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F.A.Z.-Hauptwache : Performance, Lagegunst, Unterstellungen

45 Prozent Zuwachs: Ein Tarif für Angestellte der Chemieindustrie beflügelt den Kurs der Deutschen Familienversicherung. Bild: Jana Mai

Warum geht der Kurs der Aktie der Deutschen Familienversicherung durch die Decke? Wohin fließt der kommunale Finanzausgleich? Welche Maßnahmen ergreift die Awo? Das und was sonst noch wichtig ist in Rhein-Main, steht in der F.A.Z.-Hauptwache.

          3 Min.

          Guten Morgen!

          Matthias Alexander

          Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Manchmal muss man einfach Glück haben: Der Kurs der Aktie der Deutschen Familienversicherung ist in den vergangenen Tagen geradezu durch die Decke gegangen, nachdem er in den Monaten zuvor eine eher mäßige Performance vorzuweisen hatte. Wirtschaftsredakteur Thorsten Winter weiß, woran das liegt: In der Chemieindustrie haben sich die Gewerkschaft und der Arbeitgeberverband auf einen innovativen Tarifabschluss geeinigt, wonach Tarifarbeitnehmer über eine Pflegezusatzversicherung, die durch die Arbeitgeber finanziert wird, besser abgesichert werden. Und die Familienversicherung konnte mitteilen, Teil des Konsortiums für diese Versicherung zu sein. Wer vorher schon Aktien des Unternehmens hatte, konnte sich über einen Kursanstieg von 45 Prozent freuen. Ob Hoffnung besteht, dass es noch weiter nach oben geht, lesen Sie in der Rhein-Main-Zeitung.

          Leistung soll sich lohnen, heißt es so schön. Die Bürgermeister etlicher Kommunen im Rhein-Main-Gebiet können diesen Spruch nur als Hohn verstehen. Wenn sie gut wirtschaften und die ortsansässigen Unternehmen das Ihre zu einem prall gefüllten Stadtsäckel beitragen, dann ist der hessische Finanzminister nicht weit, um die Geldflüsse mit immer neuen Instrumenten umzulenken. Davon profitieren dann auch die finanzschwachen Kommunen im Lande. Sicher, es ist die eine oder andere mittelhessische Stadt dabei, die keine Chance hat, erfolgreiche Unternehmen anzusiedeln. Aber das Geld des kommunalen Finanzausgleichs fließt zum Beispiel auch nach Kelkheim, das trotz aller Lagegunst einfach nicht den Hintern hochbekommt. Gerecht? Nein, ruft man in Eschborn und Schwalbach.

          In der geschlossenen Awo-Welt in Frankfurt und Wiesbaden sind dann doch erste Auflösungstendenzen zu erkennen. Wochenlang taten die Oberen des Sozialverbands so, als wären die in den Medien laut gewordenen Vorwürfe nur böse Unterstellungen. Um dann einen nach dem anderen Kritikpunkt dadurch zu bestätigen, dass Besserung gelobt und Reformen beschlossen wurden. Die überhöhten Gehälter der Bosse sollen überprüft werden, und die protzigen Dienstwagen könnten vielleicht doch eine klitzekleine Nummer bescheidener ausfallen. Jetzt soll auch die umstrittene Zusammenarbeit zwischen den Kreisverbänden Wiesbaden und Frankfurt, die vor kurzem noch als effizienzfördernd galt, „entflochten“ werden. In Wiesbaden werden außerdem zwei führende Mitglieder ihre Ämter ruhen lassen, nämlich Jürgen und Gereon Richter. Richtig, es handelt sich um Vater und Sohn. Mehr sagen wir dazu nicht.

          Und außerdem: ist die Stimmung in der hessischen Metall- und Elektroindustrie laut dem Institut der deutschen Wirtschaft im freien Fall; möchte die schwarz-rot-grüne Römer-Koalition in Frankfurt den Flohmarkt möglichst bald ans nördliche Mainufer verlagern; will die Flugsicherung auf dem Frankfurter Flughafen das Landen auf drei Pisten bei Westbetrieb testen.

          Einen angenehmen Tag wünscht Ihnen

          Ihr Matthias Alexander

          Der Tipp zum Wochenende

          Wie wäre es einmal mit einem Abstecher nach Darmstadt – zum Beispiel ins „Obendrüber“, dem Dachgarten-Restaurant des Modehauses Henschel, das einen schönen Blick über die Stadt und eine empfehlenswerte Crossover-Küche bietet. Tagsüber erreichen Gäste das Lokal durch das Kaufhaus, nach dessen Geschäftsschluss über einen separaten Eingang.

          Der Innenraum ist rundum verglast und hat eine offene Showküche. Dort werden von Küchenchef Gil Delaveaux Gerichte in einem sommerlich-kalifornisch angehauchten Stil mit kräftigen Aromen und der Kombination würziger und fruchtiger Noten serviert.

          „Obendrüber“, Marktplatz 2, Darmstadt, Telefon 0 61 51/99 81 77, Internet www.henschel-darmstadt.de. Geöffnet montags bis donnerstags von 10 bis 23 Uhr, freitags und samstags bis 1 Uhr.

          Wetter

          Heute ist es anfangs neblig-trüb, dann ziehen auch schon bald Wolken von Nordwesten her auf und gegen Abend fällt Regen bei etwa 3 Grad. In der Nacht wird es mit Regen immer milder. 8 Grad.

          Verkehr
          Frankfurt: Wegen Gleisstopfarbeiten rund um die Stationen Heddernheim und Weißer Stein fahren die U-Bahnen der Linien U1, U2, U3, U8 und U9 von Sonntag gegen 19 Uhr bis zum Montag, circa 2.30 Uhr, nicht wie gewohnt. Die Linie U1 verkehrt im 10-Minuten-Takt zwischen Südbahnhof und Hügelstraße. Zwischen Hügelstraße und Heddernheimer Landstraße ist ein Schienenersatzverkehr mit Bussen im Einsatz. Die Linie U3 fährt von Oberursel kommend bis zur Station Wiesenau auf dem regulären Linienweg und von dort über die Heddernheimer Landstraße, wo der Umstieg in die Busse möglich ist, nach Ginnheim und zurück. Die Linie U9 wird über ihre reguläre Endstation Nieder-Eschbach hinaus bis nach Bad Homburg verlängert, außerdem fährt sie in dieser Nacht länger. Die Linien U2 und U8 fahren im angegebenen Zeitraum nicht.

          Geburtstag haben

          heute

          Harald Heckmann, Musikwissenschaftler, ehemaliger Vorstand des Deutschen Rundfunkarchivs, Frankfurt (95); Lutz Schenkel, Geschäftsführer der Spielbank in Bad Homburg (58);

          am Samstag

          Gerhard Brey, emeritierter Professor für Petrologie und Geochemie an der Goethe-Universität  Frankfurt, als Namensgeber des Minerals Breyit geehrt (72); Edita Koch, Herausgeberin der Zeitschrift "Exil", Frankfurt (65); Helmut Gold, Direktor des Museums für Kommunikation, Kurator der Museumsstiftung Post und Telekommunikation, Frankfurt (61); Thomas Jühe (SPD), Bürgermeister der Stadt Raunheim, Vorsitzender der Frankfurter Fluglärmkommission (56); Maja Wolff, als Anton Le Goff bekannte Schauspielerin und Kabarettistin, Vorsitzende des Kulturvereins Art-Q, Frankfurt (55); Tabea Rößner (Die Grünen), Mitglied des Deutschen Bundestags, Mainz (53); Florian Pfeffel, Präsident der Bad Homburger Accadis-Hochschule (48);

          und am Sonntag

          Christiane Schmahl (Die Grünen), Erste Kreisbeigeordnete im Landkreis Gießen (59); Astrid Schulte, Mitglied im Vorstand der Heraeus Bildungsstiftung, Hanau, von 2013 bis Juli 2019 Geschäftsführerin der Stiftung (54); Nick Pfefferkorn, Geschäftsführender Gesellschafter des Musikverlags Breitkopf & Härtel KG, Wiesbaden (43).

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