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F.A.Z.-Hauptwache : Hass, Aufregung, Ächtung

Nach einem Anschlag auf eine Synagoge in Halle werden auch die Sicherheitsmaßnahmen um die Synagoge im Frankfurter Westend verschärft. Bild: Helmut Fricke

Rund um Frankfurter Synagogen werden die Sicherheitsmaßnahmen verschärft. Eher zäh geht es hingegen bei der Umsetzung des Frankfurter Baulandbeschlusses zu. Das und was sonst noch wichtig ist in Rhein-Main, lesen Sie in der F.A.Z-Hauptwache.

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          Guten Morgen!

          Nach dem Anschlag auf eine Synagoge in Halle hat die Polizei auch in Frankfurt die Sicherheitsvorkehrungen an jüdischen Einrichtungen verschärft. Das ist nötig, denn der Judenhass hat viele Gesichter. Er reicht von Alt- und Neonazis über linke Israelboykotteure bis zu eingewanderten Muslimen, die schon als Kinder zu Judenfeinden erzogen wurden. „Selbst bürgerliche Zeitgenossen aus der Mitte der Gesellschaft sind zuweilen vom Virus des Antisemitismus infiziert“, schreibt Hans Riebsamen heute in seinem Kommentar in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Steigerung des Spruches „Bevor isch misch uffreesch, isses mir lieber egal“ lautet: „Bevor isch waaß, worum‘s geht, reesch isch misch lieber uff!“. So verhält es sich mit dem geplanten Frankfurter Baulandbeschluss. Er soll private Bauherren verpflichten, mehr günstigen Wohnraum zu schaffen und  öffentliche Folgekosten ihrer Projekte mitzufinanzieren. Kommentare von Bauherren: „Dann lassen wir das Grundstück halt liegen“ oder „Dann machen wir halt künftig einen Bogen um Frankfurt“. Doch was steht in dem Beschluss eigentlich drin? Erst Rainer Schulzes Beitrag heute in der Rhein-Main-Zeitung lesen, dann halb wieder abreesche.

          Die 200 Mitarbeiter der Wurstfabrik Wilke in Twistetal sitzen in der Tinte. Gekündigt sind sie nicht, aber arbeiten können sie auch nicht, denn der Betrieb ist geschlossen. Viele warten noch auf ihr September-Gehalt, schon der August-Lohn war nur auf massiven Druck des Betriebsrates gezahlt worden. Dazu kommt das Gefühl, öffentlich geächtet zu sein. Marie Lisa Kehler berichtet aus Twistetal.

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          So beginnt der Tag in Frankfurt und Rhein-Main: das Wichtigste in Kürze, mit Hinweisen auf mobile Blitzer, Straßensperrungen, Gaststätten.

          Und außerdem ist die Giraffe Monique im Frankfurter Zoo eingeschläfert worden, sie hatte unter starken Gelenkentzündungen in den Vorderbeinen gelitten, hat sich zum zweiten Mal ein Drohanruf beim Hanauer Justizzentrum als Täuschung herausgestellt, schließt das Frankfurter Spezialgeschäft Landkarten Schwarz, damit enden 116 Jahre Firmengeschichte.

          Einen sorgenfreien Tag wünscht Ihnen

          Ihr Werner D‘Inka

          Heute in „Leben in Rhein-Main“

          Nicht nur auf der Buchmesse ist Norwegen Frankfurter Ehrengast. Auch das Museum Angewandte Kunst macht Platz für den Besuch der Gäste aus dem Norden und präsentiert im ganzen Haus Positionen aus Kunst, Kunsthandwerk, Design und Architektur. Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf der Kultur der Samen, und als besondere Attraktion werden die bisher weithin unbekannten Schrift-Bilder von Edvard Munch gezeigt. Außerdem: norwegisches Theater im Schauspiel, norwegische Fotokunst im Fotografie Forum – und etwas ganz anderes: die größte Schreibwerkstatt der Welt.

          Wetter

          Zunächst noch etwas Regen, später lockert es auf, bei etwa 15 Grad bleibt es dann meist trocken. In der Nacht ziehen einige Wolkenfelder durch, um 10 Grad.

          Geburtstag haben heute Heleen Gerritsen, Leiterin des Filmfestivals Go East, Wiesbaden (41); Utz Tillmann, von 2008 bis September 2019 Hauptgeschäftsführer des Verbands der Chemischen Industrie, Frankfurt (66); Günther Bräunig, Vorstandsvorsitzender der staatlichen Förderbank KfW, Frankfurt (64).

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