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F.A.Z.-Hauptwache : Warum Querdenker wenig von Freiheit verstehen

„Der Ruf der Freiheit“: Rund 400 „Querdenker“ haben sich am Samstag im Frankfurter Grüneburgpark getroffen. Bild: Maximilian von Lachner

Die Querdenker-Initiative hat zum zweiten Mal in Frankfurt zu einer Demonstration aufgerufen. Zum ersten Mal durften am Wochenende wieder Fans ins Waldstadion. Das, und was heute sonst noch wichtig ist in Rhein-Main, steht in der F.A.Z.-Hauptwache.

          3 Min.

          Guten Morgen,
          „Der Ruf der Freiheit“, so hatte die Frankfurter Gruppe der Querdenken-Initiative, die im Land gegen die Corona-Maßnahmen aufmarschiert, ihre Kundgebung getauft. Es war das zweite Mal, dass das Bündnis in Frankfurt demonstriert hat. Ins Leben gerufen wurde die Querdenken-Bewegung der baden-württembergische Unternehmer Michael Ballweg. Versammelt haben sich dann rund 400 Teilnehmer auf der unteren Wiese im Grüneburgpark. Aber wenn man genauer hinschaute oder gar fotografierte, stellte man fest, dass es hier tatsächlich mit der Freiheit nicht weit her ist. Alexander Jürgs war im Park dabei, und eine Meinung zu den sonderbaren Demonstrationen haben wir auch.

          Die Frankfurter Eintracht hat es besser gemacht. Sie hat am Wochenende versucht, sich der neuen Situation vernünftig zu nähern. Das wiederum ist aus unserer Sicht gelungen. Zum ersten Mal seit dem Corona-Lockdowns duften wieder Zuschauer dabei sein, Voraussetzung dafür ist ein strenges Hygienekonzept. Die 6500 Tickets wurden unter Dauerkarteninhabern verlost, hinein kommen nur Fans mit ausgefülltem Gesundheitsfragebogen. Im Stadion herrscht Alkoholverbot und Mundschutz-Pflicht, abgenommen werden darf die Maske nur am Platz. Der wiederrum wird zugewiesen. Die Fans waren trotzdem gekommen, um ihre Eintracht gegen Arminia Bielefeld anzufeuern. Und das Entscheidende ist nicht das Ergebnis. Die Botschaft ist eine andere und wichtiger: Wer gemeinsam aufeinander aufpasst, kann sich Schritt für Schritt Freiheiten in Corona-Zeiten zurückholen. Waldstadion statt Grüneburgpark, kann man da nur sagen.

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          Ein ganz anderes Thema: Wenn vermögende Menschen in einem Betreuungs- oder Pflegeheim untergebracht sind, können sie ihr Geld nicht einfach an die Einrichtung verschenken. Das hat gute Gründe, und es ist zugleich eine Ursache von rechtlichen Auseinandersetzungen, die sich lange hinziehen und Entererbte zermürben können. Tobias Rösmann hat sich solche Fälle angeschaut. Die strenge Rechtslage verfolgt mehrere Ziele. Sinn und Zweck ist es vor allem, den Heimfrieden zu wahren. Mit dem Verbot soll verhindert werden, dass vermögende Bewohner oder deren Angehörige, die Betreiber oder Mitarbeiter per Testament oder Schenkung bedenken, fortan bevorzugt, also besser behandelt werden als Heimbewohner, die das nicht tun können oder wollen. Außerdem soll das Gesetz verhindern, dass Betreiber und Mitarbeiter das in sie gesetzte Vertrauen der Bewohner missbrauchen, indem sie sich hohe Zuwendungen erschleichen. Das Verbot gilt aber nicht immer. Und an der Stelle wird es richtig spannend.

          Und außerdem zeigt sich die SPD-Fraktion im Römer erfreut über den gemeinsamen Beschluss der schwarz-rot-grünen Koalition zur Aufnahme von Flüchtlingen aus dem griechischen Lager Moria; zeigt die neue Tafel auf dem Kurt-Schuhmacher-Platz in Hanau neun Porträtfotos. Vor sieben Monaten sind auf diesem Platz in der Hanauer Weststadt und am Heumarkt in der Innenstadt bei einem rassistisch motivierten Attentat unschuldige Menschen gestorben; hat ein 17 Jahre alter Jugendlicher im Frankfurter Bahnhofsviertel auf einen Obdachlosen eingestochen und ihn schwer verletzt.

          Viele Grüße aus der Redaktion,

          Ihr Carsten Knop

          Wetter

          Ein spätsommerlicher Tag mit viel Sonnenschein und kaum Wolken, dazu angenehme 26 Grad. Nachts klar, nur lokal Nebel. Um 11 Grad.

          Verkehr

          Wegen Brückenbauarbeiten kommt es in der Kennedyallee zwischen Richard-Strauss-Allee und Waidmannstraße von Montag, 21. September, bis Mittwoch, 30. September, jeweils zwischen 9 und 15 Uhr in beiden Richtungen für den Kfz-Verkehr zu Fahrspurreduzierungen.  Fußgänger und Radfahrer teilen sich für die Dauer der Arbeiten den Restgehweg.

          Die Frankenallee wird zwischen Günderrodestraße und Hufnagelstraße von Dienstag, 22. September, bis Mittwoch, 30. September, für den Fahrverkehr voll gesperrt. Fußgänger können die Baustelle passieren. Es wird empfohlen, den gesperrten Bereich über Günderrodestraße, Idsteiner Straße und Hufnagelstraße zu umfahren.

          Geburtstag haben heute

          Ludwig Georg Braun, Aufsichtsratsvorsitzender der B. Braun Melsungen AG, Ehrenpräsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags, früheres Aufsichtsratsmitglied der Frankfurter Allgemeinen Zeitung GmbH (77); Gerhard Kreysa, ehemaliger Geschäftsführer der Dechema, Frankfurt (75); Michael Ronellenfitsch, Hessischer Beauftragter für Datenschutz und Informationsfreiheit (75); Wilhelm Reuscher (FDP), Fraktionsvorsitzender im Kreistag Darmstadt-Dieburg (67); Mathias Müller, Ehrenpräsident der Industrie- und Handelskammer Frankfurt, Honorarkonsul des Sultanats Oman, Träger der Ehrenplakette der Stadt Frankfurt (66); Jörg-Uwe Hahn (FDP), Mitglied des Hessischen Landtags, früherer hessischer Justiz- und Europaminister, ehemaliger Landesvorsitzender seiner Partei (64); Arnold Nipper, Gründungsmitglied und Chefberater Technologie des Frankfurter Internetknotens De-Cix (62); Tobias Gottschalk, Geschäftsführer der Lahn-Dill-Kliniken, Wetzlar (48); Pierre Dominique Prümm, Vorstandsmitglied der Fraport AG, Frankfurt (47).

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