https://www.faz.net/-gzg-9vmph

F.A.Z.-Hauptwache : Knöllchen, Casino, Klima

  • -Aktualisiert am

Knöllchen: Strafzettel dürfen nicht von privaten Dienstleistern ausgestellt werden. Bild: Rainer Wohlfahrt

Ein Gericht hat entschieden: Falschparker in Frankfurt haben Glück im Unglück. Die Wiesbadener Stadtpolitik ist so schräg, dass eine Tragikomödie daraus gemacht wurde. Das und was sonst noch wichtig ist in Rhein-Main, steht in der F.A.Z.-Hauptwache.

          1 Min.

          Guten Morgen!

          Knöllchen nie wegwerfen! Nicht wegen des blöden Witzes, wer zehn Strafzettel habe, könne sie bei der Polizei gegen ein Fahrrad eintauschen. Nein, in Frankfurt gibt es jetzt theoretisch Geld zurück, aber nur gegen Vorlage des Strafzettels. Das Oberlandesgericht hat nämlich seit Mitte 2017 wegen Falschparkens ausgesprochene Ordnungsgelder für ungültig erklärt. Die Stadt hatte einen privaten Dienstleister eingesetzt, und das geht nicht, fand das Gericht. Das Recht, Ordnungswidrigkeiten zu ahnden, sei ausschließlich dem Staat zugewiesen. Katharina Iskandar und Hans Riebsamen berichten heute in der Rhein-Main-Zeitung, warum Falschparker ihr Geld wahrscheinlich trotzdem nicht wiedersehen.

          Die Idee hatte durchaus etwas, aus den Schiebereien in der Wiesbadener Stadtpolitik eine Tragikomödie zu machen und das Stück mit dem Titel „Casino“ auf die Bühne des Staatstheaters zu bringen. Es hätte aber mehr knallen dürfen, findet unsere Rezensentin Eva-Maria Magel – zu viele plakative, nur mäßig lustige Szenen hat sie gesehen, zu viele schiefe und bemüht geistreiche Sätze gehört.

          Ist das Kunst oder ist das Klima? Das werden Sie sich heute beim ersten Blick auf die dritte Seite der Rhein-Main-Zeitung fragen. Es ist beides. Peter Badenhop und unser Grafik-Kollege Stefan Walter haben nämlich die Durchschnittstemperaturen in Frankfurt Monat für Monat analysiert, und das seit 1936. Text und Grafik lassen nur einen Schluss zu: Es wird ständig wärmer, und die langjährigen Mittelwerte werden mittlerweile in fast jedem Monat überschritten. Und so anschaulich, wie das dargestellt wird, ist es große Kunst.

          Und außerdem wird der Bau einer Straßenbahnlinie zwischen Frankfurt und Bad Vilbel geprüft, die Steigung am Schöllberg würde sie locker bewältigen; will der Werkzeughersteller Walter AG den Standort Frankfurt mit 200 Arbeitsplätzen aufgeben; hat das Bistum Fulda hat einen Priester aus dem Main-Kinzig-Kreis wegen Kinderpornographie-Verdachts von allen Ämtern suspendiert.

          Einen angenehmen Tag wünscht Ihnen

          Ihr Werner D‘Inka

          Wetter

          Zunächst Nebel und Hochnebel, gegen Mittag gesellt sich etwas Sonnenschein hinzu. Bis maximal 2 Grad. Nachts wieder Nebel. Die Temperatur sinkt auf minus 5 Grad.

          Geburtstag hat heute Rolf Dieter Beinhoff, Ehrenpräsident des Hessischen Turnverbands, Frankfurt (80).

          Weitere Themen

          „Empört Euch !? – Arm im Wohlfahrtsstaat“ Video-Seite öffnen

          Ökumenischer Kirchentag : „Empört Euch !? – Arm im Wohlfahrtsstaat“

          Die Deutschen leben in einem reichen Land, das Milliarden Euro mobilisieren kann, um die Auswirkungen der Corona-Pandemie zu bekämpfen. Und dennoch sind viele Menschen arm. Ein Gespräch zwischen Georg Cremer, ehemaliger Generalsekretär der Caritas, und Joachim Rock, Abteilungsleiter im Paritätischen Gesamtverband. Aus der Gesprächsreihe „Schaut hin- zum Ökumenischen Kirchentag 2021“.

          Arzneiwirkstoffe für Europa sichern

          Sanofi will Fabriken bündeln : Arzneiwirkstoffe für Europa sichern

          In diesen Tagen mangelt es hierzulande nicht nur an einem Allerwelts-Schmerzmittel. Nun will der Pharmakonzern Sanofi etwas gegen die Abhängigkeit Europas von Asien tun. Sein Werk Höchst spielt dabei eine wichtige Rolle.

          Topmeldungen

           Mehr als 200.000 Gastarbeiter der Millionärsmetropole, tätig allein nur im Baugewerbe, leben in Massenunterkünften, den Dormitories.

          Singapur : Eingeschlossen im Containerdorf

          Der rigide Stadtstaat Singapur hatte sich in der Corona-Krise bisher eigentlich bewährt. Nun aber steht er vor einer Herausforderung: 24000 Gastarbeiter sind wegen Ansteckungsgefahr isoliert.
          Ist das erlaubt? Ein Mann und eine Frau auf einer Bank im bayerischen Staffelberg.

          Corona-Regeln : Kleinkrieg um die Parkbank

          Was ist erlaubt in Zeiten des Kontaktverbots? In Sachsen müssen Richter klären, wie weit das Lebensumfeld eines Menschen reicht. Und in Bayern wird diskutiert, ob man sich noch mit einem Buch auf die Bank setzen darf.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.