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F.A.Z.-Hauptwache : Bücher, Prilblumen, Erdbeeren

Soll trotz Corona-Pandemie stattfinden: die Frankfurter Buchmesse 2020 Bild: dpa

Die Frankfurter Buchmesse droht, nur noch ein Schatten ihrer selbst zu werden. Und „Hipster-Kringel“ schmücken den Rathenauplatz. Das, und was heute sonst noch wichtig ist in Rhein-Main, steht in der F.A.Z.-Hauptwache.

          3 Min.

          Guten Morgen!

          Manfred Köhler

          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          Die Entscheidung der Buchbranche, auf die Buchmesse im Oktober in Frankfurt nicht zu verzichten, bewegt Frankfurt weiter. Immerhin waren alle anderen großen Messen bis dahin gestrichen worden, auch Weltleitmessen wie die Light and Building. Freilich sieht es so aus, als werde die Buchmesse 2020 nur noch ein Schatten ihrer selbst sein, so wird nur mit einem Drittel der sonst üblichen Aussteller gerechnet. Ob man sich damit einen Gefallen tut? Florian Balke und Patricia Andreae, die sich in der Rhein-Main-Redaktion bestens mit Buch- und anderem Messen auskennen, berichten, unser Kulturchef Michael Hierholzer kommentiert.

          Nur echte Profi-Frankfurter wissen, welcher Teil der langgestreckten Freifläche am Ende der Goethestraße Rathenauplatz heißt, wo der Goetheplatz beginnt und wo der Roßmarkt. Neuerdings ist aber alles ganz einfach: Rathenauplatz ist dort, wo die „Hipster-Kringel“ liegen. Das ist nichts zum Essen, das sind gelbe Sitze aus Plastik, die so aussehen, als hätte sie jemand im Prilblumen-Jahrzehnt angeschafft, also in den Siebzigern, und jetzt ausgemustert, weil er sich daran sattgesehen hätte. In Wahrheit sind die runden Sitzgelegenheiten nagelneu, sehen schrecklich und schrecklich billig aus, doch ist die Stadtverwaltung damit dem Wunsch nach mehr Aufenthaltsqualität auf diesem Teil des Riesenplatzes nachgekommen. Die beste Nachricht ist: Es soll nur eine temporäre Lösung sein.

          Die Energiewende in Deutschland gilt als schlecht organisiert, was man zum Beispiel daran sieht, dass die beiden größten Energieversorger der Region, die Mainova und die Entega, riesige Millionenverluste mit einer an sich sinnvollen Investitionen gemacht haben: Sie beteiligten sich vor einem Jahrzehnt an einem höchst effizienten und umweltfreundlichen Gaskraftwerk in Bayern, das dann aber wegen der Energiewende auf einmal nicht mehr rentabel war. Statt dessen liefen die umweltschädlichen Braunkohle-Kraftwerke auf Hochtouren. Jetzt ist Erdgas aber so billig, dass es sich doch lohnt, nach jahrelangem Stillstand wieder Strom mit der neuen Anlage zu produzieren. Schön für die beiden Konzerne, mit deren Gewinne in Frankfurt und Darmstadt viel finanziert wird. So schnell werden sich die Manager dort allerdings nicht noch einmal dafür entscheiden, Geld in die Energieerzeugung zu stecken.

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          Und außerdem gibt es Lebenszeichen vom Film-Markt, Kollegin Eva-Maria Magel porträtiert heute einen neuen Film-Verleih, der heute auch gleich mit einem neuen Film an den Markt geht, hat sich Kollegin Florentine Fritzen als Erdbeer-Pflückerin versucht, ihr Selbsterfahrungsbericht ist heute im Blatt, berichtet unsere Volontärin Anna Vollmer heute über die berühmte Hüsgen-Uhr im Goethe-Haus.

          Einen angenehmen Tag und schöne Pfingsten wünscht Ihnen

          Ihr Manfred Köhler

          Der Tipp zum Wochenende

          Zum liebenswürdigen Klischee eines Franzosen gehören Baskenmütze und Boulespielen. Das geht nicht nur unter provenzalischen Platanen, sondern auch auf hessischem Heimatboden. Die Regeln sind einfach, die Kollegen vom „Focus“ haben sie hier gut zusammengefasst. Boule ist corona-kompatibel, was Gruppengröße und Abstandsregeln angeht, ein anerkennender Pfiff für einen besonders gelungenen Wurf dringt sogar durch den Mundschutz. Wer ganz sicher gehen will, findet hier verbandsoffizielle Empfehlungen. Und die Ausrüstung? Wettkampfkonforme Boule-Kugeln kosten bis zu 100 Euro das Stück, für Hobbyspieler gibt es preiswerte Sechser-Sets. Nehmen Sie trotzdem nicht die Discounter-Ware für 17,99 Euro, geben Sie ein paar Euro mehr aus und sparen Sie sich stattdessen die Baskenmütze.

          Wetter

          Heute bringt der Tag einen freundlichen Wechsel aus Sonne und Wolken. Die Temperatur steigt auf Werte bis maximal 23 Grad.

          Geburtstag haben

          heute Karl-Christian Schelzke (SPD), Geschäftsführender Direktor des Hessischen Städte- und Gemeindebunds, früherer Bürgermeister der Stadt Mühlheim (70); Christiane Hinninger (Die Grünen), Fraktionsvorsitzende in der Stadtverordnetenversammlung  Wiesbaden (59);

          am Samstag Wolfgang Seeliger, Dirigent, Intendant der Darmstädter Residenzfestspiele, Träger der Goethe-Plakette des Landes Hessen (74); Thomas Michel, ehrenamtlicher Vorstandsvorsitzender der Wiesbadener Bürgerstiftung (66); Sylvia Ströher, Kunstsammlerin, Vorsitzende der Stiftung Informelle Kunst, Darmstadt (66); Ralf Schodlok, Vorstandsvorsitzender der Eswe Versorgungs AG, Wiesbaden (61);

          am Sonntag Helmut Müller, von 2013 bis Oktober 2019 Geschäftsführer des Kulturfonds Frankfurt/Rhein-Main, Bad Homburg (68); Ulrich Caspar (CDU), Präsident der Industrie- und Handelskammer Frankfurt, Landesvorsitzender der hessischen Union der Vertriebenen (64); Gregor Sommer (CDU), Fraktionsvorsitzender im Kreistag des Hochtaunuskreises, Bürgermeister von Wehrheim (54); Sylvia Wojczewski, Geschäftsführende Gesellschafterin des Biotech-Unternehmens Biospring, Frankfurt (50);

          am Montag Anita Beckers, Frankfurter Galeristin (73); Michaele Scherenberg, Fernsehmoderatorin, Filmemacherin und Märchenerzählerin, Bad Homburg (70); Roland Kaufmann, Direktor der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie an der Frankfurter Universitätsklinik (66); Elke Barth, Mitglied des Hessischen Landtags, Bad Homburger SPD-Vorsitzende (55); Frank Martin, Leiter der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit, Frankfurt (46).

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