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Urteil im Mordprozess : Lebenslange Haft für Todesschützin

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Mord aus niedrigen Beweggründen: Lebenslange Haft für die tödlichen Schüsse Bild: dpa

Wegen Mordes an einem Familienvater wurde eine Frau in Hanau zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Hintergrund der Tat war ein Familienerbe in Höhe von 40.000 Euro.

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          Im Mordprozess um tödliche Schüsse durch eine Glastür an der Gallienstraße vor fünf Jahren in Hanau ist die 32 Jahre alte Angeklagte zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Gegen ihren damaligen Lebensgefährten wurden gestern neun Jahre Haft verhängt. Verurteilt wurde der 54 Jahre alte Mann am 67. Verhandlungstag wegen Beihilfe zum Totschlag. Ursprünglich war er alleine angeklagt worden, doch im Laufe des Prozesses verstrickte sich die Frau als Zeugin in Widersprüche und wurde schließlich mit angeklagt. Die Anwälte der beiden Angeklagten hatten Freisprüche gefordert. Der Staatsanwalt hatte auf lebenslange Haft plädiert.

          Rache und niedrige Beweggründe

          Eröffnet worden war der Prozess wegen gemeinschaftlichen Mordes aus Rache und niedrigen Beweggründen. Der 54 Jahre alte Mann war laut Staatsanwaltschaft der „tatprofitierende Hintermann“. Er soll die Waffe besorgt und verwahrt haben. Die Zweiunddreißigjährige soll zum Wohnhaus des Opfers gefahren sein und den Mann am Abend des 7.Septembers 2013 heimtückisch erschossen haben. Nach dem Klingeln wurden vier Schüsse durch die verglaste Eingangstür abgefeuert, als das Opfer schemenhaft zu erkennen war. Eine Kugel traf den Mann am Arm, zwei in den Bauch. Der vierfache Familienvater verblutete wenig später im Krankenhaus.

          Hintergrund der Tat soll ein langjähriges familiäres Zerwürfnis gewesen sein. In dessen Verlauf soll das spätere Opfer seine Ehefrau – die Schwester des Angeklagten – dazu veranlasst haben, eine erbrechtliche Zivilklage gegen den Angeklagten zu führen, die dessen wirtschaftliche Existenzgrundlage gefährdet haben soll. Die Schwester hatte auf Anraten ihres Mannes den Bruder auf Zahlung ihres Anteils am Familienerbe verklagt. Es ging um 40.000 Euro.

          Der Rechtsanwalt der zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilten Frau kündigte an, Revision einlegen zu wollen. Es sei ein „krasses Fehlurteil“. Die Staatsanwaltschaft will das Urteil mit Blick auf den nur zu Beihilfe zum Totschlag verurteilten Angeklagten prüfen.

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