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Erneuerbare Energien : Mit Windkraft von Hunsrück und Vogelsberg

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Ähnlich wie in Niedersachsen wird auch in der Gegend rund um Offenbach der Einsatz der Windenergie ausgebaut. Bild: dpa

Die Energieversorgung Offenbach will 150 Millionen Euro in erneuerbare Energien investieren. Gerade ist ein Windpark in Betrieb gegangen.

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          Die Energieversorgung Offenbach (Evo) AG will bis 2015 insgesamt 150 Millionen Euro in den Ausbau der erneuerbaren Energien setzen. Das teilte Evo-Vorstandsvorsitzender Michael Homann am Freitag bei Vorlage der Bilanz für das Geschäftsjahr 2010/2011 mit. Die Evo will diese Investitionen vor allem aus eigenen Mitteln bestreiten. An der Evo hält der Stadtwerkekonzern MVV Mannheim die Mehrheit. Die Stadt Offenbach ist über ihre Holding Minderheitseignerin. Wie Homann weiter sagte, ist der Jahresüberschuss auf 17,4 Millionen Euro gesunken, ein Minus von fünf Millionen Euro im Vergleich zum Geschäftsjahr 2009/2010. Die Investitionen in Windkraft und Biomasse würden bald einen deutlichen Ergebnisbeitrag leisten. Damit könne man die künftig geringeren Erlöse im Stammgeschäft - etwa bei Strom oder Erdgas - wettmachen. Was die 2013 endende Gaskonzession betrifft, hat die Evo gegenüber der Stadt ihr Interesse an einem neuen Konzessionsvertrag bekundet.

          Als Gründe für den Rückgang des Jahresüberschusses verwies Homann auf „einmalige Sondereffekte“, darunter neue Anforderungen aus dem Gesetz zur Modernisierung des Bilanzrechts. Homann bezeichnete das Jahresergebnis zwar als zufriedenstellend, doch „nicht hervorragend“. Die beiden Hauptaktionäre - MVV und Stadtwerke Offenbach Holding (SOH) - erhielten wie in den vergangenen Jahren jeweils fast zehn Millionen Euro an Dividende. Für Mitarbeiter, die Anteilseigener seien, würden zirka 585.000 Euro ausgeschüttet. Wie Homann weiter sagte, steigerte die Evo im Geschäftsjahr 2010/2011 ihren Umsatz im Vergleich zum Vorjahr von 342,5 auf 365,5 Millionen Euro. Vor allem sei das Stromgeschäft mit Gewerbekunden gewachsen; auch habe die Evo das Geschäft mit den Dienstleistungen ausgebaut.

          Über einen „Klimasparbrief“ soll die Evo einen der neuen Windkraftparks mitfinanzieren

          Laut Homann beträgt der Anteil des Atomstroms im Evo-Angebot nur noch 17,2 Prozent. In wenigen Jahren wolle man den Privatkunden vollständig „atomstromfreie“ Tarife anbieten. Außerdem soll der Anteil selbsterzeugter Energie an der verkauften Strommenge auf 30 Prozent verdoppelt werden. Weitere Säulen des Energiekonzepts der Evo sind die Herstellung, der Verkauf und die eigene Nutzung von Holzpellets. Seit neun Monaten ist in Offenbach das Evo-Holzpelletwerk in Betrieb, das eine Kapazität von 65.000 Tonnen im Jahr hat. Bereits in 18 Nahwärmenetzen werden Holzpellets genutzt. Das Offenbacher Werk arbeitet laut Angaben des Technikvorstands Kurt Hunsänger seit dem ersten Tag gewinnbringend.

          Die größte Einzelinvestition der Evo ist mit 85 Millionen Euro der in Kirchberg, Hunsrück, errichtete Windpark. Laut Homann handelt es sich um den leistungsstärksten Windpark im Südwesten Deutschlands. Die 23 Windkraftanlagen, die seit dieser Woche am Netz sind, haben eine Gesamtleistung von 53 Megawatt und erzeugen Strom für 35.000 Haushalte. Nach Angaben Hunsängers werden zwei weitere Windkraftprojekte schon vorbereitet. So will die Evo in der Gemeinde Dirlammen, Vogelsbergkreis, noch in diesem Jahr mit dem Bau von drei Windkraftanlagen beginnen, die je eine Leistung von 2,3 Megawatt haben sollen. Außerdem soll in Rheinhessen ebenfalls ein Windkraftpark gebaut werden. Wie Homann zudem sagte, will die Evo einen der neuen Windkraftparks über einen „Klimasparbrief“ mitfinanzieren. Das Volumen soll zehn Millionen Euro umfassen. Partner könne die Sparkasse Offenbach sein.

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