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F.A.Z.-Hauptwache : Hessens Wirtschaftsleistung sinkt um sechs Prozent

Opfer der Corona-Krise: der Hessische Hof in Frankfurt Bild: dpa

Die Gäste des Hessischen Hofs sind in Trauer. Das Bruttoinlandsprodukt in Hessen ist gesunken. Das, und was heute sonst noch wichtig ist in Rhein-Main, steht in der F.A.Z.-Hauptwache.

          3 Min.

          Guten Morgen!
          Die gehobenen Kreise in Frankfurt sind in Trauer. Von einer Tragödie spricht der Verleger Joachim Unseld, von der „angenehmsten Atmosphäre“, mit der es nun ein Ende habe, schwärmt Messechef Wolfgang Marzin, „es schmerzt“, sagt Prinz Asfa-Wossen Asserate. Sie alle waren gern im Hessischen Hof zu Gast, der nun jedoch schließen wird, das Corona-Virus hat das Hotel mit seinem Restaurant und seiner legendären Bar dahingerafft. Die Rhein-Main-Zeitung widmet sich dem Ende einer Frankfurter Institution heute in einem Kommentar unserer Gastronomie-Fachfrau Jacqueline Vogt und auf einer Sonderseite, an der ganz viele Kollegen mitgeschrieben haben.

          Manfred Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          Die Wirtschaftsredaktion liefert unterdessen das Zahlenwerk zur schlechten Hotel-Nachricht. Um 6,1 Prozent ist das Bruttoinlandsprodukt in Hessen im ersten Halbjahr gesunken. So etwas gab es lange nicht, eigentlich gab es überhaupt seit einem Jahrzehnt nur einen einzigen, langen Aufschwung. Immerhin: Die Wirtschaftsleistung in ganz Deutschland ging sogar noch stärker zurück, um 6,6 Prozent. Das tröstet diejenigen, die bei Fraport, der Lufthansa oder Continental um ihre Arbeitsplätze fürchten, nicht ein bisschen. Und die Beschäftigten des Hessischen Hofs auch nicht.

          Die Beschäftigten des Bundes und der Kommunen wiederum haben immerhin einen sicheren Arbeitsplatz. Sie haben gestern trotzdem in Frankfurt einen Warnstreik organisiert und demonstriert, in diesem Fall für mehr Geld. 4,8 Prozent fordert die Gewerkschaft Verdi für den öffentlichen Dienst. Keine schlechte Idee, als erstes die Mitarbeiter von Krankenhäusern zum Warnstreik aufzufordern, die zuletzt viele Sympathie-Punkte eingeheimst haben. Die Vertreter der Arbeitgeber können andererseits darauf hinweisen, dass die Kassen leer sind. Prognose: Dieser Tarifkonflikt zieht sich noch hin.

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          So beginnt der Tag in Frankfurt und Rhein-Main: das Wichtigste in Kürze, mit Hinweisen auf mobile Blitzer, Straßensperrungen, Gaststätten.

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          Und außerdem ist wegen Mordes an einem vierjährigen Jungen die Anführerin einer Sekte in Hanau zu lebenslanger Haft verurteilt worden; liefert unser Landtagskorrespondent Ewald Hetrodt heute eine Analyse zur Lage der hessischen CDU und ihres Vorsitzenden Volker Bouffier vor ihrem Parteitag am Wochenende in Willingen; zeigt der Frankfurter Kunstverein Jeremy Shaw, und dafür wird ein gewaltiger technischer Aufwand betrieben, wie auf unserer Kulturseite nachzulesen ist.

          Einen angenehmen Tag wünscht Ihnen

          Ihr Manfred Köhler

          Der Tipp zum Wochenende

          Unser Weindurst ist in diesem schönen Weingarten noch größer geworden, seit das Mittelheimer Weingut Corvers-Kauter den größten Teil der Weinberge des Weinguts Langwerth von Simmern übernommen hat und mit mehr als 30 Hektar Rebfläche in den Kreis der großen Familienbetriebe aufgestiegen ist. Die Rieslinge aus renommierten Lagen wie Baiken und Nussbrunnen sind vorzüglich. Und sie sind hervorragende Begleiter zur Küche von Patronin Brigitte Corvers, die der Slow-Food-Philosophie zugetan ist und vorwiegend saisonale und regionale Leckerbissen auftischt.

          Weingut Corvers-Kauter, Rheingaustraße 129, Mittelheim, Telefon 06723/2614,  Internet www.corvers-kauter.de.

          Wetter

          Bedeckter Himmel, gelegentlich fällt etwas Regen. Maximal 17 Grad. In der Nacht weiterhin bedeckt, Tiefstwert bei 8 Grad.

          Geburtstag haben

          heute

          Markus Thurn, Geschäftsführender Gesellschafter der Baustoffhandelsgruppe Köbig, Mainz (56);

          am Samstag

          Rolf Töpperwien, in Wiesbaden lebender Sportreporter (70); Nikolaus Graf von Plettenberg, Vorstand der Sektmanufaktur Schloss Vaux, Eltville (68); Theophil Graband, von 2011 bis Dezember 2019 Vorstandsvorsitzender der VR Smart Finanz AG, Eschborn (66); Philippe Oddo, Geschäftsführender Gesellschafter und Vorstandsvorsitzender der Bankengruppe Oddo BHF, Frankfurt (61); Matthias Wagner K, Direktor des Frankfurter Museums Angewandte Kunst, Honorarprofessor an der Hochschule für Gestaltung, Offenbach (59); Kai Maaz, Geschäftsführender Direktor des DIPF - Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, Frankfurt (48); Axel Tausendpfund, Vorstand des Verbands der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft, Frankfurt (46); Rouven Kötter (SPD), Erster Beigeordneter des Regionalverbands Frankfurt/Rhein-Main (41);

          am Sonntag

          Reinhard Ernst, in Wiesbaden lebender Unternehmer und Mäzen (75); Annette Kulenkampff, Geschäftsführerin des Deutschen Instituts für Stadtbaukunst in Frankfurt (63); Rainer Klump, Direktor des Center for Financial Studies an der Goethe-Universität Frankfurt (62); Jörg Müller, Geschäftsführer der Frankfurter PR- und Eventagentur Metropress, Organisationschef des Deutschen Sportpresseballs (51).

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