https://www.faz.net/-gzg-ad29e

Jüdische Schule Frankfurt : Das erste Abitur nach der Schoa

Reifeprüfung: Schülerinnen des ersten Abi-Jahrgangs seit 1939 an der Frankfurter Lichtigfeldschule Bild: Frank Röth

Zum ersten Mal seit dem Holocaust hat ein Jahrgang an einer jüdischen Schule in Frankfurt das Abitur ablegen können. Elf Schülerinnen und Schüler der Lichtigfeldschule feierten ihren Abschluss.

          1 Min.

          Elf Abiturienten haben am Donnerstagnachmittag an der jüdischen I.E. Lichtigfeldschule im Frankfurter Nordend ihren Abschluss gefeiert. Der Jahrgang ist der erste, der nach dem Holocaust das Abitur an einer jüdischen Schule ablegen konnte. Das Philanthropin, in dessen Gebäude die jüdische Schule heute wieder untergebracht ist, war 1942 von den Nationalsozialisten geschlossen worden.

          Theresa Weiß
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Lichtigfeldschule, die 1966 neu gegründet wurde, war damals die erste jüdische Schule in Deutschland. Mittlerweile besuchen etwa 550 Kinder den Unterricht. Harry Schnabel, Vorstandsmitglied und Schuldezernent der Gemeinde, gratulierte den Abiturienten und sprach von einem Tag mit besonderer Strahlkraft: „Der erste Abiturjahrgang an einer jüdischen Schule seit 1939 ist ein Zeichen des blühenden und selbstbewussten jüdischen Lebens in unserer Stadt.“

          Ein „wunderbares Ereignis“

          Zum Festakt, der unter Coronaauflagen stattfand, waren Mitglieder der Gemeinde, die Trägerin der Schule ist, und Persönlichkeiten aus Politik und Stadtgesellschaft geladen, unter anderem der hessische Kultusminister Alexander Lorz (CDU), Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), der Landesbeauftragte für jüdisches Leben und den Kampf gegen Antisemitismus Uwe Becker (CDU) und der Vize-Generalkonsul des Staates Israel Liran Sahar. Lorz sagte vor der Veranstaltung, die Feier sei ein „wunderbares Ereignis“ in diesem Jahr, in dem auch 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland gefeiert werden. 

          Weitere Themen

          Ein Imbiss mit Krypto-Farm

          Rechenzentrum entdeckt : Ein Imbiss mit Krypto-Farm

          Der Betreiber eines asiatischen Restaurants an der Zeil hat im Lager seines Lokals mehrere Computer zum verbotenen Schürfen sogenannter Kryptowährungen betrieben. Damit hat er gegen das Lebensmittelrecht und den Brandschutz verstoßen.

          Lebenslange Haft für eine Sadistin

          Prozess um „Ikea-Leiche“ : Lebenslange Haft für eine Sadistin

          Das Urteil im Prozess um die sogenannte „Ikea-Leiche“ ist gefallen. Manuela U. und ihr Sohn erhalten eine lebenslange Haftstrafe. Für die Mutter hat das Landgericht Darmstadt die besondere Schwere der Schuld festgestellt.

          Topmeldungen

          Dank eines Modellprojektes darf dieser Club im baden-württembergischen Ravensburg öffnen.

          Corona in Deutschland : Mit Feierfreude in die vierte Welle

          Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen. Das liegt an mangelnder Impfbereitschaft. Auch größere Sorglosigkeit der Menschen spielt ein Rolle. Das RKI sieht eine vierte Welle heranrollen.
          Der Bundestagsabgeordnete Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen) auf dem Online-Parteitag am 8. Mai 2021 in Baden-Württemberg.

          Landesverfassungsgericht : Grüne streiten über die Wahl eines AfD-Kandidaten

          In Stuttgart sorgt die Wahl von Bert Matthias Gärtner zum stellvertretenden Laienrichter am Landesverfassungsgericht für Unmut. Er ist schon der dritte AfD-Kandidat in dem Amt, doch die Lage unterscheidet sich von früheren Fällen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.