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F.A.Z.-Hauptwache : Durchregieren, durchdiskutieren, durchdrehen

Eifrig: Im hessischen Landtag wird über das Schuldenpaket debattiert. Bild: dpa

Der Landtag debattiert über das Schuldenpaket. Die Corona-Regeln werden gelockert. Das, und was heute sonst noch wichtig ist in Rhein-Main, steht in der F.A.Z.-Hauptwache.

          3 Min.

          Guten Morgen!

          In allen Bundesländern reicht zur Aussetzung der Schuldenbremse die einfache Mehrheit des Landtages. Nur in Wiesbaden ist dazu ein Zwei-Drittel-Votum nötig, also die Unterstützung der Opposition. Das haben alle Hessen miteinander so beschlossen, und nun wird es spannend. Wenn  der Landtag vom kommenden Dienstag an über das geplante Schuldenpaket debattiert, werden höchste Summen aufgerufen. Und in den Abstimmungen darüber reicht die Regierungsmehrheit nicht mehr aus, siehe oben. Die Opposition bekommt eine Macht, die für sie ungewohnt ist. Aber noch ungewohnter dürfte das, was kommt, für den Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) werden, der in den vergangenen Monaten Gefallen am Durchregieren gefunden hat. Ewald Hetrodt hat sich die Lage für Sie genauer angeschaut.

          Im Rahmen dieses Regierungshandels werden jetzt die Regeln für den Umgang mit der Corona-Pandemie weiter gelockert. Von Montag an dürfen Schwimmbäder, Saunen und Badeseen wieder öffnen; darüber geben wir Ihnen heute einen umfassenden Überblick. Schon seit Donnerstag gelten zudem weniger strenge Kontaktbeschränkungen: Grundsätzlich dürfen sich jetzt bis zu zehn Personen in der Öffentlichkeit treffen. Die Vorschrift, dass diese Personen aus höchstens zwei Haushalten kommen dürfen, fällt weg. Endlich kann man also auch wieder unsägliche Eigentümerversammlungen veranstalten, um dort wie im Landtag stundenlang durchzudiskutieren.

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          So beginnt der Tag in Frankfurt und Rhein-Main: das Wichtigste in Kürze, mit Hinweisen auf mobile Blitzer, Straßensperrungen, Gaststätten.

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          Noch eine Corona-Entscheidung ist spannend: Vom 22. Juni an können die Kinder wieder in die Grundschulen gehen. Es ist wie ein zweiwöchiger Probelauf vor den Sommerferien. Kultusminister Alexander Lorz (CDU) rechtfertigt den Beschluss mit medizinischen Erkenntnissen, von denen sich auch andere Bundesländer leiten ließen. Die Grundschüler würden unter den Fachleuten nicht mehr als „Virenschleudern“ betrachtet, sondern als „Infektionsbremser“. Wie schön. Darum soll das Abstandsgebot wegfallen. Es kommt wieder Struktur ins Leben, daheim muss niemand mehr durchdrehen. Florentine Fritzen kommentiert, was aus ihrer Sicht davon sonst noch zu halten ist.

          Und außerdem hat sich die Zahl der Bewerber für das Amt des Präsidenten der Goethe-Universität von vier auf zwei verringert, was an der Uni ein Politikum ist; wird für die in die Kritik geratene Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Klinikum Höchst ein neuer Chefarzt gesucht; bleiben von der Restaurantkette Coa 15 Jahre nach der Gründung nur noch zwei Filialen übrig.

          Viele Grüße aus der Redaktion,

          Ihr Carsten Knop

          Der Tipp zum Wochenende

          Bingo gehört zu England wie der Rock zum Schotten? „Those were the days, my friend”, kann man da nur melancholisch summen, in vor sich hindämmernden Seebädern wie Brighton findet man heute jedenfalls mehr Automatenspiel- als Bingohallen. Dabei liegt dem Spiel eine ebenso einfache wie zeitlose Idee zugrunde. Statt mit Zahlen kann man es beispielsweise mit Vogelmotiven spielen und dabei noch etwas lernen. „Vogel-Bingo“ ist eine kurzweilige Angelegenheit für zwei oder mehr Mitspieler im Alter von sechs Jahren an. Die hübschen Vogelzeichnungen stammen von der in Glasgow lebenden Illustratorin Christine Berrie, die auch für den „Guardian“ und für die „New York Times“ arbeitet. Wer beim Spielen genau hinschaut, kann vielleicht beim nächsten Spaziergang den Lässigen geben und beiläufig sagen: „Dort sitzt übrigens eine Bachstelze.“ Bingo!

          Wetter

          Zunächst vereinzelte Wolkenfelder. Bis zum Abend sonnig bei rund 28 Grad. Nachts bleibt es gering bewölkt bis klar, um 16 Grad.

          Geburtstag haben

          Freitag, 12. Juni

          Benno Pörtner (Die Linke), Fraktionsvorsitzender im Kreistag des Rheingau-Taunus-Kreises, (68); Michael Siebel (SPD), Fraktionsvorsitzender in der Darmstädter Stadtverordnetenversammlung (63); Achim Thoma, Leitender Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Wiesbaden (60); Susanne Wetzel, Präsidentin des Hanauer Landgerichts (59); Marcus Bocklet (Die Grünen), Mitglied des Hessischen Landtags (Wahlkreis Frankfurt am Main V) (56); Yanki Pürsün (FDP), Mitglied des Hessischen Landtags sowie der Stadtverordnetenversammlung Frankfurt (48); Markus Anfang, designierter Cheftrainer beim SV Darmstadt 98 (46).

          Samstag, 13. Juni

          Georg Heberer, Geschäftsführer der Wiener Feinbäckerei Heberer, Mühlheim (65);  Eva Wunsch-Weber, Vorstandsvorsitzende der Frankfurter Volksbank (56); Peter Freier (CDU), Bürgermeister und Kämmerer der Stadt Offenbach (54); Anja Eli-Klein, Geschäftsführerin der Stiftung Bärenherz, Wiesbaden (53); Daniel Tybussek (SPD), Bürgermeister der Stadt Mühlheim (43); Sandro Zehner (CDU), Bürgermeister der Stadt Taunusstein (41).

          Sonntag, 14. Juni

          Stephan Koziol, Geschäftsführer des Design- und Haushaltswarenherstellers Koziol, Erbach, wird 68); Gerd Kath, Geschäftsführer des Ketteler-Krankenhauses, Offenbach (63); Klara Kletzka, Geschäftsführende Gesellschafterin und Mitbegründerin des Dialog-Museums, Frankfurt (63); Joachim Arnold, Vorstandsvorsitzender der Oberhessischen Versorgungsbetriebe AG, Friedberg (61); Thomas Braun, Geschäftsführender Direktor des Max-Planck-Instituts für Herz- und Lungenforschung, Bad Nauheim (59); Stefan Hofmann, Vereins- und Vorstandsvorsitzender des 1. FSV Mainz 05 (57); Müjdat Albak, Leiter des Internationalen Theaters, Frankfurt (53); Sebastian Gleim, Basketballtrainer der Fraport Skyliners, Frankfurt (36).

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