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F.A.Z.-Hauptwache : Der Klaus, Der Deckel, Der Baron

Letzte Wache: Jakob Frank auf dem Totenbett mit seiner Ulanen-Garde Bild: Wonge Bergmann

Die Römer-Koalition wollte die Sperrung des Mainufers wieder aufheben, die Landesregierung will keinen Mietendeckel und Olga Tokarczuk schreibt über Offenbach. Das und was sonst noch wichtig ist in Rhein-Main steht in der F.A.Z.-Hauptwache.

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          Guten Morgen!

          Was als schlauer Deal gedacht war, endet als gescheitertes Dealsche. CDU und SPD im Frankfurter Römer waren sich schon einig: Die Sozialdemokraten stimmen der Wiederöffnung der Mainuferstraße zu, dafür bekommen sie von der CDU eine 50-Prozent-Quote geförderter Wohnungen in Neubauten der städtischen ABG-Holding. Dann aber stellte sich Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) stur. „Es war nicht zu machen mit dem Klaus“, zitiert Tobias Rösmann einen Beteiligten.

          „Loft für alle!“ ist die Konsequenz des rigiden Berliner Mietpreisdeckels, denn weil die Kappung für alle gilt, profitieren in absoluten Zahlen die Reichen in ihren teuren Wohnungen am meisten. Das ist natürlich ein Trick mit dem Ziel, möglichst vielen den Brachialsozialismus erträglich erscheinen zu lassen. Nur gut, dass die hessische Landesregierung auf Draht ist: Was in Berlin ausgeheckt wurde, sei ein Irrweg, finden CDU und Grüne, Mietern und Wohnungssuchenden helfe nur ein größeres Angebot an Wohnungen. Robert Maus berichtet, Matthias Alexander kommentiert.

          Drei Millionen Gulden für das leerstehende Isenburger Schloss in Offenbach, das klingt nicht nach einem Kaufpreisdeckel. Aber es traf keinen Armen, denn der polnische Edelmann Baron Jakob von Frank war gut bei Kasse. Das Haupt einer bizarr anmutenden, zunächst religiös-jüdischen Sekte, ließ sich gerne von seiner Ulanen-Kompanie begleiten und lebte auch sonst gern auf großem Fuß. Wo das steht? Nicht im Offenbacher Stadtarchiv, sondern in dem Roman „Die Jakobs Bücher“ der polnischen Literaturnobelpreisträgerin Olga Tokarczuk. Anton Jakob Weinberger hat es gelesen.

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          So beginnt der Tag in Frankfurt und Rhein-Main: das Wichtigste in Kürze, mit Hinweisen auf mobile Blitzer, Straßensperrungen, Gaststätten.

          Und außerdem zeichnet Wolfgang Sandner fünfzig Jahre Geschichte des Deutschen Jazzfestivals in Frankfurt nach; in werden im Frankfurter Rebstockwäldchen rund 200 Ahornbäume gefällt, sie sind von der Rußrindenkrankheit befallen; beginnt heute in Wiesbaden das 21. Trickfilm Festival.

          Einen angenehmen Tag wünscht Ihnen

          Ihr Werner D’Inka

          Wetter

          Nach Frühnebel wechseln sich heute Sonne und Wolken ab. Regen fällt dabei aber kaum. Zum Nachmittag scheint auch wieder öfter die Sonne bei bis zu 18 Grad. Nachts wieder Nebel, um 12 Grad.

          Geburtstag haben heute Franz Zimmermann, ehemaliger Baudezernent der Stadt Frankfurt, Ehrenvorsitzender der FDP Frankfurt (77); Hedwig Fassbender, Opernsängerin, langjährige Professorin für Gesang an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst, Frankfurt (65); Philipp Mainzer, Frankfurter Möbeldesigner (50).

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