Eigenheimbesitzern schlaflose Nächte bereiten. Monat für Monat müssen sie eine fest vereinbarte Rate zahlen, um ihre Darlehen abzubezahlen. Doch häufig finden sich Lösungen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.