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F.A.Z.-Leser helfen : Spenden für Kranke in Nairobi und sterbende Kinder in Frankfurt

  • -Aktualisiert am

Der Müll hält sie am Leben und macht sie krank: Abfallsammler auf der Deponie beim Slum Korogocho in Nairobi Bild: Frank Röth

F.A.Z.-Leser unterstützen mit ihrer Spende schwer erkrankte Kinder in Frankfurt und kranke Menschen in den Slums von Nairobi. Dort wurde bereits 1998 eine Klinik auf diese Weise mitfinanziert. Nun soll eine zweite entstehen.

          3 Min.

          Die Müllberge von Korogocho erstrecken sich bis zum Horizont. Plastik, Kleidung, Essensreste, Chemikalien, Möbel, Metall, Papierkartons, dazwischen verrottete und verbrannte Überreste. Auf diese Müllkippe wandern alle Abfälle aus Kenias Hauptstadt Nairobi. Und sie ist zugleich der Lebensmittelpunkt von etwa 200.000 Menschen, die am Fuß der Berge von Schrott leben – und von ihnen leben.

          Theresa Weiß
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der Slum Korogocho ist rund um den Abfall gewachsen. Die Bewohner steigen jeden Tag auf die Müllkippe, um Essbares zu finden oder um Plastikflaschen, Stoffe und Papier zu sammeln und für ein paar Cent an ein Recyclingunternehmen zu verkaufen. Mehr als umgerechnet einen Dollar am Tag verdienen sie damit eigentlich nie. Das reicht oft nicht einmal für eine warme Mahlzeit.

          In Nairobi gehören die Bewohner von Korogocho zu dem Ärmsten überhaupt. Sie leiden Hunger, haben oft Atemwegserkrankungen durch die giftigen Dämpfe der Müllhalde und Verletzungen, sei es von Scherben oder vom Kampf mit einem anderen Sammler um ein gutes Stück. Die Kinder im Slum leiden unter Mumps, Mangelernährung oder Malaria, viele Menschen haben zudem Tuberkulose oder sind HIV-positiv. Medizinische Hilfe gibt es kaum.

          Auf der Suche auch nach Nahrung: Müllsammler auf der Mülldeponie beim Slum Korogocho. Bilderstrecke
          In kenianischen Slums : Die Marabus als Konkurrenz

          Die German Doctors wollen das ändern. Die Organisation entsendet ehrenamtliche deutsche Ärzte für je einige Wochen ins Ausland, wo sie einfache medizinische Hilfe anbieten. In Nairobi hat das Team – auch mit Unterstützung des Spendenprojekts der F.A.Z. von 1998 – eine Ambulanz im Slum Mathare aufgebaut.

          Für eine sehr kleine Summe oder sogar unentgeltlich werden die Patienten dort untersucht und bekommen Medikamente. In Korogocho soll durch das Engagement der F.A.Z.-Leser eine zweite solche Klinik entstehen. Die Hälfte der Spenden soll an dieses Projekt gehen.

          Der Bedarf ist überdeutlich sichtbar: Wenn German Doctors, die in Mathare arbeiten, einmal im Monat provisorisch eine Sprechstunde in einem Jugendzen­trum am Fuß der Müllkippe anbieten, kommen Hunderte Menschen, die sonst nie Zugang zu Medizin haben. Norbert Kohl, pensionierter Kinderarzt aus Bad Vilbel, der in diesem Herbst beim Einsatz dabei ist, sagt: „Das ist zu wenig. Medizin kann erst gut werden, wenn eine gewisse Regelmäßigkeit da ist.“

          Spenden für Kinderhospizarbeit in Frankfurt

          Regelmäßige Unterstützung brauchen auch Familien, deren Kinder schwer krank sind und vielleicht bald sterben müssen. Viele bekommen diese in den letzten Tagen in einem Hospiz. Oder es kommen Helfer nach Hause – so wie beim Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst Löwenzahn Frankfurt. An ihn geht die andere Hälfte der Spenden aus dem Projekt „F.A.Z.-Leser helfen“. Der Dienst begleitet lebensverkürzend erkrankte Kinder und ihre Familien. Sie sollen besser leben, wenn auch für eine begrenzte Zeit.

          „Kinderhospizarbeit ist anders als die Hospizdienste für Erwachsene“, sagt Thorsten Haase, der diesen Dienst 2018 in Dortmund gegründet hat. Seit Jahresanfang gibt es auch ein Projekt in Frankfurt, an der Wittelsbacher Allee.

          Hier organisiert Traumatherapeutin Kerstin Lüttke Schulungen von Ehrenamtlichen, verteilt Besuchstermine, trifft Lehrerinnen von Förderschulen, knüpft Kontakte und unterstützt bisher vor allem 18 Flüchtlingsfamilien aus der Ukraine, die mit ihren schwerst kranken Kindern in einem Hotel in Kelsterbach untergebracht sind.

          Helfen sterbenden Kindern: Kerstin Lüttke und Thorsten Haase
          Helfen sterbenden Kindern: Kerstin Lüttke und Thorsten Haase : Bild: Lando Hass

          Insgesamt sind laut Haase rund 400 Kinder und Jugendliche in Frankfurt lebensverkürzend erkrankt. Das bedeutet, dass sie meist vor ihrem 27. Geburtstag sterben werden. Manche leiden an genetischen Erkrankungen, andere hatten im frühen Kindesalter einen Unfall, eine schwere Viruserkrankung des Gehirns oder Krebs.

          Im Alltag das Schicksal bewältigen

          Eine solche Diagnose verändert die ganze Familie: Geschwister kommen zu kurz, Freunde ziehen sich zurück, viele fühlen sich alleingelassen. Die Löwenzahn-Mitarbeiter unterstützen Familien dabei, im Alltag mit einem solchen Schicksal zurechtzukommen, oft über viele Jahre hinweg. Hilfe gibt es unter anderem bei Problemen mit der Krankenkasse, aber auch durch eine wöchentliche Entlastung der Eltern, Zuwendung für die Geschwister, manchmal sogar einen kleinen Urlaub.

          In Frankfurt sind laut Haase mehr als 350 der betroffenen Familien immer noch allein mit ihrem Schicksal, weil es keine ausreichenden Kapazitäten gibt und die Familien nicht erreicht werden. Der ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst Frankfurt hat sich zum Ziel gesetzt, diesen Familien zu helfen.

          Dafür braucht er ehrenamtliche, aber vor allem auch finanzielle Unterstützung. Angesprochen werden gegenwärtig Förderschulen und Jugendämter, um Familien mit lebensverkürzend erkrankten Kindern zu erreichen.

          Die meisten von ihnen sind laut Haase so damit beschäftigt, den Alltag zu bewältigen, dass sie sich nicht einmal mehr selbst zu Wort melden können. Er nennt das „eine stille Tragödie nach über 30 Jahren Kinderhospizarbeit in Deutschland“.

          Bei der ambulanten Hospizarbeit kommen die Helfer zu den Familien nach Hause, dorthin, wo sich die Kinder geborgen fühlen. Das Angebot ist für die Familien kostenfrei.

          Wie Sie helfen können

          Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und die Frankfurter Allgemeine/Rhein-Main-Zeitung bitten um Spenden für den ambulanten Kinderhospizdienst Löwenzahn in Frankfurt, der Familien mit lebensverkürzend erkrankten Kindern berät und betreut, sowie für die German Doctors, die ehrenamtliche Ärzte in Länder entsenden, in denen es an grundlegender Gesundheitsversorgung mangelt. In Nairobi wollen sie in dem Slum Korogocho eine medizinische Ambulanz aufbauen.

          Spenden für das Projekt „F.A.Z.-Leser helfen“ bitte auf die Konten:

          ■ Bei der Frankfurter Volksbank IBAN: DE94 5019 0000 0000 1157 11

          ■ Bei der Frankfurter Sparkasse IBAN: DE43 5005 0201 0000 9780 00

          Per Paypal

          Spenden können steuerlich abgesetzt werden.

           

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