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Ermittlungen in Frankfurt : Polizisten sollen gegen Haus eines Gefährders gepinkelt haben

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Die Würde des Menschen: Frankfurter Polizisten vor dem Oberlandesgericht (Symbolbild). Bild: dpa

Betrunkene Polizisten in Frankfurt sollen gegen das Haus eines observierten Gefährders gepinkelt haben. Nun folgen Ermittlungen gegen sechs mutmaßliche Täter.

          Gegen mehrere Frankfurter Polizeibeamte laufen Ermittlungen, weil sie sich nach einer Feier daneben benommen haben sollen. Gegen sechs Beamte seien disziplinarrechtliche Maßnahmen eingeleitet worden, sagte eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Frankfurt am Dienstag. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung berichtet, dass Ende Januar zwei Staatsschutz-Fahnder ihren Abschied mit Kollegen anderer Dienststellen gefeiert hätten. Sechs betrunkene Beamten sollen dann dem Bericht zufolge zur Adresse eines observierten Gefährders gegangen sein - und zwei Polizisten an die Haustür uriniert haben.

          „Reine Ordnungswidrigkeiten“

          Man gehe davon aus, dass es den Vorfall gegeben habe, sagte die Sprecherin. „Wir müssen erst mal sehen, was an den Berichten dran ist und das verifizieren.“ Bei der Feier habe es sich um eine private Abschiedsfeier gehandelt. Den fünf Beamten und der Beamtin, deren Verhalten nun überprüft werde, drohe unter anderem eine Umbesetzung.

          Die Staatsanwaltschaft Frankfurt befasst sich dagegen nicht mit der offenbar reich alkoholhaltigen Feier und ihrem Ausgang. „Das wären ja keine Straftaten, sondern reine Ordnungswidrigkeiten“, sagte eine Sprecherin.

          Negativ-Schlagzeilen für Frankfurter Polizei

          Allerdings kommen die Berichte über den Vorfall zu einer Zeit, in der die Frankfurter Polizei seit Ende vergangenen Jahres mehrfach mit Negativ-Schlagzeilen konfrontiert war. So ermittelt die Staatsanwaltschaft unter anderem gegen mehrere Beamte, die rechtsextreme Inhalte über eine Chatgruppe ausgetauscht haben sollen.

          Zudem gibt es Ermittlungen in Zusammenhang mit anonymen Todesdrohungen gegen eine Frankfurter Anwältin und Nebenklagevertreterin im NSU-Prozess. Die Drohschreiben, die an die Privatadresse der Juristin gingen, waren mit „NSU.2.0“ unterzeichnet gewesen. Wer hinter den Briefen steckt, ist weiter unklar. Bei den Ermittlungen kam aber heraus, dass Daten der Anwältin an einem Computer im 1. Polizeirevier Frankfurt abgefragt worden waren.

          In diesem Fall werde weiter „mit Hochdruck“ ermittelt, sagte die Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft. Ein anderes Ermittlungsverfahren zu einer rechtsextremen Drohmail an das Oberlandesgericht Frankfurt sei hingegen an die Berliner Staatsanwaltschaft abgegeben worden, die kürzlich einen Verdächtigen ermittelt hatte. Ähnliche Drohmails hatte es auch gegen das Justizzentrum Wiesbaden und andere Justizeinrichtungen in ganz Deutschland gegeben.

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