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F.A.Z.-Hauptwache : Recherche, Rückkehrer, Radler

Unter Beobachtung: Die Polizei zeigt nach den Krawallen am Frankfurter Opernplatz starke Präsenz. Bild: Maximilian von Lachner

Auf dem Frankfurter Opernplatz ist es zwei Wochen nach den Ausschreitungen ruhig geblieben. Dafür steigt die Zahl der Corona-Infizierten in Offenbach. Das – und was sonst noch wichtig ist – in Rhein-Main, steht in der F.A.Z.-Hauptwache.

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          Guten Morgen!
          Wir waren am Wochenende nicht die einzigen, die es zur Alten Oper gezogen hat. Wir wollten uns ein eigenes Bild davon zu machen, wie sich Feiern unter Polizeiaufsicht anfühlt. Kurz gesagt: geht so. Aber zumindest hatten wir die beste Ausrede, wieso wir uns von 21 Uhr an auf den Treppen niederlassen und das Treiben beobachtet haben: Recherchezwecke. Zwei Wochen nach den Ausschreitungen am Opernplatz ist es am Freitag und Samstag rund um den beliebten Treffpunkt ruhig geblieben. Zeitweise konnte das Gefühl aufkommen, dass mehr Einsatzkräfte der Polizei vor Ort waren als Feierwillige. Nur, weil das Wochenende so ruhig verlaufen sei, bedeute das nicht automatisch, dass die Polizei ihre Präsenz in der Innenstadt reduzieren werde. Auch in den nächsten Wochen sei geplant, vermehrt Personenkontrollen durchzuführen, sagte ein Sprecher der Polizei in der Nacht zu Sonntag. Bis zu 3000 Personen sollen sich noch vor zwei Wochen abends auf dem Platz zum gemeinsamen Feiern getroffen haben. Das hat für Kritik gesorgt – und zwar schon vor den gewaltvollen Auseinandersetzungen.  Unter anderem, weil geltende Corona-Regeln nicht eingehalten wurden. Abstand? Fehlanzeige.

          Marie Lisa Kehler

          Stellvertretende Ressortleiterin des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Die neuesten Corona-Fallzahlen, die das Sozialministerium am Sonntagnachmittag veröffentlicht hat, lassen ahnen, dass die Diskussion über Abstandsregeln und Mund-Nasen-Bedeckung uns noch eine ganze Weile beschäftigen werden. So wurden hessenweit am Wochenende fast 90 neue Fälle bekannt. Zum Vergleich: noch zum Beginn der Sommerferien lagen die Zahlen zeitweise bei weit unter 20 Fällen. Allein 36 Menschen haben sich in Offenbach in den vergangenen sieben Tagen mit dem Virus infiziert. In der Stadt ist somit die nächste Schwelle im Eskalationskonzept des Landes erreicht worden. Diese liegt bei 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Sollte Offenbach sogar die Schwelle von 50 überschreiten, könnte die erneute umfangreichere Schließung von öffentlichen Einrichtungen und Betrieben folgen. Der Krisenstab will sich heute beraten. Bei den Neuinfizierten handelt  es sich überwiegend um Reiserückkehrer – einige von ihnen sollen nach Angaben eines Sprechers der Stadt an einer Busreise in die Niederlande teilgenommen haben. Offenbach hat schon am Wochenende erste Konsequenzen aus den steigenden Fallzahlen gezogen. So soll die Maskenpflicht wieder verschärft werden. In der Gastronomie muss beim Eintreten und auf dem Weg zur Toilette wieder ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Und auch die Gästelisten in Bars und Restaurants sollen künftig strenger seitens der Stadt kontrolliert werden. Die Zeiten, in denen „Herr Mickey Maus“ und „Frau Daisy“, erreichbar unter der Telefonnummer 1234567, gemeinsam speisten, dürften somit Geschichte sein. Denn es liegt nicht nur im Interesse der Restaurantbesitzer, dass die Listen ordentlich geführt werden. Darüber  schreibt unser Autor Jochen Remmert.

          Noch etwas, was die Corona-Zeit mit sich bringt. Eine neue Form des Denkens. Es gibt die Zeit „vor“ Corona und die „mit“ Corona. Eine Zeit „nach“ Corona gibt es noch nicht. Aber die Zeit „mit“ Corona wollen wir uns seitens der Redaktion ein bisschen genauer ansehen. Welche Probleme sind in den vergangenen Monaten ans Tageslicht gekommen, welche Lösungen wurden schon gefunden. Gibt es, trotz aller Einschränkungen, auch positive Effekte, die sich abzeichnen? Wir meinen: ja, die gibt es. Man muss nur suchen. Carsten Knop hat das getan und sich eine interessante Entwicklung einmal genauer angesehen. Viele Menschen sind seit der Coronazeit auf das Rad umgestiegen. Er erklärt, wieso sie das getan haben, welche Auswirkungen das auf die Verkehrsplanung haben könnte. Auch die übrigen Mitglieder der Redaktion haben sich auf die Suche gemacht, um in den nächsten Wochen über Corona-Lerneffekte zu schreiben.

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          Und außerdem zeigen wir Ihnen wie Frankfurt von oben aussieht, erklären wir, wieso Corona unser Verhältnis zu Bargeld beeinflusst hat, gilt die Sommersaison der Kammeroper als eröffnet.

          Kommen Sie gut durch die neue Woche.

          Ihre Marie Lisa Kehler

          Wetter

          Heute scheint zuerst noch die Sonne, dann ziehen Wolken mit etwas Regen auf. Höchstwerte um 23 Grad. Nachts bewölkt.

          Geburtstag haben heute Harald Quensen, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Lebenshilfe Wiesbaden, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Frankfurter Sparkasse (78); Wilhelm Bender, Vorstandsvorsitzender der Wirtschaftsinitiative Frankfurt/Rhein-Main, früherer Vorstandsvorsitzender der Fraport AG, Träger der Ehrenplakette der Stadt Frankfurt (76); Ulrich Schneider, ehemaliger Direktor des Museums für Angewandte Kunst, Frankfurt (70); Thomas Hain, Leitender Geschäftsführer der Nassauischen Heimstätte, Frankfurt (61); Petra Hedorfer, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Zentrale für Tourismus, Frankfurt (55); Robert Theobald, Vorsitzender des Fördervereins Deutsches Apfelweinmuseum, Betreiber des Traditionslokals "Zur Buchscheer", Frankfurt (54); Gesa Krause, Leichtathletin, Europameisterin und deutsche Meisterin über 3000 Meter Hindernis, Frankfurter Sportlerin des Jahres 2019 (28).

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