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F.A.Z.-Hauptwache : Die Krise ist noch nicht vorbei

Höhere Löhne: Die Gewerkschaft Verdi ruft zu Warnstreiks auf. Bild: dpa

Das Grandhotel Hessischer Hof muss schließen. Verdi hat Warnstreiks in mehreren Krankenhäusern angekündigt. Das, und was heute sonst noch wichtig ist in Rhein-Main, steht in der F.A.Z.-Hauptwache.

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          Guten Morgen!
          Mit dem Begriff der „Guten Stube“ ist man schnell bei der Hand. In Frankfurt zum Beispiel wird unter anderem die Festhalle als „Gute Stube“ der Stadt bezeichnet. Nicht zuletzt, weil dort wegen Corona nahezu nichts mehr los ist, muss gleich gegenüber eine andere „Gute Stube“ schließen: Das Grandhotel Hessischer Hof, das nicht nur viele Stars und Sternchen beherbergte, sondern dessen Restaurant auch einer der „In“-Orte der gehobenen Kreise der Stadt war. Exzellentes Essen, exzellenter Service von Kellnern der alten Schule: Viele werden den Hessischen Hof vermissen, doch Donatus Landgraf von Hessen, Vorstandsvorsitzender der Unternehmensgruppe Prinz von Hessen, zu der das Haus gehört, sah keine Alternative angesichts der desolaten Lage der Branche. Man ahnt, dass es nicht die letzte Hiobsbotschaft aus der Hotellerie der Region war.

          Manfred Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          Vieles wirft Corona durcheinander. Für heute zum Beispiel hat die Gewerkschaft Verdi Warnstreiks in mehreren Krankenhäuser und Pflegeheimen der Region angekündigt und einen Demonstrationszug in Frankfurt. Die Gewerkschaft fordert unbescheiden eine Erhöhung der Bezüge um 4,8 Prozent und spürt sicherlich auch Rückenwind, ist es doch erst wenige Wochen her, dass Krankenpflegern wegen ihres großen Einsatzes abends von den Balkonen applaudiert wurde, aber wenn daraus keineswegs solch eine breite Bewegung geworden ist wie damals offenbar in Spanien. Andererseits hat Corona aber auch die Kassen der Kommunen übel zugerichtet. Immerhin: Die Beschäftigten, die jetzt in der freien Wirtschaft ihre Jobs verlieren, wären schon froh, wenn sie derzeit eine Beschäftigungsgarantie hätten wie die Kollegen im öffentlichen Dienst. Das muss bei den Tarifverhandlungen auch berücksichtigt werden.

          Richtig große Sorgen machen müssen sich die Beschäftigten bei Continental. Der Konzern ist in den roten Zahlen und will in der Region Tausende Arbeitsplätze abbauen. Gestern demonstrierten Mitarbeiter in Frankfurt vor dem alten Börsengebäude, weil Conti börsennotiert ist. Ob es hilft? Ob es andere Autozulieferer wirklich schlauer anstellen, wie die Gewerkschafter meinen? Die Krise ist noch nicht vorbei, auch wenn das Bild der hessischen Wirtschaft völlig uneinheitlich ist.

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          Denn außerdem wurde am Mittwoch gemeldet, dass die Bauindustrie höhere Umsätze und höhere Auftragseingänge hat als vor Jahresfrist, dort findet Corona also gegenwärtig gar nicht statt, und auch das gehört eben zum Gesamtbild; stellt die Frankfurter Autorin Zsuzsa Bánk heute Abend ihr neues Buch „Sterben im Sommer“ im Museum Wiesbaden vor, und die ideale Vorbereitung dafür ist das Studieren des Porträts der Schriftstellerin von Florian Balke heute auf der Kulturseite der Rhein-Main-Zeitung; hat sich Michael Hierholzer die neue Ausstellung über Spionage in der Schirn angesehen, seine Eindrücke finden sich gleich neben dem Artikel von Florian Balke im Blatt.

          Einen spionagefreien Tag wünscht Ihnen

          Ihr Manfred Köhler

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