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F.A.Z.-Hauptwache : Hoffnung, Optimismus, bessere Luft

Ohne Corona: So sah der Verkehr oft vor dem Ausbruch des Virus aus. Bild: dpa

Die Zuwachsrate der Corona-Infizierten hat sich in Deutschland fast halbiert. Optimistischere Stimmung macht sich breit. Das und was sonst noch wichtig ist in Rhein-Main, steht in der F.A.Z.-Hauptwache.

          3 Min.

          Guten Morgen!

          Manfred Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          Vielleicht ist Licht am Ende des Tunnels zu erkennen, ganz schemenhaft nur und ganz weit weg, aber immerhin: Wissenschaftler der Universität Mainz haben mit Kollegen aus Regensburg mit einer neuen Berechnungsmethode ermittelt, dass die Zuwachsrate der Corona-Infizierten in Deutschland nicht mehr 27 Prozent am Tag beträgt wie noch in der vergangenen Woche, sondern nur noch 14 Prozent. Wissenschaftler der Universitätskliniken Gießen und Marburg wiederum haben aus handelsüblichen Materialien, die man im Baumarkt bekommt – wie gut, dass die noch geöffnet sind – eine einfache Beatmungsmaschine gebastelt, solche Geräte sind ja Mangelware. Unser Hochschulbeauftragter Sascha Zoske lobt in seinem Kommentar heute in der Rhein-Main-Zeitung derlei Pfiffigkeit – und mahnt an, nach der Krise solle doch bitte niemand in der Landesregierung auf die Idee kommen, bei den wichtigen Mitteln für die Forschung zu kürzen.

          Zu den etwas optimistischeren Stimmung, die sich hoffentlich nicht nur vorübergehend breit macht, passt auch, was der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Die Grünen) zur Lage sagt. Im Interview mit der Rhein-Main-Zeitung redet er nichts schön, aber er hält auch fest: „Dem raschen Abstieg der Wirtschaft kann ein schneller Aufstieg folgen.“ Schließlich habe Hessen auch die Folgen der Finanzkrise mit dem Rezessionsjahr 2009 rasch überwunden.

          Zu lange darf die Krise wirklich nicht dauern. Die Leute bekommen sonst nach und nach einen Lagerkoller, und das kann schlimme Folgen haben. In Raunheim, wo sie eigentlich so glücklich in den Tag hineinleben sollten wie lange nicht, weil sie niemals wieder so wenig von Fluglärm geplagt sein werden, haben sich im Rewe drei Männer in die Haare bekommen, weil einer meinte, die beiden anderen rückten ihm an der Kasse zu nahe auf die Pelle. Am Schluss musste ein Arzt kommen. Das darf nicht Schule machen, schon deshalb, weil Ärzte im Moment wirklich anderes zu tun haben.

          Und außerdem wird die Luft dank der Vollbremsung der Wirtschaft besser, aber nicht so sehr, wie man glaubt, die Zusammenhänge sind kompliziert und werden heute von unserer Umweltexpertin Mechthild Harting im Blatt erläutert, befasst sich unsere Mitarbeiterin Katinka Fischer auf der Kulturseite heute damit, wie Künstler der Region auf Corona reagieren, haben die Frankfurter Stadtverordneten gestern Abend in Notbesetzung einen Doppelhaushalt für 2020 und 2021 beschlossen, doch weiß längst jeder, dass die Corona-Krise dem Kämmerer einen Strich durch die Rechnung machen wird.

          Einen Tag mit lauter Licht am Ende des Tunnels wünscht Ihnen

          Ihr Manfred Köhler

          Der Tipp zum Wochenende

          Neu ist „Ausgerechnet Buxtehude“ nicht, aber gerade jetzt kann das Spiel Reisen ersetzen. Landeskunde gepaart mit Vorstellungsvermögen ist der Schlüssel zum Erfolg. Es geht darum, deutsche Städte geographisch zueinander in Beziehung zu setzen. Dass Darmstadt südlich von Frankfurt liegt: geschenkt – aber liegt Rostock westlich oder östlich von Stuttgart? Die Sache wird zusätzlich reizvoll dadurch, dass die Mitspieler eine Festlegung anzweifeln können. „Ausgerechnet Buxtehude“ eignet sich für zwei bis sechs Spieler, die mindestens zehn Jahre alt sein sollten. Leider ist das Spiel vergriffen, gute gebrauchte Exemplare gab es dieser Tage bei Ebay von 15 Euro an. Und wer bei der Frage, ob Mülheim nördlich oder südlich von Essen liegt, nur müde lächelt, für den gibt es die Europa-Variante „Ausgerechnet Uppsala“.

          Wetter

          Heute ziehen neben viel Sonnenschein auch gelegentlich lockere Wolkenfelder durch. Regen ist dabei kein Thema, aber die Luft wird mit bis zu 17 Grad deutlich milder. Nacht klar, 4 Grad.

          Geburtstag haben

          heute

          Otmar Issing, Präsident des Center for Financial Studies an der Goethe-Universität Frankfurt, ehemaliges Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank, Frankfurt (84); Wilfried Fiebig, Gründer und Leiter des Ensembles 9. November, Frankfurt (80); Hermann Zemlin, Geschäftsführer der Eswe Verkehrsgesellschaft mbH, Wiesbaden (79); Claus Leggewie, Inhaber der Ludwig-Börne-Professur an der Justus-Liebig-Universität Gießen (70); Truda Ann Smith, Direktorin der Volkshochschule Frankfurt (59); Jörg Sauer (SPD), Erster Kreisbeigeordneter von Limburg-Weilburg (57); Erik Biegel, Künstlerischer Leiter und Regisseur der Opernakademie Bad Orb (51); Carsten Müller (SPD), hauptamtlicher Kreisbeigeordneter im Kreis Offenbach (48);

          am Samstag

          Jürgen Kessing, Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbands, Darmstadt (63);

          am Sonntag

          Heinz Christian Bär, Ehrenpräsident des Hessischen Bauernverbands, Friedrichsdorf (80); Werner Schaefer, Leiter des Olympiastützpunktes Hessen, Frankfurt (66); Alan Timothy Pearson, Geschäftsführer der Resopal GmbH, Groß-Umstadt (51); Andreas Lukic, Vorsitzender der Investorenvereinigung Business Angels Frankfurt/Rhein-Main (50); Mathias Wagner (Die Grünen), Fraktionsvorsitzender im Hessischen Landtag, Wiesbaden (46).

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