https://www.faz.net/-gzg-9s9eh

F.A.Z.-Hauptwache : Bücherfrauen, Bauminister, Parteifreunde

Norwegen zu Gast am Main: Die Frankfurter Buchmesse begonnen. Hier zu sehen: die norwegische Autorin Erika Fatland Bild: EPA

In Frankfurt hat die Buchmesse begonnen, Al-Wazir setzt sich für den Wohnungsbau ein und in Wiesbaden ist die CDU mit ihrer Selbstzerstörung beschäftigt. Das und was sonst noch wichtig ist in Rhein-Main, lesen Sie in der F.A.Z.-Hauptwache.

          2 Min.

          Guten Morgen!

          Matthias Alexander

          Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Gestern ist die Buchmesse feierlich eröffnet worden, von bedeutenden Persönlichkeiten sind bedeutungsvolle Reden gehalten worden, und natürlich kommen wir unserer Chronistenpflicht nach und geben in der Rhein-Main-Zeitung die wichtigsten Aussagen von Politikern und Branchenvertretern wieder. Mit mehr öffentlichem Interesse wurden gestern auf dem Frankfurter Messegelände jedoch zwei Frauen erwartet: Nobelpreisträgerin Olga Tokarczuk und Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit. Die polnische Autorin hatte in ihre Lesereise durch Deutschland schnell noch eine Station in Frankfurt eingefügt. Sie pries die deutsche Gastfreundschaft in Geschichte und Gegenwart und wusste weniger schöne Dinge aus ihrem Heimatland zu berichten. Über einen feierlichen Empfang durfte sich auch Literatur-Botschafterin Mette-Marit freuen, obwohl er nach Meinung unseres an den Hauptbahnhof geeilten Kollegen Michael Hierholzer ein wenig glamouröser hätte ausfallen dürfen.

          Um den Job des Wohnungsbauministers ist Tarek Al-Wazir nicht zu beneiden: Zwar sind alle für mehr Wohnungsbau, aber nicht vor ihrer Haustür. Weil Al-Wazir ein ehrgeiziger Mann ist, treibt er nun das Projekt „Großer Frankfurter Bogen“ voran, das wir der Praktikabilität halber als GFB abkürzen wollen. Bis zu 200.000 Wohnungen können in dem GFB entstehen, bevorzugt an Regional- und S-Bahn-Strecken, die eine gute Anbindung an Frankfurt bieten, rechnet der Minister vor. Weil er natürlich auch weiß, dass die SPD in vier Jahren, kurz vor der nächsten Landtagswahl, nachrechnen wird, wie weit der Minister bis dahin gekommen ist, hat Al-Wazir einen Notausgang eingebaut. Keine Landesregierung könne eine Kommune zwingen, ein Baugebiet zu entwickeln, hebt er vor seinem heutigen Treffen mit Vertretern der Städte und Gemeinde im GFB hervor.

          Die CDU in Wiesbaden hat für derlei konstruktive Gespräche keine Zeit, die Partei ist vielmehr mit ihrer Selbstzerstörung beschäftigt. Das annus horribilis der Union begann, als sich ihr Schatzmeister gegen eine „Rufmordkampagne“ wegen angeblicher illegaler Geldströme zur Wehr setzte. Für diejenigen, die die Affären nicht bis ins Detail verfolgt haben, bereitet unser Wiesbaden-Korrespondent Oliver Bock den weiteren Gang der Ereignisse noch einmal allgemeinverständlich auf. Und er erklärt, warum der nun vollzogene Rücktritt von Parteichef Oliver Franz unvermeidlich war. So ausgedünnt ist die Personaldecke inzwischen, dass Alt-Oberbürgermeister Helmut Müller für eine Übergangszeit Ordnung in den Laden bringen soll.

          F.A.Z.-Newsletter Familie
          F.A.Z.-Newsletter „Hauptwache“

          So beginnt der Tag in Frankfurt und Rhein-Main: das Wichtigste in Kürze, mit Hinweisen auf mobile Blitzer, Straßensperrungen, Gaststätten.

          Und außerdem war der Lastwagen-Vorfall in Limburg nach Angaben des zuständigen Polizeipräsidenten kein Terrorakt, hat die Mainzer CDU einem Antrag zugestimmt, über die bevorstehende Sanierung des Rathauses in einem Bürgerentscheid abstimmen zu lassen, ist ein Fahrgast schwer verletzt worden, als ein Linienbus am Montagabend in Hanau gegen eine Straßenlaterne gefahren ist.

          Einen angenehmen Tag wünscht Ihnen

          Ihr Matthias Alexander

          Wetter

          Heute lockert es zunächst auf, stellenweise mit Nebel, später werden die Wolken bei maximal 17 Grad auch mal wieder dichter. Es bleibt aber meist trocken. Nachts bei 11 Grad etwas Regen.

          Geburtstag haben heute

          Karola Gramann, Filmwissenschaftlerin, Kuratorin und Leiterin der Frankfurter Kinothek Asta Nielsen, Trägerin des Tony-Sender-Preises der Stadt Frankfurt (71); Günter Seidenschwann, Vorsitzender der Wetterauischen Gesellschaft, Hanau (70); Mirek Macke, Gründer und Vorsitzender des Frankfurter Kunstvereins Familie Montez (60); Christian Suhr, Schauspieler und Regisseur, Leiter der Büchner-Bühne in Riedstadt (55); Karl von Rohr, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutsche Bank AG, Frankfurt (54); Armin Niedenthal, Vorstand der Bauverein AG, Darmstadt (50); Michael Rudolph, Vorsitzender des DGB-Bezirks Hessen-Thüringen, Frankfurt (42).

          Weitere Themen

          So weit die Füße tragen

          Südstaaten-Rock-Konzert : So weit die Füße tragen

          Von der Dorfkneipe im Rheingau nach Miami: Die Band „The New Roses“ spielt am Samstag im Schlachthof Wiesbaden. Die Songs werden allerdings immer noch in der Heimat aufgenommen.

          Topmeldungen

          Bahn-Chef Richard Lutz (rechts) und der bisherige Finanzvorstand Alexander Doll

          Führungschaos bei der Bahn : Höchste Eisenbahn

          Zuletzt hatte es noch Hoffnung geben, die Bahn könnte ihre Probleme hinter sich lassen. Doch nun tobt ein Führungschaos in der Chefetage. Das erste Opfer: Finanzvorstand Alexander Doll. Aber der eigentliche Skandal liegt woanders.

          Parteitag der Grünen : Alles scheint möglich

          Die Grünen profitieren enorm von der Debatte über den Klimaschutz. Auf ihrem Parteitag in Bielefeld wollen sie sich inhaltlich trotzdem weiter öffnen. Und eine Frage schwebt über allem: Wird es einen grünen Kanzlerkandidaten geben?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.