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F.A.Z.-Hauptwache : Bürgermeister, Blockade, Busse

Laut Beschluss von CDU und Grünen sollen Abtreibungs-Gegner in Frankfurt nicht mehr in Sichtweite von Konfliktberatungsstellen demonstrieren dürfen. Bild: Ly, Martin

Hessen rennen die Bürgermeister davon und in Frankfurt treffen CDU und Grüne einen Beschluss zu den umstrittenen Anti-Abtreibungs-Demonstrationen. Was sonst noch wichtig ist in der Region, lesen Sie in der F.A.Z.-Hauptwache.

          Guten Morgen!

          Manfred Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          Eigentlich sollte jeder Bürger froh sein, wenn sich jemand für das Gemeinwesen einsetzt, aber so ist es nicht mehr. Die Bürgermeisterin von Schwalbach im Taunus, Christiane Augsburger (SPD), hat jetzt überraschend angekündigt, nicht noch einmal für dieses Amt kandidieren zu wollen, und sie begründet es nicht zuletzt damit, dass sie immer wieder Anfeindungen ausgesetzt ist. „Augsburger, du Hure“ hatte schon jemand an eine Wand gepinselt, im Sommer vergangenen Jahres wurde ihr Dienstwagen demoliert. Ohnedies ist das Amt überaus kräftezehrend. Verständlich, dass es manchem reicht. Schade, dass derjenige, der ihr auf dem Posten folgen wird, wahrscheinlich auch gleich wieder ein Feindbild abgibt.

          Ein Feindbild sind für fundamentalistische Gruppen von Abtreibungsgegnern Konfliktberatungsstellen von Organisationen wie Pro Familia, weshalb sich Demonstranten immer wieder so nahe vor diesen Einrichtungen aufstellten, dass Frauen auf dem Weg dorthin bedrängt werden oder sich zumindest bedrängt fühlen. Was tun? Das Demonstrationsrecht ist ein hohes Gut, aber es sollte auch jede Frau solch eine Beratungsstelle aufsuchen dürfen, wann sie will. Nun hat die schwarz-grüne Koalition im hessischen Landtag einen Erlass auf den Weg gebracht, der Demonstrationen nur noch außerhalb der Sicht- und Rufweite von Beratungsstellen zulässt. Unser Landtagskorrespondent Ewald Hetrodt hält in seinem Kommentar fest, dass CDU und Grüne sogar in einer Frage, in der sie grundsätzlich sehr unterschiedlicher Ansicht sind, in der Haltung zu Schwangerschaftsabbrüchen eben, zu einträchtigen Lösungen finden – der Wille zur Macht schweiße zusammen. Ob die Lösung juristisch einwandfrei ist, wird sicherlich noch Gerichte beschäftigen.

          Auch knifflig: Wohin mit den vielen Reisebussen, die Touristen in die Frankfurter Innenstadt befördern?  Jedenfalls dürften sie am Sachsenhäuser Mainufer nicht mehr geparkt werden, und wenn sie an der Paulskirche halten, kostet das jetzt Geld. Neue Abstellplätze sind unter anderem am Theodor-Stern-Kai vorgesehen, also dort, wo die Allianz am Südufer des Mains ihren Sitz hat. Die wachsende und attraktiver werdende Stadt wirft eben immer neue Fragen auf. Aber bevor man darüber schimpft, muss man sich stets in Erinnerung rufen, dass die Probleme einer schrumpfenden und Zuspruch verlierenden Stadt noch weitaus größer wären.

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          So beginnt der Tag in Frankfurt und Rhein-Main: das Wichtigste in Kürze, mit Hinweisen auf mobile Blitzer, Straßensperrungen, Gaststätten.

          Und außerdem hat sich nach dem gewaltsamen Tod einer 22 Jahre alten Frau in Hofheim der mutmaßliche Täter gestellt, ein 55 Jahre alter Mann „aus dem Beziehungsumfeld der Getöteten“, wie es von der Polizei heißt; beginnt am 30. August das Frankfurter Kindercomic-Festival mit dem wunderbaren Namen „Yippie!“, Details heute auf unserer Kulturseite; ist in Bad Homburg die erste Fahrradstraße eröffnet worden.

          Einen angenehmen Tag wünscht Ihnen

          Ihr Manfred Köhler

          Der Tipp zum Wochenende

          In der Mainzer Oberstadt kocht Wilfried Heinrich Nestle in seiner Wirtschaft mit bemerkenswerter Souveränität. Doch wer zum ersten Mal durch den Kästrich läuft, jenen Teil der Mainzer Oberstadt, auf dem einst ein römisches Legionslager thronte, der kann das Lokal leicht übersehen, so unscheinbar ist es. Und selbst wenn man es dann betritt, ist von der bemerkenswerten Qualität, die hier an fünf Tagen in der Woche aufgetischt wird, im Grunde nichts zu sehen. Wer erleben will, was das "Heinrichs" ausmacht, der muss schon Platz nehmen und selbst erleben wie der Chef stets die richtige Balance findet zwischen rustikaler Hausmannskost und feiner klassischer Küche.
          „Heinrichs – Die Wirtschaft“, Martinsstraße 10, 55116 Mainz, Telefon 0 61 31/9 30 06 61, Internet www.heinrichs-die-wirtschaft.com. Geöffnet dienstags bis samstags 12 bis 14.30 und 18 bis 22.30 Uhr.

          Wetter

          Der Tag beginnt mit viel Sonnenschein, später gibt es dann einige harmlose Wolken am Himmel. und die Luft erwärmt sich auf 28 Grad. In der Nacht wird es meist sternenklar, 15 Grad.

          Geburtstag haben

          heute

          Josef Lach (SPD), ehemaliger Landrat des Kreises Offenbach (80); Joachim Schulmerich, Verleger, Gründer des Hanauer Verlags Cocon (76); Norbert Schneider, Direktor des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung, Wiesbaden (64); Daniel Jeschonowski, Geschäftsführer des Schreibgeräteherstellers Senator, Groß-Bieberau (38);

          am Samstag

          Christel Fleischmann (Die Grünen), scheidender Erster Kreisbeigeordneter im Kreis Darmstadt-Dieburg (69); Matthias Gräßle, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Frankfurt (60); Daniela Steinberger, Gründerin und Leiterin des Zentrums für Humangenetik Biologis, Frankfurt (56); Sabine Groß (Die Grünen), hauptamtliche Stadträtin in Offenbach (46); Stefan Söhngen, Vorsitzender der Frankfurter Montagsgesellschaft (42);

          am Sonntag

          Rosemarie Lück (SPD), Kreisbeigeordnete im Kreis Darmstadt-Dieburg (58); Kerstin Lau (Uffbasse), Fraktionsvorsitzende in der Stadtverordnetenversammlung Darmstadt (48); Nils Kößler (CDU), Fraktionsvorsitzender im Frankfurter Stadtparlament (42); Patrick Lange, Triathlet, Mitglied im Darmstädter Schwimm- und Wassersport-Club, zweimaliger Sieger beim Ironman Hawaii, Hessens Sportler des Jahres 2018 (33).

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