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Europäische Weltraumorganisation ESA : Flugleiter am Boden steuern Satelliten im All

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Sie ist da, wenn beim Satelliten «Integral» Probleme auftreten: Jutta Hübner. Bild: dpa

Experten des Kontrollzentrums der Europäischen Weltraumorganisation ESA in Darmstadt haben Satelliten im Blick - mit hoch entwickelter Technik und vielen Monitoren.

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          Sie machen auch die Mission des Satelliten „Integral“ möglich.

          Der Satellit „Integral“ saust seit fast zehn Jahren durchs All, quasi als Auge von Wissenschaftlern. „Damit werden die gewaltigsten Objekte im Universum erforscht“, sagt Jutta Hübner. Während „Integral“ in bis zu 160.000 Kilometer über der Erde durch den Weltraum schwirrt, bleibt die 32-Jährige am Boden. Die Physikerin gehört beim Europäischen Satellitenkontrollzentrum in Darmstadt (ESOC) zu den Experten, die für die Steuerung von Satelliten der Europäischen Weltraumagentur ESA verantwortlich sind. Derzeit werden über ein Dutzend Satelliten vom ESOC aus gesteuert.

          Er arbeitet eine „Beobachtungsliste“ ab

          Die stellvertretende Flugleiterin von „Integral“ gehört zu einem Spezialisten-Team, das zum Einsatz kommt, wenn bei dem künstlichen Himmelskörper Probleme auftreten. „Integral“ startete am 17. Oktober 2002 ins All. Ursprünglich war die Mission nur für zwei Jahre geplant. Jetzt ist der Satellit fast zehn erfolgreiche Jahre im Dienst. Alle drei Tage hat er seither die Erde einmal umrundet.

          Von einem internationalen Experten-Team gesteuert, arbeitet er eine „Beobachtungsliste“ ab. Zu den Hauptaufgaben der Mission gehört die Erforschung der größten Objekte im Universum, die sich durch Gammastrahlung offenbaren. Dazu gehören zum Beispiel Schwarze Löcher im Zentrum der Milchstraße.

          Absichtlich gemachte Fehler müssen gelöst werden

          Für die Bodenpiloten ist die „Integral“-Mission eine besondere Herausforderung: Der Satellit verfügt über keine Datenspeicherung an Bord und muss deshalb immer Bodenkontakt haben. Ein Flugkontrolleur sieht „Integral“ nicht wie in einem Film auf dem Bildschirm. Er kommuniziert mit ihm über komplexe Kommandos und Daten, die zwischen Satellit und Erde hin- und hergeschickt werden.

          An einem Beobachtungsplatz stehen drei bis sechs Monitore. Auf einem ist eine Liste mit den Kommandos zu sehen, die an den Satelliten gesendet werden. Auf den anderen sind Daten abgebildet, wie zum Beispiel Temperaturen, Ströme und Spannungen der Systeme an Bord des Satelliten. So wissen die Piloten, wie es „Integral“ geht. Außerdem kann die Datenübertragung zwischen Satellit und Bodenstation sowie Bodenstation und Kontrollzentrum überwacht werden.

          Im Juli folgt die neue Umweltmission „Swarm“

          Für einen reibungslosen Betrieb aller ESA-Satelliten ist als Bereichsleiter Missionsbetrieb Manfred Warhaut verantwortlich. Bevor ein Satellit ins All gebracht wird, wird der Start intensiv vorbereitet und trainiert. Das Üben beginnt im Hauptkontrollraum drei Monate vor dem Countdown, zweimal die Woche. „Wir trainieren einen Betriebsablauf. Absichtlich sind Fehler eingebaut, die sollen gelöst werden“, erklärt er. Die Route, die der Satellit nimmt, wird vorher genau berechnet. Zwischen fünf und zehn Jahren dauert die Planungsphase zur Vorbereitung einer Satellitenmission bei ESOC.

          Und auf die Flugkontrolleure warten schon die nächsten Projekte. Im Juli etwa kommt die neue Umweltmission „Swarm“ hinzu. „Swarm“ soll mit drei Satelliten das Magnetfeld der Erde mit einer bis dahin nie erreichten Genauigkeit vermessen.

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