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F.A.Z.-Hauptwache : Frau Kraus, Rumpel und Paulina, Glaabs und Binding

Idealistin und Inhaberin einer Pension: Hannelore Kraus wird 80 Jahre alt. Bild: dpa

Um die Authentizität des Gutleutviertels zu erhalten, lehnte Hannelore Kraus 1989 die von Investoren gebotenen Millionen ab und verhinderte damit den Bau des Campanile-Turms. Heute feiert sie ihren 80. Geburtstag. Das, und was sonst noch wichtig ist in Rhein-Main, das steht in der F.A.Z.-Hauptwache.

          3 Min.

          Guten Morgen!

          Matthias Alexander

          Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Erinnern Sie sich noch an Hannelore Kraus? Wenn ja, dann leben Sie vermutlich schon ziemlich lange in Frankfurt oder Umgebung. 1989 wurde Frau Kraus zu einer lokalen Berühmtheit, weil sie sich gegen den Bau eines Hochhauses stellte. Südlich des Hauptbahnhofs sollte der sogenannte Campanile entstehen, ein 260 Meter hoher Turm aus Stahl und Glas. Für eine Baugenehmigung brauchten die Investoren die Zustimmung der Nachbarin Kraus. Doch die ließ sich auch mit Angeboten in Millionenhöhe nicht locken, sondern blieb stur. Sie fürchtete um die soziale Mischung in dem Quartier. Heute wird Frau Kraus 80 Jahre alt. Jan Klauth hat sie in ihrer Pension im Gutleutviertel besucht. Wir gratulieren, auch wenn es um den Campanile ein wenig schade ist. Er wäre wohl einer der schöneren Wolkenkratzer geworden.

          Der eine oder andere Leser mag den Kopf schütteln, wie viele Zeilen die Rhein-Main-Zeitung dieser Tage der Berichterstattung über zwei tote Kaninchen einräumt. Aber wie so oft im Leben, die kleinen Geschichten rühren die Menschen besonders. In der Nacht zum Mittwoch hatte es auf dem Abenteuerspielplatz am Günthersburgplatz in Frankfurt gebrannt, die Kaninchen Rumpel und Paulina verendeten, zwei Container wurden beschädigt. Für manches Kind, das zum Spielen hierher kommt, ist es die erste Begegnung mit dem Tod gewesen. Das beschäftigt die Eltern in einem ganzen Viertel.

          Die Welt wird immer komplizierter, auch bei den leckeren Dingen des Lebens. Gab es früher Pils, Alt, Helles und Weißbier, muss man heute zwischen Dutzenden Sorten Bier wählen, die dazu noch in allerlei Mischformen angeboten werden. Für Brauereien bietet der Trend immerhin die Möglichkeit, mit Innovationen auf sich aufmerksam zu machen und sich dem negativen Gesamttrend entgegenzustemmen. Unser Mitarbeiter Robert Maus hat mit den Chefs von Glaabsbräu in Seligenstadt gesprochen, die unter anderem Erfolg mit „Glaabs Grie Soß“ haben, einem Biermischgetränk. Auch bei Binding und Licher hat er sich nach der aktuellen Entwicklung der Geschäfte erkundigt.

          Und außerdem ist es im Landtag zwischen AfD und Ministerpräsident Volker Bouffier zu einem heftigen Streit über den Umgang mit dem Mord an einem Jungen im Frankfurter Hauptbahnhof gekommen; ist die Frankfurter schwarz-rot-grüne Koalition nach Bad Nauheim gefahren, um sich zusammenzuraufen; ist das Feuer in einer Obdachlosenunterkunft in Frankfurt-Höchst nicht auf Brandstiftung zurückzuführen.

          Einen angenehmen Tag wünscht Ihnen

          Ihr Matthias Alexander

          Der Tipp zum Wochenende

          Hanau, Kassel, Steinau: Vor allem diese Städte werden mit den Brüdern Grimm in Verbindung gebracht. Aber auch Marburg spielte in den Biographien von Jacob und Wilhelm Grimm eine Rolle. Die Jahre, die sie als Studenten dort verbrachten, waren prägend. Die Stadt nimmt das zum Anlass, einen Themenrundgang den Brüdern Grimm zu widmen. Und der eignet sich nicht nur für Erwachsene, denen er Wissenswertes bietet zu Straßen, Plätzen und Gebäuden, an denen sich die Grimms oft aufhielten, sondern auch für Kinder, denen auf Schritt und Tritt die Figuren aus den bekanntesten Märchen begegnen.

          Informationen zum Rundgang im Internet unter www.marburg-tourismus.de.

          Wetter

          Der Tag bringt schönes Wetter mit viel Sonnenschein. Die Temperaturen steigen auf 23 Grad. In der Nacht ziehen Wolken auf.

          Verkehr

          Frankfurt: Wegen Straßenbauarbeiten wird die Mainzer Landstraße zwischen Galluswarte und Hafenstraße morgen und übermorgen stadteinwärts voll gesperrt. Der Verkehr von Westen wird über Camberger Straße, Gutleutstraße, Baseler Platz, Baseler Straße, Am Hauptbahnhof und Karlstraße umgeleitet. Von Theodor-Heuss-Allee kommend mit Fahrtziel Gutleutstraße und Hafenstraße wird empfohlen, über Friedrich-Ebert-Anlage, Düsseldorfer Straße, Am Hauptbahnhof, Baseler Straße und Gutleutstraße zu fahren.  Aus dem Europaviertel kommend ist an der Kreuzung Güterplatz/Mainzer Landstraße nur ein Rechtsabbiegen in Richtung Galluswarte möglich. Daher gibt es mit Fahrtziel Gutleutstraße und Hauptbahnhof eine Umfahrungsempfehlung über Platz der Einheit, Friedrich-Ebert-Anlage, Düsseldorfer Straße, Am Hauptbahnhof, Baseler Straße und Gutleutstraße. Fußgänger und Radfahrer können die Baustelle passieren.

          Die Buslinie 46 muss, aus dem Europaviertel kommend, Richtung Hauptbahnhof umgeleitet werden. Sie kann die Haltestellen Güterplatz und Hauptbahnhof (Südseite) deshalb nicht bedienen.

          Geburtstag haben

          heute

          Bernd Wittkowski (CDU), Fraktionsvorsitzender in der Stadtverordnetenversammlung Wiesbaden (69); Ulrike Alex (SPD), Mitglied des Hessischen Landtags, Dietzenbach (63); Joachim Ruppert (SPD), Bürgermeister von Groß-Umstadt (57); Michael Hofstetter, Generalmusikdirektor am Stadttheater Gießen (56); Erdmann Rauer, Vorstandsvorsitzender der LSG Lufthansa Service Holding, Neu-Isenburg (53); Franziska Nori, Direktorin des Frankfurter Kunstvereins (51);

          am Samstag

          Friedrich Friedl, emeritierter Professor für Typografie an der Hochschule für Gestaltung, Offenbach (75); Peter Bartholomäus, Geschäftsführer des Wiesbadener Industrieparkbetreibers Infraserv (59); Valéry Mathis, Küchenchef in Erno's Bistro, Frankfurt (52); Martin Blach, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Kloster Eberbach, Eltville (44); Alice von Lindenau, in Frankfurt lebende Schauspielerin (36);

          und am Sonntag

          Ulrich Oelschläger, Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (73); Klaus Albert Bauer, Vorstandsvorsitzender der Gesellschaft der Freunde der Alten Oper, Kuratoriumsvorsitzender des Literaturhauses Frankfurt (65).

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