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F.A.Z.-Hauptwache : Supergreen, Demonstratiönchen, Reich-Ranicki

Bisher noch Acker an der Autobahn: Hier soll Frankfurts neuer Stadtteil im Nordwesten der Stadt entstehen. Bild: Wolfgang Eilmes

Frankfurts neuer Stadtteil ist in der Namensgebungsfindung. Und die Anti-Corona-Demonstrationen schrumpfen. Das, und was heute sonst noch wichtig ist in Rhein-Main, steht in der F.A.Z.-Hauptwache.

          2 Min.

          Guten Morgen!

          Manfred Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          Aus Raider wurde Twix, aus Hoechst Sanofi und aus der Josefstadt wird „Supergreen“. Kommen Sie noch mit? Klar, Sie sind ja Rhein-Main-Profi. Es geht um den neuen Stadtteil Frankfurts, der aus diversen seltsamen Gründen nicht dort entstehen darf, wo es sinnvoll wäre, also irgendwo zwischen den vorhandenen Stadtteilen, sondern am äußersten Stadtrand, an der Autobahn, worauf man ja auch erst einmal kommen muss. Nicht das macht ihn aber so umstritten, dass Menschen an einer Autobahn wohnen sollen stört niemanden, sondern die vermeintliche Ungeheuerlichkeit, dass er praktisch vor den Toren Steinbachs entsteht. Das gilt als unfreundlicher Akt der Großstadt gegenüber dem kleinen Nachbarn, warum auch immer. Obwohl die regionalen Gremien den Frankfurter Plänen schon heftig in die Speichen gegriffen haben, wird in Frankfurt einfach weitergeplant. Und dabei haben Stadtplaner auch gleich über neue Namen nachgedacht. So wird das Viertel, das bisher eher anerkennend den Namen des Frankfurter Planungsdezernenten Mike Josef als Arbeitstitel trug, von ihnen nun wahlweise „Supergreen“ oder „Plusstadt“ genannt. Ob durch derlei doofe Bezeichnungen die Zahl der Gegner schrumpft? Kann sein, kann aber auch nicht sein. Unser Stadtplanungs-Fachmann Rainer Schulze gibt jedenfalls in der heutigen Ausgabe der F.A.Z. eine Übersicht über den Planungsstand. Noch bis Mittwoch können sich Bürger an der Entscheidungsfindung über die nächsten Schritte beteiligen.

          Bleiben wir bei den Umbenennungen. Die Demonstrationen derjenigen, denen in der Corona-Krise die ganze Richtung nicht passt, lassen sich zum Beispiel neuerdings gut Demonstratiönchen nennen. Dass am Samstag vor acht Tagen im Rhein-Main-Gebiet mit seiner nach Millionen zählenden Bevölkerung gerade einmal 250 Frauen und Männer am Frankfurter Mainufer zusammenkamen, um ihren ganzen Zorn herauszuschreien, ließ sich noch mit dem schlechten Wetter erklären. Aber am vergangenen Samstag war das Wetter bestens, und es waren trotzdem nicht mehr. Den wenigen Demonstranten wurde dann wieder das Märchen erzählt, die „Mainstream-Medien“ indoktrinierten die Bevölkerung. Welch ein Blödsinn! Jedenfalls hatte das Mainstream-Medium F.A.Z. eine Autorin dorthin entsandt, die heute detailliert über die Veranstaltung und die dort verbreiteten Sichtweisen berichtet.

          Über Regierungen, die wirklich die Bevölkerung indoktrinieren, konnte der 2013 gestorbene Marcel Reich-Ranicki viel erzählen. Er wusste, wie Diktaturen funktionieren. Die schlimmste von allen, den Nationalsozialismus, hatte er überlebt. Heute wäre er 100 Jahre alt geworden, und diese Zeitung, für die er viele Jahre gearbeitet hat, erinnert ausführlich an den großen Literaturkritiker. Er war ein Weltbürger, aber ein Frankfurter Bürger war er auch. Warum ist er eigentlich nie Frankfurter Ehrenbürger geworden? Zu spät. Florian Balke, im Kulturressort der Rhein-Main-Zeitung für Literatur zuständig, erinnert heute an Reich-Ranicki und sein Leben in der Mainmetropole.

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          Und außerdem jährt sich heute die Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke am 2. Juni 2019, unsere Polizeireporterin Katharina Iskandar blickt zurück, ist „Geheime Quellen“ von Donna Leon in den vergangenen Tagen das am meisten verkaufte Buch in der Region gewesen, die Plätze zwei bis zehn der Bestsellerliste stehen heute auch in der Rhein-Main-Zeitung, ist am Samstag eine Frau mit ihrem Auto in ein Café im Frankfurter Nordend gefahren, womöglich weil sie Gaspedal und Bremse verwechselt hat, es gab drei Verletzte.

          Einen angenehmen Wochenbeginn wünscht Ihnen

          Ihr Manfred Köhler

          Wetter

          Heute gibt es wieder viel Sonnenschein und nur wenige Wolken. Die Höchsttemperaturen erreichen hochsommerliche 29 Grad.

          Geburtstag haben heute Friedrich von Heusinger, Leiter der hessischen Landesvertretung bei der Europäischen Union, Brüssel (62); Heiko Scholz (AfD), Mitglied des Hessischen Landtags, Eppstein (58); Guido Rahn (CDU), Bürgermeister der Stadt Karben (57); Martin Burlon (parteilos), Bürgermeister der Stadt Dreieich (45); Angela Dorn (Die Grünen), hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst (38).

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