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Tagung in Frankfurt : Experten für liberaleren Umgang mit Cannabis

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Soll der Konsum von Cannabisprodukten liberalisiert werden? Darüber streiten Experten weiter Bild: dpa

Frankfurt Gesundheitsdezernentin fordert weiter eine kontrollierte Abgabe von Cannabis in einem Modellversuch. Berater machten sich bislang in Gesprächen über Straftaten zu Mitwissern, hieß es auf einer Fachtagung in Frankfurt.

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          Für einen liberaleren Umgang mit Cannabis haben sich Experten auf einer Tagung in Frankfurt ausgesprochen. Dies führe dazu, dass Menschen mit einer Suchtproblematik leichter Hilfe fänden, sagte etwa Regina Ernst vom Drogendezernat der Stadt Frankfurt.

          „Das Dilemma ist: Solange ein Jugendlicher eine kriminelle Handlung begeht, indem er Cannabis besitzt, kann ich ihn nicht beraten.“ Berater machten sich bislang in Gesprächen über Straftaten zu Mitwissern.

          Verunreinigte Schwarzmarktprodukte

          Die Frankfurter Gesundheitsdezernentin Rosemarie Heilig (Die Grünen) forderte eine kontrollierte Abgabe von Cannabis im Rahmen eines Modellversuchs. So könnten Konsumenten vor verunreinigten Schwarzmarktprodukten geschützt werden.

          „Als Gesundheitsdezernentin mache ich mir darüber die meisten Sorgen“, sagte sie. Gefährliche Streckmittel wie Blei und Lösungsmittel fänden sich immer wieder in Cannabisprodukten vom Schwarzmarkt.

          Laut einer Studie aus dem vergangenen Jahr haben 41 Prozent der Frankfurter zwischen 15 und 18 Jahren Erfahrungen mit Cannabis gemacht. Zwölf Prozent konsumieren regelmäßig Cannabis. Es sei wichtig, zwischen Probieren, Experimentieren und Missbrauch zu unterscheiden, sagte Heilig.

          „Dazu gehört auch, anzuerkennen, dass Jugendliche aus ihren Rauscherfahrungen lernen und verantwortungsvoll die eigenen Grenzen im Blick behalten können.“ Hilfe müssten die bekommen, die ein problematisches Rauschverhalten entwickelten.

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