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Erste Lehrschrift des Papstes : Mainzer Kardinal warnt vor falscher Wahrnehmung

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Zuspruch: Kardinal Karl Lehmann ist „sehr angetan“ von der ersten Lehrschrift des neuen Papstes. Bild: dpa

Papst Franziskus will die Türen der Kirche weit für die Armen öffnen. Sein erstes Apostolischen Schreiben empfinden viele als radikal. Der Mainzer Kardinal Lehmann sieht das anders.

          Der Mainzer Kardinal Karl Lehmann hat als einer der prominentesten deutschen Katholiken vor einer falschen Wahrnehmung des ersten Apostolischen Schreibens des Papstes gewarnt. Wenn Franziskus eine „verbeulte“ Kirche mit offenen Türen für Arme lieber sei als eine verschlossene und bequeme Kirche, so sei dies weniger radikal als von vielen angenommen, sagte der 77 Jahre alte Bischof. „Die Kirche kümmert sich auch hier in Europa täglich um Kranke, Sterbende und Gefangene.“ Aber natürlich sei dies nicht genug, ergänzte Lehmann. „Wir können uns da vom Papst noch mehr aufrütteln lassen.“

          Kardinal Lehmann zeigte sich überrascht, dass der neue Pontifex jetzt schon so eine umfangreiche Regierungserklärung veröffentlicht habe. „Ich bin sehr angetan. Jetzt sieht man, dass viele seiner Äußerungen der letzten Monate doch ein sehr systematisch entfaltetes und geordnetes Ganzes bilden.“ Das Apostolische Schreiben „Evangelii Gaudium“ fordere nicht nur die Erneuerung der Kirche, sondern auch der Gesellschaft und des Wirtschaftssystems, sagte Lehmann, der zwei Jahrzehnte Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz gewesen war.

          Das Schreiben stütze sich mit einer „durchsetzungsfähigen und energischen Sprache“ auf kirchliche Erfahrungen zahlreicher Länder und verschiedener Epochen. „Ich bin froh, dass der Papst trotz seiner eigenen Handschrift auch Leute fand, die ihn bei der Abfassung unterstützten und fähig waren, seine Mentalität aufzunehmen“, erklärte der Kardinal.

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