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Technischer Defekt vermutet : Drei Arbeiter sterben bei Absturz von Wartungsgondel

  • Aktualisiert am

Unglück an einem Sendeturm in Nordhessen: Drei Menschen sind bei dem Absturz einer Wartungsgondel gestorben. Bild: dpa

An einem Sendeturm in Nordhessen ist eine Wartungsgondel aus etwa 50 Metern abgestürzt. Dabei sind drei Menschen ums Leben gekommen. Ermittler vermuten einen Defekt in der Seilwinde

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          Beim Absturz einer Wartungsgondel an einem Sendeturm in Nordhessen sind nach Angaben der Polizei die drei Insassen ums Leben gekommen. Bei den Toten soll es sich nach Angaben der Polizei um drei Mitarbeiter eines Berliner Unternehmens handeln. Demnach seien die Männer zwischen 27 und 50 Jahre alt. Es handele sich bei den Opfern um einen 50 Jahre alten Mann aus dem bayerischen Landkreis Freyung-Grafenau, einen 46 Jahre alten Mann aus Karlsruhe und einen 27 Jahre alten Mann aus Dülmen in Nordrhein-Westfalen. Nach ersten Erkenntnissen stürzte die Gondel am Dienstag an der Sendeanlage „Hoher Meißner“ aus knapp 50 Metern ab. Die Unglücksstelle sei abgesperrt und Zeugen des Unglücks vor Ort von Rettungskräften betreut worden. Unter diesen soll ich auch ein Mitarbeiter des Unternehmens befinden, welches mit den Wartungsarbeiten am Sendeturm befasst war.

          Erste Erkenntnisse der Behörden deuten mittlerweile auf einen technischen Defekt an der Seilwinde als Ursache hin. Das hätten die bisherigen Ermittlungen des Amtes für Arbeitsschutz und Sicherungstechnik des Regierungspräsidiums Kassel ergeben, teilte ein Polizeisprecher am Dienstag mit.

          Die Arbeiter in der Gondel hatten demnach versucht, sich von der Seite aus über gespannte Seile zu dem Sendemast im Werra-Meißner-Kreis hochzuziehen. Als sie in etwa 50 Meter Höhe waren, kam es zu dem Absturz. Dabei wurden die drei Insassen tödlich verletzt.

          Laut Ermittlern waren die Männer schon seit einigen Tagen mit Wartungsarbeiten auf dem Gelände des Hessischen Rundfunks beschäftigt. Für die Arbeiten war vom Boden aus diagonal ein Stahlseil zum Mast gespannt worden. Doch in einer Höhe von 50 Metern sei es aus bislang nicht geklärter Ursache zu Komplikationen gekommen, sagte ein Sprecher der Polizei. Die Gondel habe zunächst freischwingend am Seil gehangen und sei dann zu Boden gestürzt.

          Bodenpersonal der Firma habe den Absturz beobachtet und Hilfe gerufen. Sie würden durch ein Kriseninterventionsteam betreut, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Beim „Sender Hoher Meißner“ handelt es sich um einen wichtigen Sendestandort des Hessischen Rundfunks. Nach Angaben des öffentlich-rechtlichen Senders war eine Firma mit den Wartungsarbeiten beauftragt worden.

          Arbeiten an neuer Antenne

          Der Hessische Rundfunk hatte Ende August mitgeteilt, dass an der Sendeanlage eine neue Antenne aufgebaut wird. Die Arbeiten sollten ursprünglich bis Ende September andauern.

          Der Sender zeigte sich von dem Unglück betroffen. „Mit Bestürzung haben wir die Nachricht vom Tod der drei Arbeiter am Sender #HoherMeißner aufgenommen“, twitterte er. „Wir sind in Gedanken bei den Angehörigen. Unsere Kollegen sind auf dem Weg zum Unglücksort. Sobald wir mehr Infos haben, werden wir sie veröffentlichen.“

          Der Hohe Meißner ist ein Mittelgebirge, das gut 30 Kilometer südöstlich von Kassel im Werra-Meißner-Kreis liegt. Die Sendeanlage dort wurde 1955 vom Hessischen Rundfunk in Betrieb genommen, sie besteht aus mehreren Masten.

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