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F.A.Z.-Hauptwache : Trump, Geiger, Hinz

Strafzölle auf deutsche, französische und spanische Weine: Damit trifft Trump auch die Rheingauer Winzer. Bild: Reuters

Trump sorgt für Unmut bei den Rheingauer Winzern, in Eschborn steht die Bürgermeisterwahl an, und die Wilke-Wurst hält Hessen weiter auf Trab. Das, und was sonst noch wichtig ist in Rhein-Main, steht in der F.A.Z.-Hauptwache.

          3 Min.

          Guten Morgen!

          Matthias Alexander

          Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Trump ist in vielen Ländern ziemlich unbeliebt, nicht zuletzt auch in Deutschland. Einen besonderen Grund, auf den amerikanischen Präsidenten sauer zu sein, haben die Winzer im Rheingau. Denn Trump hat dafür gesorgt, dass die Vereinigten Staaten Strafzölle auf deutsche, französische und spanische Weine erheben. Das ist rechtens, nachdem die Welthandelsorganisation festgestellt hat, dass der Flugzeughersteller Airbus von staatlichen Subventionen profitiert hat. Unser Weinexperte Oliver Bock hat sich unter Rheingauer Winzern umgehört. Insbesondere Johannes Leitz sorgt sich um seine Geschäfte in den Staaten. Wilhelm Weil reagiert dagegen gelassener. Er will abwarten, welche Drohgebärden tatsächlich Wirkung entfalten. In der Tat, es ist ja durchaus möglich, dass Trump demnächst in einem Tweet die herausragende Qualität von deutschem Riesling preist, die beinahe an seine eigene Großartigkeit heranreicht.

          Ähnlich umstritten wie Trump, wenn auch auf deutlich kleinerer Bühne, ist Matthias Geiger. Und noch eine Parallele zwischen dem Bürgermeister von Eschborn und dem amerikanischen Präsidenten drängt sich auf: Wenn sie in einen Skandal verstrickt sind, schließt die Anhängerschaft die Reihen umso fester. Geigers Konkurrenten um den Posten des Bürgermeisters haben aus dieser Erfahrung gelernt, im Wahlkampf verzichten sie auf persönliche Polemik gegen den Amtsinhaber und schweigen zu Geigers einstigem Geheimnisverrat. Für die Bürgermeisterwahl am Sonntag ist Geiger so oder so Favorit, analysiert Main-Taunus-Korrespondentin Heike Lattka.

          Auch die hessische Verbraucherschutzministerin ist in einen Skandal verstrickt, die unhaltbaren Zustände beim nordhessischen Wursthersteller Wilke wurden in einem Land mit gewiss nicht kleiner Bürokratie erstaunlich lange geduldet. Im Umweltausschuss des Landtags musste Hinz gestern Rede und Antwort stehen. Sie verfuhr nicht nach der brachialen Methode Trump, sondern folgte den gewundenen Rechtfertigungsbahnen, die sich hierzulande für Politiker, die eigentlich zurücktreten müssten, als erfolgversprechend erwiesen haben: Man gibt anderen die Hauptschuld – in diesem Fall dem Landkreis Waldeck-Frankenberg -  und sieht im eigenen Hause nur ein kleines Versagen einzelner, dessen Wiederholung durch Neuorganisation der Verwaltung unmöglich gemacht werden soll. Das erscheint angesichts des Todes von drei Menschen doch ein bisschen wenig.

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          So beginnt der Tag in Frankfurt und Rhein-Main: das Wichtigste in Kürze, mit Hinweisen auf mobile Blitzer, Straßensperrungen, Gaststätten.

          Und außerdem testet die Bundespolizei intensiv, wie sich Drohnen über dem Frankfurter Flughafen abwehren lassen, müssen sich drei Gynäkologinnen wegen des Tods einer Patientin nach einem Kaiserschnitt vor dem Landgericht Frankfurt rechtfertigen, wird die Netflix-Serie „Skylines“, gegen die der Betreiber eines Musiklabels rechtlich vorgegangen ist, nicht gestoppt.

          Einen angenehmen Tag wünscht Ihnen

          Ihr Matthias Alexander

          Heute in „Leben in Rhein-Main“

          Die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood, die auch hoch für den Literatur-Nobelpreis gehandelt worden war, kommt im Rahmen der Buchmesse nach Frankfurt. Wir stellen diesen und weitere Höhepunkte des Bücherfestes vor.

          Wetter

          Heute geht es mit dichten Wolken und Regen los, dann lockert es bei maximal 18 Grad auf bevor neue Regenwolken durchziehen. In der Nacht bleibt es regnerisch bei etwa 14 Grad.

          Verkehr

          Frankfurt: Im Zuge der Sanierung der Schwanheimer Bahnstraße wird die alte Asphaltdecke abgefräst und durch eine neue ersetzt. Dafür wird die Straße von heute, 17 Uhr an, bis zum Samstag, 18 Uhr, komplett gesperrt. Die Buslinien 62 und n7, die den Stadtteil Schwanheim mit dem Flughafen verbinden, fahren eine Umleitung. Sie verkehren von Schwanheim über das Schwanheimer Ufer und die Autobahn A5 zum Flughafen und zurück. Die Haltestelle Schwanheimer Wald der Linie 62 entfällt, die Haltestelle Unterschweinstiege wird an den gleichnamigen Kreisel, die Haltestelle der Linie 61, verlegt. Auf der n7 entfallen die Haltestellen Mauritiusstraße bis An der Kreuzheck. Durch die Umleitung verlängert sich die Fahrtzeit der Busse um wenige Minuten. Während der Vollsperrung können auch Fußgänger und Radfahrer die Baustelle nicht passieren.

          Geburtstag haben heute

          Helga Krohn, Historikerin, langjährige Kustodin am Jüdischen Museum, Frankfurt (80); Klaus Kirchberger, Vorsitzender der Geschäftsführung der OFB Projektentwicklung GmbH, Frankfurt (62); Ingrid Reichbauer (Die Grünen), von 2002 bis Januar 2019 Fraktionsvorsitzende im Kreistag des Rheingau-Taunus-Kreises (60); Michael Burkhart, Vorstandsvorsitzender der Initiative  Gesundheitswirtschaft Rhein-Main, Frankfurt (51); Sandro Schwarz, Trainer des Fußballvereins 1. FSV Mainz 05 (41).

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