https://www.faz.net/-gzg-9hd8i

F.A.Z.-NET-Hauptwache : Staufrei, Rufschädigend, Außergerichtlich

Sandbank: Monatelange Trockenheit und ausbleibende Niederschläge haben den Wasserstand des Rheins in Rüdesheim auf ein Minimum schrumpfen lassen. Bild: dpa

Wird das Wasser im Rhein künftig für den Schiffsverkehr aufgestaut? Wie verhält es sich mit der Verantwortung von Staatsanwälten? Kommt die außergerichtliche Einigung für Diesel-Fahrverbote? Das und was sonst noch wichtig ist in Rhein-Main steht in der FAZ.NET-Hauptwache.

          Guten Morgen!

          Matthias Alexander

          Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Wer am Main lebt, könnte dem Glauben anhängen, dass Staustufen zu Flüssen gehören wie Ausflugsdampfer und Stockenten. Wenn der Rhein und seine Anlieger, vor allem die Industriebetriebe, also unter dem diesjährigen Niedrigwasser so stark leiden – was läge da näher, als das Wasser künftig aufzustauen und dadurch den Schiffsverkehr auch in Trockenperioden aufrechtzuerhalten, fragt der Laie. Doch so einfach ist es nicht, schildert unser Rheingau-Korrespondent Oliver Bock, denn der Rhein spielt dann doch in einer anderen Liga als der Main. Experten für Schiffahrt, aber auch Umweltschützer tragen vielfältige Argumente vor, was gegen einen Eingriff in den natürlichen Lauf der Dinge spricht. Von finanziellen Aspekten und dem zeitlichen Aufwand ganz zu schweigen.

          Staatsanwälte tragen eine enorme Verantwortung, der sie nicht immer gerecht werden. Ungut ist etwa die spektakuläre Festnahme von Jörg Kachelmann in Erinnerung, die den Ruf des Wettermannes nachhaltig lädierte, obwohl ihm später nichts nachgewiesen werden konnte. Ähnlich verhält es sich mit dem Fall Christopher Jahns. Der damalige Präsident der EBS Universität für Wirtschaft und Recht in Oestrich-Winkel war im April 2011 frühmorgens an seiner Haustür am Frankfurter Ostend mit einem Haftbefehl konfrontiert worden, weil angeblich Fluchtgefahr bestand. Seine Ämter und seine Reputation war er wegen des Verdachts der Untreue und später der Zweckentfremdung von Steuergeldern los. Dass dreieinhalb Jahre später alle Vorwürfe widerlegt waren, bedeutete nicht, dass auch alle Verfahren beendet gewesen wären. Eines ist noch immer nicht abgeschlossen. Ewald Hetrodt kommentiert, und zwar mit sehr deutlichen Worten.

          Und täglich grüßt das Murmeltier in Sachen Diesel. Wir machen es an dieser Stelle kurz, weil womöglich einige Radfahrer und Besitzer von Benzinern unter unseren geschätzten Lesern das Thema leid sind. Die Neuigkeit lautet, dass eine außergerichtliche Lösung im Streit um Fahrverbote auch für Frankfurt denkbar sein könnte. Darauf deuten jedenfalls Bemerkungen in den einschlägigen Schriftsätzen hin, die unserem Justizberichterstatter Helmut Schwan vorliegen. Alle direkt Betroffenen finden in der Rhein-Main-Zeitung seine ausführliche Schilderung. Und Umweltexpertin Mechthild Harting geht der Frage nach, inwieweit Land und Stadt Frankfurt nunmehr an einem Strang ziehen, um ein Fahrverbot doch noch zu verhindern. In der Not gibt es die unwahrscheinlichsten Allianzen.

          Und außerdem: sind für die neue IGS im Frankfurter Stadtteil Riedberg nunmehr Baukosten von 47 Millionen Euro veranschlagt; ist im Odenwald ein verwirrter und betrunkener Mann in einem gestohlenen Rettungswagen mit Blaulicht unterwegs gewesen; wollen katholische Seelsorgerinnen mit Klage-Andachten gegen die Missbrauchsfälle in der Diözese Stellung nehmen.

          Einen angenehmen Tag wünscht Ihnen

          Ihr Matthias Alexander

          Heute in „Leben in Rhein-Main“

          Es soll ja zwei, drei Leute geben, die den Film „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ noch nie gesehen haben, obwohl es die Gelegenheit seit nunmehr 45 Jahren gibt. Auch 2018 besteht wieder die Möglichkeit, diese Bildungslücke zu schließen oder einfach in Kindheitserinnerungen zu schwelgen: mit Livemusik in der Frankfurter Alten Oper oder aber ganz konventionell im Fernsehen. Die Termine finden Sie auf unserer Kino-Seite.

          Wetter

          Heute ist es den Tag über bedeckt und es besteht ein leichtes Schauerrisiko. Tagsüber steigt die Temperatur auf 11 Grad. Nachts kommt bei Tiefstwerten von 10 Grad neuer Regen von Westen auf.

          Geburtstag haben heute

          Rolf Heller, früherer Präsident von Eintracht Frankfurt, Mitglied im Ehrenrat des Vereins (75); Elisabeth Haindl (CDU), ehemalige ehrenamtliche Stadträtin in Frankfurt (65); Lutz Schenkel, Geschäftsführer der Spielbank in Bad Homburg (57).

          Weitere Themen

          Bouffier schließt rechtes Netzwerk nicht aus

          Mordfall Lübcke : Bouffier schließt rechtes Netzwerk nicht aus

          Der hessische Landtag zeigt sich von der Entwicklung im Mordfall Lübcke schockiert und fordert umfassende Aufklärung. Der Ministerpräsident hält eine vorschnelle Festlegung auf einen Einzeltäter für unangebracht.

          EKG für unterwegs Video-Seite öffnen

          Infarkt oder nicht? : EKG für unterwegs

          Eine App fürs Handy und ein Kabel mit Elektroden - Cardiosecur hat ein mobiles EKG entwickelt. Gründer und Geschäftsführer Markus Riemenschneider erklärt im Video, wie das Ganze funktioniert.

          Topmeldungen

          Wirft hin: Patrick Shanahan wird nicht amerikanischer Verteidigungsminister.

          Rückzug von Shanahan : Keine Ruhe im Pentagon

          Mitten in der Iran-Krise verliert Donald Trump seinen amtierenden Verteidigungsminister. Der Wunschkandidat des Präsidenten hat sich zurückgezogen – wegen eines „traumatischen Kapitels“ in seinem Familienleben.
          Der 22 Jahre alte Ali B. dementiert weiterhin die Vergewaltigung von Susanna F.

          Psychiaterin über Ali B. : Egozentrisch, manipulativ, empathielos

          Im Prozess um die getötete Schülerin Susanna F. aus Mainz berichtet wenige Wochen vor dem Urteilstermin die psychiatrische Gutachterin. Den angeklagten Ali B. beschreibt sie als faulen und frauenverachtenden Mann, der in seinem Leben immer nur an sich selbst gedacht habe.
          Will ihren WM Titel von 2018 verteidigen: Kickboxerin Marie Lang

          FAZ Plus Artikel: Kickbox-Weltmeisterin Lang : Vom Küken zur Kriegerin

          Als Marie Lang zum Kickboxem kam, war sie ein „megaschüchterner Teenie“ – immer in der Opferrolle, wenn sie in der Disco einer begrapscht hat. Dank ihres Sports und ihres Trainers ist sie nun stark. Nur eines ist geblieben.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.