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Equinix übernimmt Ancotel : Die deutsche Internethauptstadt profitiert

Betreibt mit mehr als 80 Mitarbeitern den größten Telekommunikationsnetzknoten Europas: die Firma Ancotel GmbH. Bild: AP

Der Rechenzentrumsbetreiber Equinix übernimmt die Frankfurter Ancotel. Ein amerikanischer Riese schluckt damit einen kleinen Marktführer aus dem Gallus - und Frankfurt profitiert.

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          Der amerikanische Riese schluckt den kleinen Marktführer aus dem Gallus - und die deutsche Internethauptstadt Frankfurt profitiert davon: So sehen Branchenkenner die angekündigte Übernahme der Ancotel GmbH durch die Equinix Inc. , siehe Frankfurter Allgemeine Zeitung vom Freitag. Die 100 Mitarbeiter starke Ancotel betreibt an der Kleyerstraße den größten Telekommunikations-Knoten in Europa und schaltet die Sprachnetze von Unternehmen aus verschiedenen Ländern zusammen.

          Thorsten Winter
          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Derzeit bringt es der von Udo Müller und Klaus-Jürgen Orth geführte Mittelständler auf 440 Kunden und mehr als 50.000 Verbindungen; er erlöste im Jahr zuletzt 16,5 Millionen Euro. Equinix wiederum verbindet über eine Plattform von Rechenzentren, darunter vier in Rhein-Main-Gebiet, Unternehmen mit Partnern in aller Welt.

          Frankfurt führt dank der Interxion Deutschland GmbH die Branche an

          Der börsennotierte Konzern setzt etwa 1,2 Milliarden Euro im Jahr um. Angesichts dessen dürfte der finanzielle Beitrag von Ancotel für Equinix deutlich weniger wichtig sein als das Geschäftsmodell der künftigen Tochtergesellschaft.

          Interessant macht sich die profitable Ancotel vor allem durch die sehr gute Anbindung an die schnellen Glasfasernetze und eben die hohe Zahl an Verbindungen zu Netzbetreibern - was in der Branchenfachsprache Connectivity genannt wird. In dieser Hinsicht ist Ancotel in Frankfurt mit der Interxion Deutschland GmbH, die wesentliche Teile des größten Internetknotens der Welt an der Hanauer Landstraße beherbergt, führend. Zuletzt hob der Telekommunikations-Riese Cable & Wireless die Bedeutung des Gallus-Knotens hervor, indem er Ancotel als Landestation für eine neue Verbindung zwischen der Golfregion und Europa auswählte.

          „Das ist eine Kombination, die gut passt“

          Allerdings gehört Ancotel mit bisher gut 2.300 Quadratmetern Rechenzentrumsfläche zu den Kleinen der Branche, was sich auch durch den Ausbau von weiteren 1.205 Quadratmetern im Gallus nicht grundsätzlich ändert. Demgegenüber verfügt Equinix allein in Bergen-Enkheim über 25.000 Quadratmeter Bruttofläche, wovon 14.000 mit Servern und dazu gehörenden Rahmengestellen für Rechner belegt sind. 9.000 Quadratmeter kommen bald hinzu. Zudem betreibt Equinix, zu deren Kunden unter anderem die Deutsche Börse zählt, Rechenzentren in der Innenstadt, im Stadtteil Griesheim und in Mörfelden-Waldorf.

          Anfragen nach größeren Flächen, die das Unternehmen aus dem Gallus bisher laut Orth abschlägig bescheiden musste, wird es künftig im Konzern weiterreichen können. Umgekehrt kommt Equinix an zahlreiche Telekommunikations-Unternehmen heran, die noch nicht zum eigenen Kundenkreis gehören. „Das ist eine Kombination, die gut passt“, meint Orth.

          Auch Telehouse verschafft sich wieder Zugang zum Markt

          Wie er weiter sagt, hat sich Ancotel auch für andere Investoren interessiert. Es habe Gespräche mit anderen Branchenvertretern in Frankfurt, aber auch mit Chinesen gegeben. Künftig zu Equinix zu gehören sei aber die beste Lösung, um Ancotel weiterzuentwickeln und die Arbeitsplätze zu sichern.

          Zudem werde Frankfurt als Rechenzentrums-Standort weiter gestärkt, sagt Orth. Dies passt zur Einschätzung des Chefs des Internetknoten-Betreibers De-Cix, Harald Summa, Frankfurt habe aufgrund seiner Bedeutung für die Rechenzentrumsbranche eine starke Anziehungskraft und werde weiter wachsen. Internationaler wird der Standort gewiss. Schließlich hat sich der Rechenzentrums-Betreiber E-Shelter aus Rödelheim im Winter einen amerikanischen Finanzinvestor an Bord geholt, und der britische Mitbewerber Telehouse hat vor einigen Wochen die im Gallus ansässige Databurg GmbH übernommen und sich dadurch nach Jahren der Abwesenheit wieder Zugang zum deutschen Markt verschafft.

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