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Regionale Impfzentren öffnen : Mit Stoppuhr und Impfpass zum Termin

  • -Aktualisiert am

Die Senioren mussten am ersten Öffnungstag des Frankfurter Impfzentrums einiges an Geduld mitbringen. Bild: Frank Röth

Rund 1900 Menschen sind am ersten Öffnungstag der sechs regionalen Impfzentren geimpft worden. Viele verbinden mit der Spritze die Hoffnung auf mehr Nähe. Nach der chaotischen Verteilung der Termine überwiegt die Erleichterung.

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          Ein paar Sektflaschen in einer Vitrine in der Frankfurter Festhalle erinnern an bessere Zeiten. An diesem Dienstagmorgen hat auch hier das große Impfen begonnen. „Das ist schöner als Urlaub“, sagt Gerda Meisenzähl und lacht. Die Einundachtzigjährige hat ihre erste Impfung gerade bekommen. Zwei Stunden hat sie im Impfzentrum verbracht – kein kurzer Ausflug. Eine andere Dame zückt am Ausgang ihr Handy. Eine Stunde und 44 Minuten zeigt die Stoppuhr auf ihrem Bildschirm an. Aber das stört an diesem Morgen die wenigsten. Die Erleichterung überwiegt. Der Einstich habe nicht weh getan, die Mitarbeiter seien freundlich gewesen, die Wartezeit am ersten Tag völlig verständlich, berichten viele, als sie das Impfzentrum verlassen.

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          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Senioren scheinen, nachdem schon die Anmeldung für die Impfung holprig verlaufen ist, ohnehin ein bisschen mehr Zeit und Geduld eingeplant zu haben. So auch Astrid Rosselmann. Fünf Stunden habe sie am Telefon verbracht und vergeblich versucht, einen Impftermin über die Service-Hotline zugeteilt zu bekommen. Schließlich habe ihr Sohn über das Buchungssystem im Internet Erfolg gehabt, erzählt die 90 Jahre alte Frankfurterin. „Das schafft niemand über 70, viele haben ja überhaupt keinen Computer.“ Auch wenn am ersten Tag der Öffnung des Impfzentrums nicht alles reibungsfrei lief, ist sie doch zufrieden, endlich die erste Corona-Impfdosis erhalten zu dürfen. „Ich schütze ja nicht nur mich, sondern auch meine Umwelt“, sagt Rosselmann.

          500 Impfungen am ersten Tag in Frankfurt

          Auch Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) war zum Impfbeginn in die Festhalle gekommen. „Gerade die Älteren meiden aus Angst vor einer Ansteckung Kontakte. Ich freue mich, dass die Impfung diesen Menschen jetzt ein wichtiges Stück Lebensqualität zurückgibt“, sagte er. 500 Impfungen waren es in Frankfurt schon am ersten Tag, am Mittwoch soll die Zahl verdoppelt werden. Bis Ende Januar werden laut Plan 11.725 Hochbetagte eine Impfung in der Festhalle erhalten. Am ersten Tag waren fünf Impfstraßen beziehungsweise 17 von 43 Impfkabinen in Betrieb. Ausgelegt ist das Frankfurter Impfzentrum für 4000 Impfungen am Tag.

          Helmut Gaußmann aus Messel ist am Dienstag im Impfzentrum im Kongresszentrum Darmstadtium als Erster dran gewesen.
          Helmut Gaußmann aus Messel ist am Dienstag im Impfzentrum im Kongresszentrum Darmstadtium als Erster dran gewesen. : Bild: dpa

          Bis aber alle Impfstraßen besetzt sind, wird es noch eine Weile dauern. Zunächst konnten nur Termine für rund 60.000 Impfberechtigte in den sechs Regionalen Impfzentren in Frankfurt, Kassel, Fulda, Gießen, Wiesbaden und Darmstadt vergeben werden. Die Ursache liegt in der begrenzten Menge an Impfdosen, die Hessen vom Bund erhält. „Unsere Planungen sehen die Öffnung der weiteren 22 hessischen Impfzentren für den 9. Februar vor, um dort dann endlich noch mehr Personen die wichtige Impfung zu ermöglichen. Wir stehen im Austausch mit der Bundesregierung, um rasch Klarheit über die nächsten Impfstofflieferungen zu erhalten. Nur wenn mehr Impfstoff verlässlich und stetig kommt, können wir verbindlich Termine in den Impfzentren vergeben“, sagte Innenminister Peter Beuth (CDU).

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