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Widerstand gegen Hitler : Nach dem Attentat ins SS-Kinderheim verschleppt

Glücksmomente: Clarita und Adam von Trott mit ihrer kleinen Tochter Verena O. Trott im Jahr 1942. Bild: Verena O. Trott

Die Familie des Widerstandskämpfers Adam von Trott zu Solz wurde nach dem 20. Juli 1944 in Sippenhaft genommen. Seine Tochter Verena hat noch Erinnerungen daran.

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          Sie ist zweieinhalb Jahre alt gewesen, als ihr Vater am 26. August 1944 in Berlin-Plötzensee hingerichtet wurde. Verena Onken von Trott glaubt, sich noch an ihn erinnern zu können: „Er hat sich am Kanonenofen rasiert, und ich hüpfte fröhlich auf dem Bett herum.“ Das muss an Pfingsten 1944 gewesen sein, als Adam von Trott zu Solz seine Familie in Imshausen, dem Stammsitz seiner Familie sieben Kilometer nordöstlich von Bebra, besuchte. Dort hatte seine Frau Clarita mit den beiden Töchtern vor den Bombenangriffen auf Berlin Schutz gesucht. Es war sein letzter Besuch in Waldhessen.

          Claudia Schülke

          Freie Autorin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Am Abend des 19. Juli bekam er in seiner Berliner Wohnung in Schmargendorf Besuch von seinem Freund Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der am nächsten Tag das lang geplante Attentat auf Hitler ausführen wollte. Hitler überlebte, Stauffenberg wurde noch am selben Tag erschossen, Trott am 25. Juli verhaftet, am 15. August zum Tode verurteilt und am 26. August hingerichtet. „Vergib mir für all den tiefen Schmerz, den ich Dir verursachen musste. Ich bin in Gedanken auch weiter mit Dir und sterbe in tiefer Zuversicht und Glauben“, schrieb er am Hinrichtungstag an seine Frau.

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