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„F.A.Z.-Leser helfen“ : Hilfe für Kinder, um die sich niemand kümmert

Yasmin El Azzouzi hatte zwar ein Dach über dem Kopf. „Aber das war kein richtiges Zuhause“, sagt die Achtzehnjährige. Sie wuchs in der Frankfurter Nordweststadt auf. Ihre Eltern – der Vater Marokkaner, die Mutter Deutsche – seien nie für sie und ihren jüngeren Bruder da gewesen, die Mutter sei viel arbeiten gegangen. Also gingen die Geschwister in die Arche. „Ich habe meine komplette Jugend da verbracht und meine Pubertät hier ausgelebt, mit zwölf Jahren war ich das erste Mal da in der Arche“, sagt El Azzouzi.

„Bei manchen geht es um Grundversorgung“

Dass ein Jugendlicher in der Nordweststadt ein Dach über dem Kopf hat oder weiß, wo er schläft, das ist nicht unbedingt selbstverständlich, berichten Daniel Schröder, Leiter der Arche Frankfurt, und Julia Hildebrandt, Einrichtungsleiterin der Arche Frankfurt-Nordweststadt. „Bei manchen, die zu uns kommen, geht es um die Grundversorgung“, sagt Hildebrandt. Sie berichtet von der Siebzehnjährigen, die sie während der einen Woche, in der die Arche im Sommer geschlossen war, jeden Tag traf, um ihr Essen zu geben. Und sie erzählt von Kindern, die morgens allein aufstehen und für die sie der erste Gesprächspartner am Tag ist. Die Arche Nordweststadt fängt die Kinder auf, um die sich sonst kaum jemand kümmert. Viele Kinder kämen aus Haushalten, in denen die Eltern Hartz-IV-Empfänger seien, neunzig Prozent der Kinder hätten Migrationshintergrund, die Eltern kämen oft aus Marokko, der Türkei, zunehmend auch aus Syrien und Afghanistan. „Die Kinder, die hier hinkommen, sind im Wesentlichen auf sich allein gestellt“, sagt Schröder. In der Arche fänden sie den „Dreiklang“, den gewöhnlich das Elternhaus biete: Essen, Hausaufgabenbetreuung, Spielen.

Das Angebot der Arche richtet sich eigentlich an Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren. Doch wenn die Kinder dem Alter entwachsen sind, benötigen sie weiterhin Unterstützung, Ansprechpartner und Hilfe. „Und wir sagen ihnen natürlich, dass sie bleiben dürfen, dass sie weiterhin kommen können“, sagt Hildebrandt. Doch mit dem Alter ändern sich auch die Bedürfnisse der Kinder. Während die Mitarbeiter der Arche den kleinen Gästen ihrer Einrichtung teilweise beibringen, wie man sich die Schuhe zubindet, müssen sie den größeren Kindern bei den Hausaufgaben oder auch schon mal beim Verfassen einer Bewerbung helfen.

Räume mit schreienden und tobenden Kindern sowie Personal, das damit beschäftigt ist, grundlegende Erziehungsarbeit zu übernehmen, sind aber nicht der ideale Ort, um den Jugendlichen in Ruhe den Weg in eine berufliche Zukunft zu ebnen. Deswegen wollen die Mitarbeiter die Arche erweitern und Räume schaffen, in denen sie den Jugendlichen auf dem Weg ins Berufsleben helfen können. Es sollen Flächen gemietet werden, in denen bis zu 60 Jugendliche im Alter zwischen 13 und 18 Jahren bis in den Abend hinein betreut lernen können und auch etwas zu essen bekommen.

In diesen Räumen sollen die Jugendliche simple Dinge wie Tonpapier, Kleber und Schere nutzen können, Sachen, die sie von den Eltern nicht zur Verfügung gestellt bekommen. Darüber hinaus soll es jedoch auch Computer geben sowie Internet und Berufsvorbereitung und -orientierung. Dafür müssen die Öffnungszeiten verlängert und zusätzliches Personal eingestellt werden. Auch diesem Projekt ist die Spendensammlung „F.A.Z.-Leser helfen“ gewidmet. „Wir können nicht dabei zusehen, wie dieser Stadtteil kleine Hoffnungspflänzchen von Kindern erdrückt, die es da raus schaffen wollen“, sagt Schröder.

Hier können Sie spenden

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und die Frankfurter Allgemeine / Rhein-Main-Zeitung bitten um Spenden für die Begleitung und Unterstützung von Jugendlichen durch die Arche Frankfurt und zugunsten eines Kinderheims in der Ukraine, das vernachlässigte, wohnungslose und missbrauchte Kinder aufnimmt.

Spenden für das Projekt „F.A.Z.- Leser helfen“ bitte auf die Konten:

- Nummer 11 57 11 bei der Frankfurter Volksbank (BLZ 501 900 00)

IBAN: DE94 5019 0000 0000 1157 11 - Nummer 97 80 00 bei der Frankfurter Sparkasse (BLZ 500 502 01)

IBAN: DE43 5005 0201 0000 9780 00

Die Namen der Spender werden in der Zeitung veröffentlicht. Selbstverständlich wird auch der Wunsch respektiert, auf eine Namensnennung zu verzichten. Spenden können steuerlich abgesetzt werden. Sofern die vollständige Adresse angegeben ist, kann eine Spendenquittung zugeschickt werden.

Weitere Informationen zur Spendenaktion im Internet unter der Adresse www.faz-leser-helfen.de.

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