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Flucht mit krankem Kind : Wenn das Leben stehen bleibt

  • -Aktualisiert am

Enge Bindung: Diana und ihre Mutter Mariana Sapun verstehen sich auch ohne Worte. Bild: Maximilian von Lachner

Die Ukrainerin Mariana Sapun lebt seit dem Frühjahr gemeinsam mit Sohn Kyrylo und der lebensverkürzend erkrankten Tochter Diana in Kelsterbach. Warum es ihr schwerfällt, Hilfe anzunehmen und weshalb Diana ein wahrer Segen für ihre Mutter ist.

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          Mariana Sapun hat einen großen schwarzen Koffer. Er liegt oben auf ihrem Kleiderschrank, quasi griffbereit. Sie könnte jederzeit ihre sieben Sachen schnappen und Deutschland wieder verlassen. Denn Mariana plagt schreckliches Heimweh – nach der Ukraine, nach ihrem alten Leben, ihrer ehemals so heilen Welt. Doch die Dankbarkeit der 37 Jahre alten Frau für ihren Neuanfang in Deutschland scheint ebenso groß zu sein wie ihre Trauer um das Vergangene und die Zurückgebliebenen, allen voran ihre Eltern und ihren Ehemann. „Ich weiß, dass es die richtige Entscheidung war. Hier sind wir geschützt, heraus aus der Gefahrenzone“, sagt Mariana Sapun zu ihrer Flucht. „Ich habe das alles der Kinder wegen getan.“

          Sohn Kyrylo ist elf Jahre alt, Tochter Diana 16 und wegen ihrer Behinderung rund um die Uhr auf Pflege angewiesen. Nachdem der Angriff Russlands auf die Ukraine begonnen hatte, diskutierte Mariana Sapun täglich mit ihrem Mann: Gehen oder bleiben? Die ersten paar Angebote zur Flucht schlug sie noch aus. Doch als die Raketen gerade einmal 200 Meter von ihrem Kiewer Wohnhaus entfernt einschlugen, wusste die Mutter, dass sie flüchten muss – ihren Kindern zuliebe. Die Ausreise traten Mariana, Diana und Kyrylo Sapun, gemeinsam mit mehr als hundert anderen Eltern und ihren „besonderen Kindern“, wie sie in der Ukraine genannt werden, mit einem von der Klitschko-Stiftung organisierten Zug an.

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