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Barfußläufer Fabian Sinning : Schuhlos glücklich

Leichten Schrittes: Barfußläufer Fabian Sinning muss gut darauf achten, wohin er mit blanken Sohlen tritt. Bild: Helmut Fricke

Barfuß-Trainer Fabian Sinning empfiehlt, öfter auf nackten Sohlen durch die Welt zu gehen. Warum das gut ist, erklärt er mit einer ziemlich alten Studie.

          4 Min.

          „Ausziehen!“ Dieser Satz fällt drei Minuten nach dem ersten Kennenlernen. „Alles?“ „Alles!“ Um keinen falschen Eindruck entstehen zu lassen: Fabian Sinning will nichts weiter sehen als nackte Füße. Der 30 Jahre alte Frankfurter ist „NaturalRunningCoach“, also ein Barfußlauf-Lehrer. Er will den Menschen wieder das beibringen, was sie als Kind wunderbar beherrscht und im Lauf des Lebens oft verlernt haben: das Barfußgehen.

          Marie Lisa Kehler
          Stellvertretende Ressortleiterin des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Also landen die Sneakers in der Ecke, die Socken fliegen hinterher. Zwei nackte Füße frieren auf dem sandigen Boden im Grüneburgpark. Es wird getrippelt, es wird versucht, den kleinen, den krummsten Zeh von allen, zu verstecken, es wird sich gerechtfertigt. Für die Blasen vom jüngsten Dauerlauf, für den unschönen Fuß an sich. Sinning nickt verständnisvoll und ist doch nicht ganz aufmerksam. Er hat diese Sätze schon zu oft gehört. „Die meisten Menschen haben keine Beziehung mehr zu ihren Füßen. Sie sind einfach nur da.“ Stattdessen werde viel Geld in Schuhe aller Farben und Formen investiert, die den Fuß künstlich einengten und in vielen Fällen sogar schadeten. Nein, an dem 30 Jahre alten Frankfurter wird die Schuhindustrie kaum Geld verdienen. Denn der Doktorand der Ethnologie versucht, so oft es geht, barfuß zu laufen. Sogar einen Halbmarathon hat er schon auf nackten Sohlen zurückgelegt.

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