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„Nicht gewusst, was ich tue“ : Facebook-Beitrag zu Messerattacke geteilt: Frau muss zahlen

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Gedenken: Diese in den Boden eingelassene Metallplatte erinnert an den von einem Syrer in Chemnitz erstochenen Daniel H. Bild: dpa

Sie hat einen Facebook-Beitrag zur tödlichen Messerstecherei von Chemnitz geteilt. Darin war ein Haftbefehl gegen einen Verdächtigen zu sehen. Dafür muss eine 61 Jahre alte Frau nun zahlen.

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          Eine 61 Jahre alte Frau muss nach dem Teilen eines Facebook-Beitrags zu der tödlichen Messerattacke in Chemnitz 500 Euro an ein Kinderhospiz zahlen. Das Verfahren gegen sie sei bis zur Zahlung des Geldes vorläufig eingestellt, sagte ein Sprecher des Amtsgerichts Bensheim zu einer Entscheidung des Gerichts.

          Staatsanwaltschaft wie auch Verteidigung seien mit dieser Entscheidung einverstanden gewesen. In Chemnitz war im August 2018 ein 35 Jahre alter Deutscher von einem Syrer erstochen worden. Die Tat löste damals rechte Demonstrationen und fremdenfeindliche Übergriffe aus.

          Nicht vorbestraft

          Die 61 Jahre alte Frau hatte auf Facebook einen Beitrag geteilt, auf dem ein Haftbefehl gegen den Tatverdächtigen zu sehen war. Hiermit soll die Frau nach Auffassung der Staatsanwaltschaft in Kauf genommen haben, dass die Unbefangenheit der Verfahrensbeteiligten sowie die für den Verdächtigen geltende Unschuldsvermutung gefährdet wurde.

          Die Frau ist nach Angaben des Gerichtssprechers nicht vorbestraft. Sie habe angegeben, nicht gewusst zu haben, was sie tut. Zudem sei der Urheber des Facebook-Beitrags sehr milde bestraft worden.

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