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Regionalverband Frankfurt : Erklärfilm soll die Arbeit des Verbands bekannter machen

  • -Aktualisiert am

Der Regionalverband Frankfurt/Rhein-Main stellt sich auf Youtube vor und informiert über seine Aufgaben. Bild: Screenshot/Regionalverband FrankfurtRheinMain

Das „Verbandsmännchen“ erklärt im Video was der Regionalverband ist und welche Aufgaben er hat. Außerdem werden Projekte zu den Themen Umwelt, Mobilität und Europa vorgestellt.

          Nicht jeder wünscht sich, im öffentlichen Rampenlicht zu stehen. Das gilt auch für Verbände und Behörden, von denen manche ihren Aufgaben gerne unbehelligt von der Öffentlichkeit nachgehen. Doch zu viel Schatten tut offenbar auch nicht gut, wie der Regionalverband Frankfurt/Rhein-Main signalisiert. Jedenfalls hat der Verband, von dessen Tun und Handeln, wenn überhaupt, nur Kommunen im Ballungsraum etwas wissen, jetzt einen Erklärfilm produzieren lassen und auf das Videoportal Youtube gestellt, um sich bei den Bürgern bekannter zu machen. „Wir wollen zeigen, dass auch die Aufgaben der Region wichtig, interessant und spannend sind“, begründet CDU-Verbandsdirektor Thomas Horn die Initiative.

          Tatsächlich gehen die 120 Mitarbeiter des Verbands, der sein Domizil am Nordeingang des Frankfurter Hauptbahnhofs hat, Aufgaben nach, die für jeden politisch Interessierten von Bedeutung sein könnten. Zusammen mit seinen 75 Mitgliedskommunen entscheidet der Verband, wo neue Wohngebiete entstehen und wo zusätzliche Gewerbeflächen entwickelt werden. Er muss sich für die „regionale Flächennutzungsplanung“ zwar mit der Regionalversammlung Südhessen abstimmen, die für den gesamten Regierungsbezirk Darmstadt plant. Doch die zentrale Diskussion für die 2,4 Millionen Einwohner im Ballungsraum mit Frankfurt als Zentrum hat der Verband zu führen. So haben etwa die 75 Kommunen in ihrem zentralen Gremium, der Verbandskammer, am Ende darüber zu entscheiden, ob die Stadt Frankfurt das von ihr gewünschte Neubaugebiet beidseits der A 5 realisieren darf. Dieses Baugebiet, wie generell die Fortschreibung des Regionalen Flächennutzungsplans 2010, ist das zentrale Thema des Verbands in den nächsten Jahren. Ob dann tatsächlich jede einzelne Kommune das Angebot wahrnimmt und die im Plan vorgesehenen Neubaugebiete entwickelt, ist eine andere Frage.

          Seit im März 2018 die neue, hauptamtliche Führungsspitze bestehend aus Verbandsdirektor Horn und dem Ersten Beigeordneten Rouven Kötter (SPD) ihre Arbeit aufgenommen hat, treibt der Verband nicht nur die Fortschreibung des Plans voran, sondern macht selbst innovative Vorschläge wie etwa Horns Vision, rund um das Main-Taunus-Zentrum eine neue Stadt zu bauen.

          Radwege-Offensive

          Die Verbandsspitze nutzt die Möglichkeiten, die der Landesgesetzgeber seit 2011 dem Regionalverband zugesteht, und nimmt Aufgaben wahr wie die Förderung der Mobilität in der Region. Kötter lässt derzeit einen Masterplan erarbeiten, um dem „gefühlten Stillstand“ bei Projekten insbesondere des öffentlichen Nahverkehrs zu begegnen. Parallel redet Kötter einer Radwege-Offensive das Wort. Paradestück des Verbands ist ohnehin, den Bau von Radschnellwegen für Rhein-Main angestoßen zu haben. Den ersten hessischen Radschnellweg zwischen Frankfurt und Darmstadt, dessen erster Teilabschnitt im Juni eröffnet wurde, hat der Verband initiiert. Viele weitere Radschnellwege sollen folgen.

          Der Erhalt der Streuobstwiesen ist ein weiteres seiner Anliegen; seit Februar gibt es eigens einen Beauftragten dafür. Der von den Kommunen über eine Umlage finanzierte Verband – ihm stehen jährlich knapp 15 Millionen Euro zur Verfügung – treibt zudem den Ausbau der „letzten Meile“ des Glasfasernetzes zu den Haushalten voran, berät Kommunen in Sachen Klimaschutz und hilft ihnen mit einem Europabüro nebst Niederlassung in Brüssel, an die Fördertöpfe der Europäischen Union zu gelangen.

          „Wir sind die Stimme für die Städte im Ballungsraum“, heißt es in dem in Zeichentrick-Stil hergestellten, knapp drei Minuten langen Video. Das klingt nach einem bisher ungewohnten Selbstbewusstsein des Verbands, was sich auch darin zeigt, dass es offenbar um mehr geht als nur um einen Werbefilm: „Wir wollen die Politikverdrossenheit reduzieren“, führt Horn an, „und dazu müssen wir den Bürgern besser erklären, was wir tun.“ Wer sich davon ein Bild machen möchte, findet das Video hier.

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