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Exorzismus-Affäre : Früherer Weihbischof versucht Neubeginn fern des Mainzer Doms

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Ruhig und einigermaßen offen kann Eisenbach über seinen Kontakt zu Bäumer-Schleinkofer, deren Anschuldigungen und eigene Fehler reden. "Ich habe die Grenze nicht früh genug gezogen, meinen Zweifeln nicht konsequent genug getraut", sagt der Kirchenmann. Die Grenze, die spätestens überschritten war, als es um körperliche Nähe zwischen den beiden ging, die von der Professorin initiiert worden sei. Die Zweifel darüber, ob das seit Anfang 1999 bestehende Beratungsverhältnis zu Bäumer-Schleinkofer, "einer starken Frau mit hohem religiösen Anspruch", und die langsam gewachsene Zusammenarbeit in der geistlichen Begleitung anderer aufrechterhalten und in einem eigenen Exerzitienhaus sogar ausgebaut werden sollten. Bis Ostern 2000 hatte der Klärungsprozeß gedauert, Eisenbach beendete den Kontakt. Wenige Monate später lag die Anzeige auf dem Tisch.

Manches bleibt in der Geschichte von dem Kirchenmann und der verheirateten Professorin, von Freundschaft und Mißtrauen, Hoffnungen und verletzten Gefühlen, schwer nachvollziehbar. Aber Eisenbach ist kein Mann, der Intimsphären verletzt, auch die eigene nicht, indem er Persönliches in der Öffentlichkeit allzu ausführlich ausbreitete. Ein Stück seiner Unbefangenheit, zu der er trotz seiner großen Erfahrung als Seelsorger offenbar neigte, hat er nach seinen damaligen Erfahrungen verloren. Künftig will er die Motivation derer, die ihn um geistlichen Rat fragen, genauer abklären und seiner Skepsis mehr Gewicht einräumen.

Kontakt zu Bäumer-Schleinkofer hat er nicht mehr. Gelegentlich sehe er sie, wenn er in Mainz sei. "Doch viel mehr als ,Guten Tag' sagen wir uns nicht." Seine neue Gemeinde weiß von dem Vorfall. "Das habe ich bei meinem Amtsantritt offen angesprochen und die Menschen aufgefordert, mich kennenzulernen und nicht alles zu glauben, was in den Zeitungen stand."

So ist Eisenbach für die Wimpfener der "Herr Pfarrer", und er ist es gerne, wie er immer wieder sagt. Und doch wird ihn dieser Ort stets an sein Bischofsamt erinnern, denn in Bad Wimpfen hatte er kurz nach seiner Bischofsweihe im April 1988 seine ersten Amtshandlungen vollzogen, die Gemeinde visitiert und Jugendlichen die Firmung gespendet. Und noch etwas verweist ihn selbst wie alle, die mit ihm reden, auf seine Amtswürde, die ja mit dem Amtsverzicht nicht erlosch: der Bischofsring, den er nach wie vor trägt.

Daß er allerdings im Februar bei der Weihe der beiden neuen Mainzer Weihbischöfe anwesend war und ihnen wie die anderen angereisten Bischöfe die Hände aufgelegt hatte, hat manche überrascht. Gegen den Rat mancher Freunde ist er dorthin gefahren. "Aber warum nicht? Ich habe keine Ressentiments gegen den Bischof oder das Bistum." Auch die nächste Gelegenheit, dies zu zeigen, will Eisenbach wahrnehmen: die offizielle Verabschiedung seines aus Altersgründen emeritierten Kollegen Wolfgang Rolly am Pfingstmontag.

Doch allzuoft wird Eisenbach den weiten Weg nach Mainz nicht auf sich nehmen. Zu eingespannt ist er in seinen Pfarrer-Beruf. Er gesteht, daß er dabei einiges neu oder wieder lernen muß. "Es ist ja auch schon eine Weile her, daß ich das letzte Mal mit Erstkommunionkindern ein Wochenende in einer Jugendherberge war." STEFAN TOEPFER

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