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Exorzismus-Affäre : Früherer Weihbischof versucht Neubeginn fern des Mainzer Doms

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Bad Wimpfen im Tal - das klingt nach Abgeschiedenheit, nach Erholung. Und obwohl Franziskus Eisenbach dort keinen Urlaub macht, weiß auch der emeritierte Mainzer Weihbischof die Lage des Ortes zu schätzen.

          Bad Wimpfen im Tal - das klingt nach Abgeschiedenheit, nach Erholung. Und obwohl Franziskus Eisenbach dort keinen Urlaub macht, weiß auch der emeritierte Mainzer Weihbischof die Lage des Ortes zu schätzen. Etwa 150 Kilometer ist das am Neckar gelegene, aus der Talstadt und einem weiter oben gelegenen Stadtteil bestehende Bad Wimpfen von Mainz entfernt, eine kleine Enklave der Diözese unweit von Heilbronn. "Die große Entfernung von Mainz ist bekömmlich", sagt Eisenbach - was nach dem Trubel um seine Person während der vergangenen Jahre verständlich ist.

          Die Mainzer Professorin Änne Bäumer-Schleinkofer hatte ihn vor zweieinhalb Jahren bei der Staatsanwaltschaft und im Vatikan angezeigt. Eisenbach soll sie im Rahmen eines seelsorglichen Beratungsprozesses sexuell bedrängt und einen Großen Exorzismus an ihr vorgenommen haben, während dessen sie stundenlang gelähmt gewesen sei. Die Staatsanwaltschaft stellte das Ermittlungsverfahren ein, und auch in Rom wurde nach einer Voruntersuchung kein Strafprozeß gegen Eisenbach eröffnet - allerdings mußte er auf sein Bischofsamt verzichten.

          Das tat er im April 2002, obwohl er zuvor nach einem Gespräch in der vatikanischen Glaubenskongregation damit gerechnet hatte, er könne im Amt bleiben, wie er erzählt. Gründe für den Meinungsumschwung des Kongretations-Präfekten Joseph Kardinal Ratzinger und anderer, die mit seinem Fall betraut waren, hat er nie erfahren. Eisenbach vermutet, daß der Vatikan im Zusammenhang mit den gleichzeitig veröffentlichten Vorwürfen gegen pädophile amerikanische Priester "reinen Tisch" machen wollte. "Manchmal wiegt die Kirchenpolitik eben schwerer als persönliche Ansichten." Eine Schuldzuweisung sei das nicht, habe Ratzinger ihm versichert. Schmerzhaft war die Entscheidung für ihn trotzdem, ein Verfahren dagegen wollte der Weihbischof damals aber nicht anstrengen - es hätte wohl auch nicht viel genutzt.

          Seine Kraft widmet der Sechzigjährige lieber seinen beiden neuen Aufgaben. Seit Dezember ist er Pfarrer in Bad Wimpfen und arbeitet daneben als Exerzitienmeister und geistlicher Begleiter. 2000 Katholiken muß er in der vorwiegend protestantischen Gegend betreuen. Sein Traum ist der Aufbau einer neuen geistlichen Gemeinschaft, die in den Räumen des örtlichen Benediktinerklosters lebt und schon bestehende Gästehäuser des Ordens weiterbetreiben kann. In dem Kloster leben nur noch zwei Patres. "Um dieses Zentrum aufzubauen, wollte ich auch hierhin", sagt Eisenbach. Seine erste Wahl allerdings war Bingen, wo er in einem Exerzitienhaus weiterarbeiten wollte, "aber das lag nach Meinung der Bistumsleitung wohl doch zu nah an Mainz".

          Die Frage, wo und wie Eisenbach künftig tätig sein könnte, war nur eine von vielen, die in den vergangenen zweieinhalb Jahren beantwortet werden mußten. Lange hatte sich der Weihbischof zurückgezogen, zunächst in ein Malteserhaus bei Köln - Eisenbach ist Mitglied des Malteserordens -, und dann, vom September bis kurz vor dem Amtsantritt im Dezember in die Benediktinerabtei Münsterschwarzach, einer bekannten Anlaufstelle für Priester in Krisensituationen. "Ich wollte möglichst ohne Altlasten hier anfangen und habe therapeutische Gespräche in Anspruch genommen."

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