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F.A.Z.-Hauptwache : Blamage, Rotlicht, Totholz

Wegen Corona geschlossen: ein Zimmer in einem Frankfurter Bordell Bild: Aders, Hannah

Roland Ullmann soll der neue Polizeipräsident von Hessen werden. Prostituierte fordern, dass das Rotlicht wieder angehen darf. Das und was heute sonst noch wichtig ist in Rhein-Main, steht in der F.A.Z.-Hauptwache.

          3 Min.

          Guten Morgen!
          Es gibt weitere Drohmails und es gibt einen neuen Landespolizeichef in Hessen. Nachfolger des am Dienstag zurückgetretenen Udo Münch soll nach Informationen der F.A.Z. der bisherige Offenbacher Polizeipräsident Roland Ullmann werden. Ob damit die Affäre die Wende zum Guten nimmt, bleibt abzuwarten. Dringend nötig wäre es jedenfalls, das Klima zwischen Ministerium und Landeskriminalamt wieder zu versachlichen. Denn allmählich beginnt sich Hessen zu blamieren, wie Carsten Knop in seinem Kommentar schreibt. Weniger, weil die Ermittlungserfolge ausbleiben, als vielmehr, weil ein Hauen und Stechen zwischen Innenministerium, Landeskriminalamt und Landespolizeipräsidium darüber eingesetzt hat, wer wen wann und wie informiert hat – oder nicht.

          Helmut Schwan

          Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Es soll kein Tabu mehr sein: Was die Pandemie und der weiter anhaltende Lockdown in dem Gewerbe für die Geschäfte mit dem Sex bedeutet, das haben am Donnerstag die Betreiber von Bordellen in Frankfurt öffentlich gemacht. Das Rotlicht soll wieder angehen, lautet daher ihre Forderung. Theresa Weiß war bei der Pressekonferenz im Milieu und berichtet über „Freierkorsos“, die im Bahnhofsviertel ihre Runden drehen und Prostituierte, die dringend Geld brauchten und deswegen zu jedem ins Auto steigen.

          Hauptwache – Der F.A.Z. Newsletter für Rhein-Main

          Werktags um 21.00 Uhr

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          Dringend Wasser braucht weiterhin der Wald in Hessen. Die Schäden der Trockenperiode sind kaum zu ermessen. Was auch Gemeinden zusätzlich in finanzielle Schwierigkeiten bringt, für die der Holzverkauf bisher eine gute Einnahmequelle war. Unser Forstexperte Oliver Bock berichtet und warnt in seinem Kommentar davor, die Wälder jetzt sich selbst zu überlassen.

          Und außerdem erwägen nun auch SPD und FDP, Klage vor dem Staatsgerichtshof gegen das von der Landesregierung eingerichtete Sondervermögen zur Bewältigung der Corona-Krise zu erheben; registrieren Skater-Läden während der Wochen der Corona-Pandemie  Umsatzsteigerungen ; wird beim Christopher Street Day (CSD) am Samstag in Frankfurt nicht auf der Konstablerwache getanzt, sondern im eigenen Auto für Gleichberechtigung demonstriert.

          Ein schönes Wochenende,

          Ihr Helmut Schwan

          Der Tipp zum Wochenende

          Wie wäre es mal mit einem Ausflug nach Idstein? Wer es romantisch mag, ist dort richtig. Denn die frühere nassauische Residenz verfügt über einen Ortskern, der beinahe vollständig aus Fachwerkhäusern besteht, dazu kommt ein Schloss im Renaissance-Stil, das Rathaus und natürlich der Hexenturm, um den sich allerlei Legenden ranken. Noch etwas hat Idstein übrigens wie keine andere Stadt in Hessen: Kreisel, 30 Kreisverkehre, oft mit einer Statue in der Mitte. Die sind so gut herausgeputzt wie die Altstadt. Unbedingt einen Abstecher lohnt die Unionskirche, die trotz ihrer prächtigen Ausstattung das evangelische Gotteshaus im Ort ist. Das moderne, etwas triste katholische Pendant liegt dagegen außerhalb.

          Wetter

          Tendenz hochsommerlich! Am heutigen Freitag steigert sich die Temperatur laut Vorhersage in der Rhein-Main-Region bis zu 25, am Samstag bis auf 28 und am Sonntag auf 30 Grad. Dabei soll es einen Mix und Sonne und Wolken und gelegentlich einen Schauer geben.  

          Geburtstag

          Haben heute: Stephan Welp, Geschäftsführender Gesellschafter des Scanner-Herstellers Microbox, Bad Nauheim (62); Wolfgang Schopf, Leiter des Literaturarchivs der Goethe-Universität Frankfurt (54); Klaus Schejna (SPD), Fraktionsvorsitzender im Kreistag des Main-Kinzig-Kreises (52); Alexander Müller (FDP), Mitglied des Deutschen Bundestags, Niedernhausen (51).

          Am Samstag: Hartmut Michel, Direktor am Max-Planck-Institut für Biophysik, Frankfurt, Nobelpreisträger für Chemie (72); Hans-Jörg André, Inhaber des Offenbacher Musikverlags und Musikhauses André (59); Stefanie Dimmeler, Direktorin des Instituts für Kardiovaskuläre Regeneration an der Goethe-Universität Frankfurt, Leibniz-Preisträgerin (53); Roger Winter (Die Grünen), von 2014 bis Juni 2020 Bürgermeister der Stadt Obertshausen (51); Rüdiger Koppelmann, Deutschland-Chef des Sprudleranbieters Sodastream, Frankfurt (49).

          Am Sonntag: Rudolf Herfurth, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Diakonie Hessen, Frankfurt, Vorstandsmitglied der Else-Kröner-Fresenius-Stiftung, Bad Homburg (71); Carsten Amrhein, Direktor des Saalburgmuseums, Bad Homburg (56); Dieter Beine, Protokollchef der Hessischen Staatskanzlei, Wiesbaden (56); Christine Novakovic, Vorstandsvorsitzende der UBS Europe SE, Deutschland-Chefin der Schweizer Großbank, Frankfurt (56); Marion Gottschalk, Geschäftsführende Gesellschafterin der Firma Ille Papier-Service GmbH, Altenstadt (51); Iris Dilger, Geschäftsführerin des Immobilienunternehmens Wohnkompanie Rhein-Main GmbH, Frankfurt (50).

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