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F.A.Z. Hauptwache : Glauben, Lieben, Hoffen

Ohne Kontakt zur Außenwelt: Wochenlang war Besuch verboten, auch im Altenpflegeheim St. Josefshaus in Frankfurt. Bild: Frank Röth

Pflegeheime öffnen wieder ihre Pforten für Besucher – wenn auch unter strengen Auflagen. Und die hessische Landesregierung beendet die Zusammenarbeit mit dem Moscheeverband Ditib in den Schulen. Das und was sonst noch wichtig ist in Rhein-Main, steht in der F.A.Z.-Hauptwache.

          2 Min.

          Guten Morgen!

          Werden vom 1. Mai an Gläubige, die endlich wieder Gottesdienste besuchen wollen, an den Kirchenpforten abgewiesen werden, wenn sie überzählig sind? Theoretisch könnte es so kommen, wenn alles klappt und von diesem Zeitpunkt an der Kern eines jeden Gemeindelebens wieder möglich sein wird. Doch ganz so groß wird der Andrang dann vielleicht doch nicht werden. Und: Nach Wochen ohne persönlichen Kontakt zu den Angehörigen dürfen sich die Bewohner von Alten- und Pflegeheimen vom 4. Mai an wieder auf liebe Besucher freuen. Die Lockerung des Besuchsverbots sieht allerdings vor, dass nur ein Angehöriger beziehungsweise eine Bezugsperson in der Woche für eine Stunde persönlich vorbeikommen darf. Es ist also jeweils nur ein Anfang, aber immerhin.

          An anderer Stelle hingegen kommt es zu einem Ende. Denn die hessische Landesregierung beendet die Zusammenarbeit mit dem türkischen Moscheeverband Ditib in den Schulen. Nach den Sommerferien wird es keinen Islam-Unterricht mit dem Moscheeverband als Partner mehr geben. Das hat Kultusminister Alexander Lorz (CDU) angekündigt. Zur Begründung führte er die Nähe von Ditib zum türkischen Staat und zu dessen politischer Entwicklung seit dem Putschversuch 2016 an. Vom nächsten Schuljahr 2020/21 an werde der bekenntnisorientierte muslimische Religionsunterricht nur noch mit dem kleineren Partner Ahmadiyya erteilt. Außerdem werde das Land den Islamkundeunterricht in eigener Verantwortung ausbauen. Das klingt nach einer guten Entscheidung und endlich klaren Verhältnissen, findet auch der Kollege Matthias Trautsch in seinem differenzierten Kommentar.

          Und dann möchte ich Ihnen noch den spannenden Bericht meiner Kollegin Marie Lisa Kehler ans Herz legen: Sie war an der Frankfurter Uniklinik und hat sich angeschaut, wie Corona-Patienten auf der vom restlichen Klinikbetrieb hermetisch abgeriegelten Intensivstation behandelt werden. Von dem Tag an, an dem eine Maschine die Versorgung des Körpers mit Sauerstoff übernimmt, liegt ein Tagebuch am Bett der Patienten. Das medizinische Personal ist aufgerufen, darin kurze Nachrichten zu hinterlassen. Diese sollen den Patienten später helfen, die Tage oder Wochen, in denen sie nicht bei Bewusstsein waren, zu rekonstruieren. Das Tagebuch kann somit beides sein: Verarbeitungshilfe für die Patienten – im besten Fall. Trauerbegleitung für die Angehörigen – im schlimmsten. Aber natürlich ist es vor allem eine Hoffnung auf bessere Zeiten.

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          Zuletzt ein Hinweis auf einen Wettbewerb rund um die deutsche Rechtschreibung, der dieser Zeitung traditionell am Herzen liegt, in diesem Jahr aber die üblichen Corona-Schwierigkeiten hat. Wer dennoch an seinen Kenntnissen arbeiten oder dieselben testen möchte, dem sei das wöchentliche Sprachquiz unter www.deutschland-schreibt.de/training/quiz/ empfohlen. Vielleicht ist das mehr als nur ein netter Zeitvertreib. Zu gewinnen gibt es auch etwas.

          Und außerdem rechnen die katholischen Bistümer und evangelischen Landeskirchen wegen der Corona-Krise mit Verlusten an Kirchensteuer und anderen Einnahmen, ist der Rheingau-Taunus-Kreis  der einzige Kreis in Hessen ohne bestätigte Corona-Neuinfektion in den vergangenen sieben Tagen, wird es künftig in Frankfurt-Fechenheim und im Nordend kein eigenes Polizeirevier mehr geben.

          Einen angenehmen Tag wünscht Ihnen

          Ihr Carsten Knop

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          Heute ist es wechselnd bewölkt mit einigen Schauern. Höchstwerte um 19 Grad. Nachts fällt bei Tiefstwerten von 10 Grad Regen.

          Geburtstag haben heute Bernd Heidenreich (CDU), ehrenamtlicher Stadtrat in Frankfurt, langjähriger Direktor der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung, Wiesbaden, Träger der Goethe-Plakette des Landes Hessen (65); Michael Paris, Vorsitzender des Vereins Abenteuerspielplatz Riederwald, früherer ehrenamtlicher Stadtrat in Frankfurt (65); Thomas Gauly, Gründer und Geschäftsführer der Beratungsagentur Gauly Advisors, Frankfurt (60); Bernhard Mundschenk, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Wiesbaden (60); Volker Breid, Geschäftsführer der Frankfurter Allgemeinen Zeitung GmbH (58); Jochen Partsch (Die Grünen), Oberbürgermeister der Stadt Darmstadt (58); Marion Schardt-Sauer (FDP), Mitglied des Hessischen Landtags, Limburg (50); Martin Bosch, Geschäftsführer des Wiesbadener Sankt Josefs-Hospitals und des Rüdesheimer Sankt Josefs-Hospitals Rheingau (43).

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